Neue Brunnen für Bremen Trinkwasser für alle

Beim Anti-Kolonialdenkmal „Der Elefant“ hinter dem Bremer Bahnhof ist die erste städtische Wasserzapfstelle in Betrieb – vier weitere Standorte in Bremen sollen bis Ende Mai folgen.
03.05.2019, 16:56
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Kornelia Hattermann

Das Wasser sprudelt in schönem Bogen aus dem neuen Trinkwasserbrunnen neben dem Anti-Kolonialdenkmal (Der Elefant) im Nelson-Mandela-Park hinter dem Bahnhof. Es ist die erste von fünf Trinkwasserzapfstellen, wie es korrekt heißt, die die Stadt Bremen mit finanzieller Unterstützung von SWB und Hansewasser in diesem Jahr aufstellen will. Die Arbeiten an den vier weiteren Standorten in der Schlengstraße in Hemelingen (am Schlengplatz), am Ziegenmarkt in der Östlichen Vorstadt, in der Vegesacker Straße/Ecke Bremerhavener Straße in Walle und auf dem Sedanplatz in Vegesack hätten bereits begonnen, wie Projektleiter Benjamin Bühring vom Umweltressort erklärt.

Er sei froh, diese Trinkwasserstelle hier einweihen zu können, sagte Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne). Trinkwasser sei das wichtigste Lebensmittel, der Zugang dazu ein Nachhaltigkeitsziel der UN und die Trinkwasserstellen seien ein Teil der Klimaanpassungsstrategie der Hansestadt. Dennoch sei es eine schwere Geburt gewesen, sagte Torsten Köhne, Vorstandsmitglied der SWB. Auch Ralph Saxe (Grüne) erinnerte kurz an die drei Jahre, in denen er das Thema vorangetrieben und in denen es viele Diskussionen und Abstimmungen innerhalb dreier Behörden gegeben habe.

Lesen Sie auch

Jetzt steht die erste Wasserzapfstelle, aus der es vom Ende der Frostphase bis Oktober auf Knopfdruck sprudeln soll. „Lack“ heißt das extrem stabile Modell, „Trinkwasser“ steht vertikal auf dem oben abgeschrägten schlanken Quader aus Edelstahl, dazu die Werbeschriften SWB und Hansewasser. Der Knopf ist hinten, ein Hinweis soll ihn noch leichter auffindbar machen. Auch die Wassermenge soll noch auf einen Viertelliter reduziert werden. Zurzeit fließt ein halber Liter pro Knopfdruck.

15.000 Euro hat die Zapfstelle in Schwachhausen inklusive 15 Meter neuer Leitung gekostet, mit etwa 63.000 Euro wird als Investitionskosten für alle fünf Trinkwassersäulen gerechnet. „Das muss spezifisch günstiger werden“, meinte Torsten Köhne. SWB und Hansewasser übernehmen bis 2022 auch die Kosten für den laufenden Betrieb von voraussichtlich 12.000 Euro pro Jahr, ab 2023 trägt sie das Umweltressort. Bis dahin wünschen sich alle noch mehr Trinkwasserstellen, laut Benjamin Bühring hatte es weitere Bewerbungen aus den Stadtteilen gegeben.

„In Wien gibt es 900 öffentliche Trinkwasserbrunnen“, legte Harald Schröder von der Bahnhofsmission einen ganz anderen Maßstab an. Und Harald Barzen von der Obdachlosen-Initiative forderte die Stadt auf, die etwa 170 Euro an jährlichen Zuschüssen für Wasser und Abwasser, die die Stadt für jeden der gut 800 Obdachlosen spare, als Nebenkosten für öffentliche Trinkwasserstellen auszugeben. Mit 136.000 Euro kann man einige betreiben.

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+