Arbeiten erfordern Vollsperrung

Schwachhauser Ring: Kanalneubau verzögert sich

630 Meter lang soll er sein und tief in der Erde verschwinden, der neue Mischwasserkanal am Schwachhauser Ring. Mit den Arbeiten beginnt Hansewasser Anfang August – und damit vier Monate später als geplant.
12.07.2020, 21:25
Lesedauer: 4 Min
Zur Merkliste
Von Maren Brandstätter
Schwachhauser Ring: Kanalneubau verzögert sich

Ein Kanalsystem – wie hier an der Findorffstraße – will Hansewasser am Schwachhauser Ring installieren.

Roland Scheitz

Eigentlich hätte Hansewasser in vier Wochen schon den zweiten Bauabschnitt am Schwachhauser Ring in Angriff nehmen wollen. Tatsächlich ist der geplante Kanalneubau aktuell aber noch nicht einmal gestartet. Der Baubeginn hat sich um vier Monate auf Anfang August verschoben. Grund dafür ist der Fernwärmetrassenbau der SWB am Schwachhauser Ring. „Wir haben die Bauzeiten für den Kanal und die Fernwärme aufeinander abgestimmt“, erklärt Hansewasser-Sprecher Oliver Ladeur.

Der Bau des zusätzlichen Abwasserkanals soll laut des Hansewasser-Sprechers nun am 3. August starten. Geplant ist, einen 630 Meter langen sogenannten Mischwassersammler zwischen der H.-H.-Meier-Allee und der Schwachhauser Heerstraße zu verlegen. Der soll künftig den vorhandenen, 105 Jahre alten Kanal ergänzen. Damit entlaste er die Abwasserentsorgung in einem der bevölkerungsreichsten Gebiete Bremens, so Ladeur. Wichtig sei der zusätzliche Kanal insbesondere in Hinblick auf häufiger auftretende Starkregenereignisse.

Lesen Sie auch

Um die Bauzeit zu verkürzen, werde streckenweise an drei Stellen gleichzeitig gebaut, berichtet der Hansewasser-Sprecher. Schon zum Starttermin werde parallel gearbeitet: ab der Bürgermeister-Schoene-Straße und ab der Wätjenstraße jeweils in Richtung Schwachhauser Heerstraße. Voraussichtlich ab Ende August soll es dann mit den sogenannten Rohrvortriebsarbeiten losgehen.

Für den motorisierten Verkehr bedeutet der Kanalneubau zeitweise massive Veränderungen: Der Schwachhauser Ring wird laut Ladeur zwischen der H.-H.-Meier-Allee und der Schwachhauser Heerstraße im Verlauf der Bauarbeiten in Abschnitten für den Durchgangsverkehr voll gesperrt sein. Zum Start der Baustelle bis voraussichtlich Mitte Februar des kommenden Jahres werde der Schwachhauser Ring von der Schwachhauser Heerstraße bis zur Schumannstraße noch erreichbar sein. Die Fuß- und Radwege seien weiterhin passierbar.

Schwachhauser Ring ab dem 24. August gesperrt

Um die Startbaugrube für die Verlegung des Kanals einrichten zu können, müsse der Schwachhauser Ring im Bereich der Hausnummer 99 bis zur H.-H.-Meier-Allee in Richtung Parkallee ab dem 24. August voll gesperrt werden. Und es gibt weitere Änderungen: In der Donandtstraße werde die Einbahnstraßenregelung für die gesamte Bauzeit umgekehrt, und etwa von Anfang November bis Mitte Dezember müsse der Durchgangsverkehr zwischen der Wachmannstraße und der H.-H.-Meier-Allee unterbrochen werden, berichtet Ladeur außerdem. Im kommenden Jahr sei dann ab Anfang Mai bis Mitte Juli die Durchfahrt zwischen Wätjen- und Georg-Gröning-Straße nicht mehr möglich.

Der Abschluss der kompletten Baumaßnahme sei für Ende Juli 2021 geplant. „Der Fußgänger- und Radverkehr entlang der Straße ist während der gesamten Bauzeit möglich“, betont Oliver Ladeur. Ist die Kanalbaumaßnahme zu Ende, soll gleich darauf mit dem Bau der Fernwärmeleitung begonnen werden, die direkt neben dem neuen Kanal geplant ist. Ob der SWB diese terminliche „Punktlandung“ gelingt, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht mit letzter Sicherheit sagen, erklärt SWB-Sprecher Friedhelm Behrens auf Nachfrage des STADTTEIL-KURIER. Man setze aber alles daran, einen nahtlosen Übergang hinzubekommen. Aktuell müsse der Antrag zum Planfeststellungsverfahren noch den letzten Feinschliff bekommen, bevor er Ende Juli eingereicht werden soll, erläutert Behrens.

Lesen Sie auch

Der Straßenbahnverkehr kann während der gesamten Bauzeit ungestört weiterlaufen, anders sieht es indes beim Busverkehr aus. Die Linie 22 sowie die Nachtlinien N3 und N9 müssen während der Baumaßnahme umgeleitet werden. Für die Nachtlinien gilt die geänderte Route bereits ab Beginn des Ferienfahrplans. Die Route der Linie 22 ändere sich am 3. August, teilt BSAG-Sprecher Andreas Holling mit. Von da an werde sie in beiden Richtungen zwischen Kirchbachstraße und Crüsemannallee über die Haltestellen St.-Joseph-Stift und Am Stern umgeleitet. Die Haltestelle H.-H.-Meier-Allee entfalle in dieser Zeit, und die Haltestelle Kirchbachstraße werde in die Schwachhauser Heerstraße an den Fahrbahnrand verlegt.

Die Nachtlinie N3 bediene auf ihrer neuen Route ab Blumenthalstraße in beide Richtungen zusätzlich die Haltestellen Am Stern, Brahmsstraße, Bulthauptstraße und Crüsemannallee, so Holling. Die N9 werde während der Baumaßnahmen in beide Richtungen zwischen den Haltestellen Am Stern und Kirchbachstraße über die Schwachhauser Heerstraße umgeleitet. Die Haltestellen Brahmsstraße, Bulthauptstraße, Crüsemannallee und H.-H.-Meier-Allee entfielen somit. Die Haltestelle Kirchbachstraße werde ebenso wie bei der Linie 22 in die Schwachhauser Heerstraße an den Fahrbahnrand verlegt.

Weitere Umleitungen

Eine weitere Baustelle im Bereich der Hermann-Böse-Straße sorgt Andreas Holling zufolge für weitere Umleitungen. Hier seien vom 23. Juli bis 2. September Gleisbauarbeiten geplant, weshalb die Nachtlinie N3 in beiden Richtungen zwischen Hauptbahnhof und Emmastraße/Bürgerpark vom regulären Fahrplan abweichend, über die Parkallee geführt werde. „Die Haltestellen Am Stern, Brahmsstraße, Bulthauptstraße und Crüsemannallee werden weiterhin zusätzlich bedient“, sagt der BSAG-Sprecher. Die Haltestelle Blumenthalstraße entfalle hingegen.

Die Nachtlinie N9 werde in dieser Zeit in beiden Richtungen zwischen Hauptbahnhof und Kirchbachstraße über die Schwachhauser Heerstraße umgeleitet. Die Haltestellen Blumenthalstraße, Am Stern, Brahmsstraße, Bulthauptstraße, Crüsemannallee und H.-H.-Meier-Allee entfielen dann.

Lesen Sie auch

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+