Bildhauer Hans Etzold stellt eine Auswahl seiner Werke im St.-Joseph-Stift vor Skulpturen zeigen den Glauben

Schwachhausen. Mit ernsten Themen setzte er sich schon des Öfteren auseinander - der Holocaust und der Glaube sind zwei davon. Die Themenwahl geschieht meist eher zufällig, der Bildhauer Hans Etzold wählt sie nach persönlichem Interesse. 'Das machen Künstler so eigentlich nicht, aber ich gehe da andere Wege", sagt der 68-Jährige. Er eröffnete am Wochenende die Ausstellung 'Gestalten des Glaubens' im Krankenhaus St.-Joseph-Stift. Der Künstler aus Horn-Lehe zeigt Holzskulpturen, Monotypien und Holzschnitte.
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Liane Janz

Schwachhausen. Mit ernsten Themen setzte er sich schon des Öfteren auseinander - der Holocaust und der Glaube sind zwei davon. Die Themenwahl geschieht meist eher zufällig, der Bildhauer Hans Etzold wählt sie nach persönlichem Interesse. 'Das machen Künstler so eigentlich nicht, aber ich gehe da andere Wege", sagt der 68-Jährige. Er eröffnete am Wochenende die Ausstellung 'Gestalten des Glaubens' im Krankenhaus St.-Joseph-Stift. Der Künstler aus Horn-Lehe zeigt Holzskulpturen, Monotypien und Holzschnitte.

Die Skulpturen entstanden während Etzolds Arbeit in einem Arbeitskreis der Horner Kirche zum Evangelischen Kirchentag 2009. Die Skulpturen gehören zum Gesamtwerk 'Nachfolge - Installationen in sechzehn Stufen der Glaubensgeschichte von Adam und Eva bis hin zu Dietrich Bonhoeffer' in Form eines Baumes. Die Figuren waren aufsteigend auf dem treppenförmigen Baum angeordnet. Wegen des regen Publikumsverkehrs im Erdgeschoss des Krankenhauses stehen die Figuren hier aus Sicherheitsgründen in Vitrinen.

Für seine Arbeit verwendet Hans Etzold die verschiedensten Materialien von Holz über Gips und Stein bis hin zu Bronze und anderen Metallen. Die Bildhauerei ist sein Hauptbetätigungsfeld, und doch zeigt Hans Etzold im St.-Joseph-Stift auch Monotypien und Holzschnitte. 'Grafische Arbeiten gehören zur Arbeit eines Bildhauers einfach dazu', erläutert der Künstler. Denn ständig müssten Skizzen im Vorfeld der eigentlichen bildhauerischen Arbeit angefertigt werden.

Pastor gibt Einführung

Eine Einführung in die Arbeiten Etzolds, die im St.-Joseph-Stift zu sehen sind, gab Pastor Stephan Klimm. Er zitierte den Theologen Friedrich Schleiermacher: 'Alle Menschen sind Künstler, auch als Betrachter.' Der Titel der Ausstellung 'Gestalten des Glaubens' sage bereits Grundlegendes darüber aus, was Kunst eigentlich sei. 'Kunst kommt von Künden', so der Pastor. Sie gebe dem Formlosen eine Gestalt und mache das Unsichtbare sichtbar. In diesem Falle mache die Kunst den Glauben sichtbar.

Die dargestellten Figuren wie Kain und Abel oder Abraham und dessen Frau Sara zeugen davon. Sie künden vom Glauben. Klimm ging in seiner Rede auch auf den Künstler ein, dem er eine besondere künstlerische Fähigkeit zuschreibt, die Etzold sorgfältig ausübe. Weil er neben der Arbeit im eigenen Atelier auch lange Zeit mit behinderten Menschen arbeitete, sei Hans Etzolds Kunst auch sozial eingebunden.

Etzold, 1942 in Bremen geboren, studierte nach einer Ausbildung zum Steinmetz Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. Der Künstler arbeitete unter anderem am Wiederaufbau alter Bremer Gebäude mit und beteiligte sich an Ausstellungen in Bremen, Worpswede, York, Schwäbisch Hall, München und Staatskanal in den Niederlanden. Bekannte Werke von Hans Etzold sind das Mahnmal für die jüdischen Opfer des NS-Regimes in Verden und die Kreuzigungsgruppe mit Zuschauer an der Martinskirche in Lilienthal. Darüber hinaus nahm er an Kunstwettbewerben zum Stadtzeichen in Gröpelingen und zur Spiellandschaft in der Klinik Wiesengrund in Berlin teil.

Für das musikalische Rahmenprogramm auf der Vernissage sorgten die Studentinnen Miwako Yoshioka und Judith Schneider von der Hochschule für Künste mit ihren Barock-Oboen.

Die Ausstellung ist in der Galerie Brunnenhof und in der Eingangshalle des St.-Joseph-Stifts, Schwachhauser Heerstraße 54, noch bis zum 12. Januar zu sehen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Einwilligung und Werberichtlinie

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass die von mir angegebenen Daten dazu genutzt werden, regelmäßig per E-Mail redaktionelle Inhalte des WESER-KURIER seitens der Chefredaktion zu erhalten. Die Daten werden nicht an Dritte weitergegeben. Ich kann diese Einwilligung jederzeit formlos mit Wirkung für die Zukunft widerrufen, z.B. per E-Mail an widerruf@weser-kurier.de.
Weitere Informationen nach Art. 13 finden Sie unter https://www.weser-kurier.de/datenschutz

Schließen

Das Beste mit WK+