Ausstellung im Haus der Kassenärztlichen Vereinigung Vier Künstlerinnen zeigen Kontraste

Schwachhausen. Manche Dinge haben eben Tradition. Dazu gehören auch die Ausstellungen im Atrium der Kassenärztlichen Vereinigung in Schwachhausen. Unterschiedliche Exponate aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei und Bildgewebe präsentieren aktuell die vier freischaffenden Künstlerinnen Hille Hildebrandt, Ursula Jaeger, Christel Rasmussen und Sigrid Sander.
27.01.2010, 11:23
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Von Christina Klinghagen

Schwachhausen. Manche Dinge haben eben Tradition. Dazu gehören auch die Ausstellungen im Atrium der Kassenärztlichen Vereinigung in Schwachhausen. Unterschiedliche Exponate aus den Bereichen Malerei, Bildhauerei und Bildgewebe präsentieren aktuell die vier freischaffenden Künstlerinnen Hille Hildebrandt, Ursula Jaeger, Christel Rasmussen und Sigrid Sander.

'Mein Schwerpunkt liegt bei Farbflächenmalerei und geometrischen Formen', berichtet Christel Rasmussen aus Schwachhausen. Mit Ölfarbe auf Leinwand oder Papier hat sie Arbeiten angefertigt, die in der Ausstellung kontrastreiche Gegensätze bilden. Ihre Bilder verfügen über eine hohe Leuchtkraft und haben in der Regel keine Titel - außer bei seriellen Arbeiten wie den 'Sichtweisen'. Dynamik und Energie erzeugt die Künstlerin nicht nur durch Farben, sondern auch durch eckige Formen, die ihren Werken eine besondere Spannung verleihen. 'Früher habe ich mehr mit Acrylfarbe gearbeitet, jetzt nutze ich diese oft zu Beginn, male aber eigentlich lieber mit Ölfarbe, weil sie farbintensiver ist', verrät die 67-Jährige, die ihr Atelier im Gröpelinger Hafen hat.

Auch Hille Hildebrandt aus Lilienthal beschäftigt sich mit Farbflächen, die sie immer wieder auf neue Art und Weise zusammenbringt. Dabei experimentiert sie gerne mit der Oberflächenstruktur. 'Mir kommt es auf die Farbatmosphäre an, die dabei entsteht. Ich lasse die Farben selber sprechen', sagt die 67-Jährige, die nach ihrem Studium der Malerei und Kunstpädagogik zwölf Jahre im Bremer Schuldienst und in der Erwachsenenbildung tätig war. Ihre 'Farbfeldtafeln' lässt sie mit Acrylfarbe und Farbpigmenten auf Leinwand entstehen, wobei sie gerne seriell arbeitet. In immer wieder neuen Verbindungen tauchen große und kleine Vierecke auf. Einige der geometrischen Formen zeigen Muster auf, die Hille Hildebrandt mit einem Messer hinein geritzt hat.

Einen besonderen Stellenwert in der Ausstellung nehmen die Bildgewebe von Ursula Jaeger aus Schwachhausen ein. Sie verfügt nach eigenen Worten in ihrem Atelier über drei unterschiedlich große Webstühle, an denen sie ihre textilen Kunstwerke anfertigt. Aus farbigem Papier erstellt sie zunächst Collagen, wofür sie unterschiedliche Formen ausschneidet und diese fantasievoll zusammenfügt.

Disziplin am Webstuhl

Zur Fertigstellung eines Bildgewebes benötigt Jaeger manchmal mehrere Monate. 'Man muss schon sehr viel Disziplin haben, um am Webstuhl zu bleiben. Das ist für mich aber gar kein Problem, weil ich ja die nächsten Ergebnisse sehen will', beteuert die studierte Textildesignerin. Sie muss auch sehr sorgfältig arbeiten, denn Fehler am Webrahmen lassen sich nicht mehr ausbessern. Für die 74-Jährige ist es wichtig, dass sie 'ein Thema immer durcharbeitet', wobei bis zu fünf Ausführungen entstehen - wie etwa bei der Serie 'Magische Tücher'. Gern widmet sich Jaeger auch sakralen Themen, wie 'Der sechste Tag' beweist.

Formschöne Skulpturen aus Alabaster stellt die Bildhauerin Sigrid Sander aus Schwachhausen aus. Sie zeigt 'Durchblicke' und Varianten zum Thema 'Häuser' und 'Gute Geister', die mal in Gestalt der 'Wärme' oder als 'Träumer' den Betrachter zum Verweilen einladen. Als Symbol für pure Lebensfreude hat die 66-Jährige den 'Frohsinn Lissie' erschaffen. Das 'Haus der Erinnerungen' soll hingegen Geborgenheit ausstrahlen und an Kindheitserinnerungen anknüpfen. Einen Kontrast dazu liefert die Skulptur 'Gegenüber' aus Caramello-Stein. Sanders Arbeiten zeichnen sich durch ihre anschmiegsame Oberfläche aus, wobei die Bildhauerin darauf achtet, dass die vorgegebenen Konturen des Steins erhalten bleiben. 'Ich bin zwar schon über 60, höre aber nicht damit auf zu versuchen, den Stein zu erweichen', sagt sie lächelnd.

Die Ausstellung im Haus der Kassenärztlichen Vereinigung, Schwachhauser Heerstraße 26/28, kann bis zum 23. April jeweils Montag bis Donnerstag von 8 bis 16 Uhr sowie freitags von 8 bis 14 Uhr besichtigt werden.

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