Bauerbeiten sind beendet Sperrung des Schwachhauser Rings wird aufgehoben

Die Sperrung des Schwachhauser Rings wird an diesem Freitag aufgehoben, doch die nächste kündigt sich schon an: Sobald die Fernwärmetrasse verlegt wird, geplant ist der April 2022, beginnt der Spuk von vorn.
07.07.2021, 15:00
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Maren Brandstätter

630 Meter Abwasserkanal sind unterm Schwachhauser Ring verlegt worden. Elf Monate dauerte die Baumaßnahme der Hansewasser und bedeutete für die Straße Vollsperrungen in mehreren Abschnitten. An diesem Freitag werden die Arbeiten nun abgeschlossen und der Schwachhauser Ring voraussichtlich ab Nachmittag wieder für den Verkehr freigegeben – drei Wochen früher als ursprünglich gedacht.

Der neue Kanal zwischen der Schwachhauser Heerstraße und der H.-H.-Meier-Allee ersetzt den bisherigen nicht, sondern er ergänzt ihn. Der 105 Jahre alte Abwasserkanal reicht für die steigenden Wassermengen, die perspektivisch zu erwarten sind, alleine nicht mehr aus, berichtet Hansewassersprecher Oliver Ladeur. Insbesondere für zukünftige Starkregenereignisse sei der zusätzliche Zulauf zum großen Abwassersammler im nahegelegenen Bürgerpark eine wichtige Maßnahme, erklärt er.

Lesen Sie auch

„Schwachhausen ist einer der bevölkerungsreichsten Stadtteile, und das Kanalnetz dort ist stark ausgelastet“, sagt Ladeur. Im Zuge eines neu entwickelten Masterplans habe sich seinerzeit herausgestellt, dass die Achse im Schwachhauser Ring eine der wichtigsten des Stadtteils sei. Eine verbesserte Leistungsfähigkeit dieser Achse sei die Voraussetzung dafür, perspektivisch auch das umliegende Kanalnetz weiterentwickeln zu können.
Um zu ermitteln, wie groß der zusätzliche Kanal sein muss, habe man zunächst bei Hansewasser am Computer Veränderungen im Netz simuliert, erklärt Ladeur. Dabei habe sich gezeigt, wie sich das Abflussverhalten jeweils verändere. Entscheidend sei dabei gewesen, nicht von heutigen Niederschlagsmaßstäben auszugehen, sondern von Prognosen, was künftig zu erwarten sein wird, erklärt der Sprecher. Ansonsten wäre die Achse möglicherweise zu klein ausgefallen. „Auch die Seitenstraßen wurden berechnet und werden Stück für Stück auf die Zukunft ausgerichtet“, so Ladeur. „Das ist aber kein Programm für morgen, sondern auf Jahre ausgelegt.“

Lesen Sie auch

560 Meter des neuen Kanals wurden zeitgleich an zwei Baustellen in offener Bauweise verlegt. Die übrigen 70 Meter haben die Bauarbeiter unter den Gleisen der Linie  6 an der Kreuzung H.-H.-Meier-Allee und Schwachhauser Ring durchgepresst – im Fachjargon nennt sich dieses Verfahren Rohrvortrieb. „So konnte der Betrieb der Linie  6 aufrechterhalten werden“, sagt Ladeur. „Dieses Verfahren war auch für unsere beiden erfahrenen Kollegen etwas Besonderes – und brachte ein kleines bisschen Bergbaucharakter mit sich.“

Im Ortsamt Schwachhausen hatte die Baumaßnahme am Schwachhauser Ring kurz nach ihrem Start im vergangenen August für zahlreiche Anrufe von verärgerten Anwohnern gesorgt. Klagen über chaotische Verkehrszustände kamen insbesondere aus beliebten Ausweichstraßen wie etwa der Emmastraße, erinnert sich Ortsamtsmitarbeiter Thomas Berger. Im Laufe der Monate habe sich die Beschwerdelage zwar entspannt, Anrufe habe es punktuell aber weiterhin gegeben. Für die Anwohner des Schwachhauser Rings wurden die Regelungen vor Ort sehr pragmatisch gehandhabt, sagt Berger. „Trotz Absperrungen kamen die Menschen zu ihren Grundstücken, selbst mit dem Auto.“

Lesen Sie auch

Wie lange am Schwachhauser Ring wieder freie Fahrt für sämtliche Verkehrsteilnehmer herrschen wird, ist derzeit noch ungewiss. Sicher ist, dass auf die Straße erneute Sperrungen zukommen: mit Beginn der Fernwärmetrassen-Verlegung der SWB. Damit ist Friedhelm Behrens zufolge allerdings frühestens im April 2022 zu rechnen. „Laut Bauzeitenplan werden wir circa ein halbes Jahr nach dem Planfeststellungsbeschluss mit den Bauarbeiten im Schwachhauser Ring starten können“, berichtet der SWB-Sprecher. Laufe alles optimal, erhalte die SWB im Oktober eine Entscheidung zum Verfahren. „Alle Anwohner an der Fernwärmetrasse werden aber von uns vorab über den genauen Baustart informiert“, versichert Behrens.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Zur Newsletter-Übersicht