Mittendrin im Stadtteil: Der Borgfelder Peter Scheuer führt den Verein Bremen 1860 seit 16 Jahren als Vorsitzender Vom Sportverein zum Unternehmen

Der Schwachhauser Sportverein Bremen 1860 ist nach den Mitgliederzahlen zwar nicht der größte der Stadt. Laut Peter Scheuer ist er aber der Verein, in dem die meisten Menschen tatsächlich sportlich aktiv sind. Der Vorsitzende lenkt die Geschicke des Schwachhauser Clubs seit 16 Jahren. Ob er 2012 bei den nächsten Wahlen wieder antritt, hat er zwar noch nicht endgültig entschieden. "Aber die 20 Jahre vollzumachen, kann ich mir durchaus vorstellen", sagt er.
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Von Andreas D. Becker

Der Schwachhauser Sportverein Bremen 1860 ist nach den Mitgliederzahlen zwar nicht der größte der Stadt. Laut Peter Scheuer ist er aber der Verein, in dem die meisten Menschen tatsächlich sportlich aktiv sind. Der Vorsitzende lenkt die Geschicke des Schwachhauser Clubs seit 16 Jahren. Ob er 2012 bei den nächsten Wahlen wieder antritt, hat er zwar noch nicht endgültig entschieden. "Aber die 20 Jahre vollzumachen, kann ich mir durchaus vorstellen", sagt er.

Schwachhausen. Seinen ersten Kontakt zum Verein 1860 hatte Peter Scheuer im Jahr 1983. Damals fing er als Vorbereitung für einen Winterurlaub mit Skigymnastik an. Im selben Jahr wurde er Mitglied. Seine Leidenschaft für den Skisport hat sich seit damals gehalten. Im Januar fährt er ins Voralberg, dort ist der erfahrene Abfahrtsläufer auf den Pisten unterwegs.

Aber auch im Verein treibt der 63-Jährige nach wie vor regelmäßig Sport. Dreimal wöchentlich ist er in der Halle anzutreffen, wo er sich mit Gymnastik und Prellball fit hält. "Ein weiterer Grund dafür ist, dass man nicht Vorsitzender sein kann, ohne sein Ohr im Verein zu haben und zu wissen, wo der Schuh drückt", ist Scheuer überzeugt. "Oft geht es den Mitgliedern nur um Kleinigkeiten."

In die Vorstandshierarchie ist der ehemalige Bankkaufmann über die Arbeit als Schatzmeister hineingewachsen. Bei mehr als 6000 Mitgliedern und einem Jahresetat von rund 1,8 Millionen Euro, sei die Verantwortung groß. "Da muss man mit Zahlen umgehen können", erzählt er. Wobei der Vorstand von Bremen 1860 bei der Führung des Vereins nicht auf sich alleine gestellt ist. 18 Mitarbeiter sind dort in Voll- oder Teilzeit beschäftigt - sowohl Sportlehrer als auch in der Geschäftsstelle. "Einen Experten, der einem weiterhelfen kann, findet man dort immer", sagt Scheuer. "Die Hauptamtlichen nehmen uns viel Arbeit ab, sodass der Aufwand im Vorstand überschaubar bleibt."

Verein mit eigenen Sportstätten

Während seiner Amtszeit sei aus dem Sportverein ein mittelständischer Betrieb geworden, der regelmäßig junge Leute zum Sport- und Fitnesskaufmann ausbildet und möglichst auch in eine Festanstellung übernimmt. Zur Politik des Clubs gehört seit jeher, sich eigene Sportstätten zu leisten. "Das ist Segen und Fluch zugleich. Positiv ist, dass man sein eigener Herr ist. Der Nachteil: Man muss die ganzen Kosten für den Unterhalt aufbringen."

Um die Zukunft des Vereins zu sichern und zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen, hat man stets versucht, neue Trends aufzugreifen. So unterhält 1860 ein eigenes Fitness-Studio und ein Kinderbewegungszentrum. "Damit sind wir bundesweit führend", sagt Peter Scheuer stolz. Damit verbunden sei eine "verlässliche Kinderbetreuung" während der Ferien. "Das ist für Eltern gedacht, die keinen Urlaub haben", so der Vorsitzende.

Als neues Projekt hat der Verein den Bereich Gesundheit, Prävention und Seniorensport für sich entdeckt und dafür das "Aktivita-Zentrum" eröffnet. Beteiligt ist der Club gemeinsam mit dem Amt für Soziale Dienste an der Entwicklung des Mehrgenerationenparks an der Biermannstraße, und auch die Hege und Pflege der öffentlichen Boulebahn haben die Mitarbeiter übernommen.

Für Peter Scheuer sind die beiden vergangenen Jahre positiv und mit einem teilweise deutlichen Mitgliederzuwachs verlaufen. "Bei uns treiben 7000 Leute aktiv Sport, davon eintausend im Fitness-Studio", zieht der Wahl-Borgfelder Bilanz.

Stolz ist Peter Scheuer auch darauf, dass im Verein der Spagat zwischen Breiten- und Leistungssport bestens funktioniert. Erfolgreich ist nicht nur die Rhythmische Sportgymnastik, auch Athleten aus den Disziplinen Judo, Rugby, Taekwondo und Rollkunstlaufen konnten etliche nationale und teilweise internationale Erfolge verbuchen.

Für die kommenden Jahre hat der Vorstand dem Verein ein Kostendämpfungsprogramm verordnet. Wichtigster Punkt: Energie sparen. "Wir zahlen jährlich fast 100000 Euro für Strom, Wasser und Heizung", sagt Scheuer. Die Planungen für ein eigenes Blockheizkraftwerk laufen, zurzeit holt der Vorstand Angebote ein. "Das wird eine Investition von bis zu 80000 Euro. Aber diese Summe amortisiert sich schnell", so der Vorsitzende. Er geht davon aus, dass die staatliche Förderung für den Sport immer schmaler werden wird. "Wir müssen uns für die Zukunft wappnen."

Privat steht für Peter Scheuer unter anderem die Verbesserung seines Golf-Handicaps (44) auf dem Programm. "Ich spiele erst seit zwei Jahren", erzählt der gebürtige Schleswig-Holsteiner, der seit 1970 in Bremen lebt und der Liebe wegen an der Weser geblieben ist.

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