Kippenberg-Gymnasium leidet unter eisglattem Schulhof Sturzgefahr in den Pausen

Schwachhausen. Das kalte Wetter verschärft die Unfallgefahr auf dem Pausenhof des Kippenberg-Gymnasiums. Die Schülervertretung schlägt deshalb Alarm.
10.02.2010, 15:30
Lesedauer: 2 Min
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Sturzgefahr in den Pausen
Von Andreas D. Becker

Schwachhausen. Die Schülervertretung des Kippenberg-Gymnasiums schlägt Alarm. Seit die Abrissarbeiten an der Pausenhalle begonnen haben, herrscht nach ihrer Ansicht Ausnahmezustand an der Schule. Verschärft wird die Lage durch die kalte Witterung. Denn seit es keine überdachte Aufenthaltsmöglichkeit mehr gibt, müssen die Schüler die Pausen auf dem eisglatten Schulhof verbringen.

Die Folge sind bereits etliche Stürze, denn das Streusalz ist komplett aufgebraucht. 'Der Krankenwagen musste auch schon kommen, am vergangenen Freitag sogar zweimal', erzählt Schülersprecher Jan Goebel aus dem 12. Jahrgang.

Besonders betroffen sind die Schüler der Unter- und Mittelstufe. Während sich die Oberstufe in der Cafeteria des Vietorhauses aufhalten können, müssen die jüngeren Mädchen und Jungen aus versicherungstechnischen Gründen die Klassenräume verlassen.

Strenge Vorschriften

'Wir sind verpflichtet, während der Pausen eine ständige Aufsicht zu gewährleisten. Das geht nicht, wenn die Schüler in den Klassen bleiben. Wir haben 45 Räume, und die Lehrer sind in der Zeit zu ihrem Unterricht unterwegs', begründet Schulleiter Hermann Pribbernow die Vorschriften.

Glücklich ist er darüber nicht, wie er betont: 'Wir haben im Moment die Wahl zwischen Pest und Cholera. Entweder wir schicken die Kinder auf den glatten Schulhof. Oder wir lassen sie teilweise unbeaufsichtigt in den Klassen, wo auch viel passieren kann.

Bislang keine Knochenbrüche

'Entgegen anderslautender Gerüchte habe es aber bislang keine Knochenbrüche gegeben. 'Ein Mädchen ist gestürzt und hatte eine Prellung am Oberschenkel. Da haben wir zur Sicherheit den Arzt geholt', erzählt der Schulleiter.

Ein anderes Mädchen sei auf dem Weg zur Schule hingefallen und habe sich einen Zahn ausgeschlagen. Dies habe jedoch nichts mit dem glatten Schulhof zu tun.

Aus Sicht der Schülervertretung - neben Jan Goebel gehören David Jensen, Nicolai Gonther und Jasper Seibert dazu - bringen die Bauarbeiten an der Pausenhalle auch noch andere Probleme mit sich.

Ein großer Nachteil sei die Lautstärke. 'Wer in den Klassen nahe zur Baustelle sitzt, kann dem Unterricht kaum folgen, weil es so laut ist', sagt Nicolai Gonther.

Starke Erschütterungen

Tatsächlich sind die Erschütterungen durch den Abbruch der Fundamente vor allem im Foyer körperlich zu spüren. Der Boden bebt, der Krach ist zeitweise ohrenbetäubend.

Ein Zustand, der sich in diesen Tagen allerdings bessern soll. Pribbernow: 'Das Fundament ist 25 Zentimeter stark und muss mit schwerem Gerät abgebrochen werden. Das ist natürlich sehr laut, aber die Arbeiten sollten heute oder morgen fertig sein'.

Der Bau einer neuen, größeren Pausenhalle wird zwar bis mindestens zum Sommer dauern. Diese Arbeiten sollen aber deutlich leiser über die Bühne gehen.

Bis zum Ende der Frostperiode zu warten, ist laut Pribbernow aus Zeitgründen nicht möglich. Denn nach den Richtlinien des Konjunkturpakets II müssen die geförderten Projekte bis Oktober 2010 fertig sein.

Kompromiss: Pause auf den Fluren

Eine Verbesserung hat sich immerhin im Zuge unserer Recherchen ergeben. Als Kompromiss dürfen sich die Schüler ab sofort auf den Schulfluren aufhalten. 'Dort ist zumindest eine Teilaufsicht gegeben', so Pribbernow.

Und noch eine gute Nachricht: Nach Informationen der Schulbehörde soll es bald wieder Streusalz geben.

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