Zahlreiche Gratulanten bei der ältesten Schwachhauserin

Trudel Middelkamp vollendet 103. Lebensjahr

Schwachhausen. Die Türklingel steht kaum noch still. Einige Familienangehörige und engste Freunde sind bereits da, um Trudel Middelkamp zu gratulieren. Weitere Gäste wie Ernst Kittlaus vom Ortsamt SchwachhausenVahr und Ralph Saxe, Vorsitzender des Vereins "Die Wachmannstraße", folgen. Sie alle beglückwünschen die rüstige Seniorin, die Ehrenmitglied des Wachmannstraßenvereins ist, zu ihrem 103. Geburtstag.
22.08.2011, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Liane Janz

Schwachhausen. Die Türklingel steht kaum noch still. Einige Familienangehörige und engste Freunde sind bereits da, um Trudel Middelkamp zu gratulieren. Weitere Gäste wie Ernst Kittlaus vom Ortsamt SchwachhausenVahr und Ralph Saxe, Vorsitzender des Vereins "Die Wachmannstraße", folgen. Sie alle beglückwünschen die rüstige Seniorin, die Ehrenmitglied des Wachmannstraßenvereins ist, zu ihrem 103. Geburtstag.

Die Jubilarin kam vor mehr als 30 Jahren aus dem westfälischen Bocholt nach Bremen. Nach dem Tod ihres Mannes 1973 begann sie, sich im Bürgerhaus Weserterrassen zu engagieren, dessen Trägerverein sie mitgegründet hat. An den Veranstaltungen in den Weserterrassen kann sie allerdings nicht mehr teilnehmen. "Die Treppen sind inzwischen zu einem Problem für sie geworden", sagt ihre Tochter Anneliese Mrukwa, bei der Trudel Middelkamp lebt. Sie ist das einzige Kind der Jubilarin.

Den Tag vertreibt sich die älteste Schwachhauserin mit Zeitunglesen. "Jeden Tag liest sie den Weser-Kurier, aber nicht mehr ganz von vorn bis hinten. Das schafft sie nicht mehr", sagt Anneliese Mrukwa. Außerdem schaut sie gern aus dem Fenster und beobachtet das Treiben auf der Wachmannstraße. "Sie hat einen schönen Platz in der Küche und sieht mich immer, wenn ich unten vorbeilaufe", erzählt Gratulantin Thea Marin, die Trudel Middelkamp frisiert und sie dafür regelmäßig zu Hause besucht. Neuerdings zählt die älteste Schwachhauserin auch gern Tomaten. Auf dem Balkon ihres Zimmers zieht sie einige Tomatenpflanzen. "Das haben wir dieses Jahr zum ersten Mal gemacht", berichtet Anneliese Mrukwa. Wachstum und Reife der Tomaten werden genauestens beobachtet. Auch Kochshows haben es Trudel Middelkamp angetan.

Der Höhepunkt des Jahres aber war für die Seniorin die Hochzeit ihrer ältesten Ur-Enkelin im Juni. "Darüber hat sie lange vorher gesprochen und sich wirklich darauf gefreut", erzählt Trudel Middelkamps Enkeltochter Martina Robinet. Die Familie ist der 103-Jährigen sehr wichtig. Von ihren neun Geschwistern lebt noch eine Schwester. Die 93-Jährige wohnt in Bocholt und kann die Reise nach Bremen nicht mehr auf sich nehmen. So verbrachte Trudel Middelkamp ihren Ehrentag mit ihrer Tochter, deren Sohn und Tochter sowie deren Familien. Bereits vormittags knallten die Korken. Bei Sekt, Wasser und Orangensaft saßen das Geburtstagskind und ihre Gäste zusammen und klönten gemütlich. Letzteres allerdings geht bereits etwas lauter vonstatten. Denn neben den Beinen machen auch Trudel Middelkamps Ohren nicht mehr so mit, wie sie es gern hätte.

Nach dem Plausch und einem Gläschen verabschiedeten sich die meisten Gäste - außer der Familie - schon wieder. "Das war in den vergangenen zwei Jahren auch schon so. Nur zum 100. Geburtstag war hier von morgens bis abends Tag der offenen Tür", erinnert sich Anneliese Mrukwa.

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