Diskussion um Umgestaltung der Wachmannstraße Vorrang für die Fahrradfahrer?

Schwachhausen. Wer an diesem Knotenpunkt eine Weile den Verkehr beobachtet, kann den Slogan von der 'Fahrradstadt Bremen' nur unterstreichen: Im hinteren Teil der Wachmannstraße, ab Einmündung Schubertstraße, herrscht selbst an bitterkalten Tagen ein äußerst reger Radverkehr. Aber hier lauern Gefahren.
28.01.2010, 10:53
Lesedauer: 2 Min
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Vorrang für die Fahrradfahrer?
Von Detlev Scheil

Schwachhausen. Wer an diesem Knotenpunkt eine Weile den Verkehr beobachtet, kann den Slogan von der 'Fahrradstadt Bremen' nur unterstreichen: Im hinteren Teil der Wachmannstraße, ab Einmündung Schubertstraße, herrscht selbst an bitterkalten Tagen ein äußerst reger Radverkehr. Aber hier lauern Gefahren.

Die Route gilt als eine der wichtigsten Fahrradtangenten in Bremen. Allerdings ist der Einmündungsbereich Wachmann-/Schubert- und Benquestraße auch tückisch - insbesondere, weil der Radweg die Autofahrbahn und die Straßenbahnschienen kreuzt. Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) schlägt vor: Der hintere Teil der Wachmannstraße ab Schubertstraße sollte offiziell eine Fahrradstraße werden. Das würde die Gefahrenstelle Wachmannstraße/Schubertstraße entlasten, ist ADFC-Geschäftsführer Klaus-Peter Land überzeugt. 'Fahrradstraßen führen im Interesse der Verkehrssicherheit maßgeblich auch zur Verlangsamung des Kraftfahrzeugverkehrs', argumentiert Land und beruft sich auf bundesweite Erfahrungen.

'Die missliche derzeitige Situation in diesem Bereich der Wachmannstraße begründet auf jeden Fall einen Handlungsbedarf", sagt Ralph Saxe, Vorsitzender des Vereins 'Die Wachmannstraße' und Sprecher des Beirates Schwachhausen. Er wünscht sich jetzt eine intensive öffentliche Diskussion: Findet eine Fahrradstraße im hinteren Teil der Wachmannstraße breite Unterstützung oder nicht?

Umfrage gestartet

Probehalber hat der Verein 'Die Wachmannstraße' eine Umfrage unter seinen Mitgliedern gestartet. Das Zwischenergebnis: Die konstruktive Diskussion stehe momentan bei elf Stellungnahmen dafür und vier dagegen, berichtet Saxe. In den ablehnenden Meinungsäußerungen würden Verdrängungen des Autoverkehrs in die Wohnstraßen befürchtet, außerdem werde das nicht immer rücksichtsvolle Verhalten von Fahrradfahrern bemängelt. Besonders diejenigen Mitglieder, die in unmittelbarer Nähe des Gefahrenpunkts Wachmannstraße/Schubertstraße wohnen, sprechen sich laut Saxe 'wegen rasender Autos und Straßenbahnen' vehement für die Schaffung einer Fahrradstraße aus.

In der Tat sei dieser Bereich der 'ergiebigste' Standort in Schwachhausen für mobile Blitzer der Verkehrsüberwachung, weiß der Beiratssprecher. Ihm liege sehr viel daran, dass in der Diskussion um mehr Verkehrssicherheit in diesem Bereich 'auch die Belange von Fußgängern und Behinderten als schwächste Verkehrsteilnehmer vernünftig berücksichtigt werden', betont er.

Der jetzige Beidrichtungsverkehr der Fahrradfahrer auf einem relativ schmalen Weg zwischen Straßenbahngleisen und Autofahrbahn sei einst durchaus eine weitblickende Lösung gewesen, meint Saxe. Doch die Zahl der Radfahrer sei stetig gewachsen. 'Heute könnte die Fahrradstraße möglicherweise eine ebensolche Lösung sein, die helfen kann, die Sicherheitsprobleme im Bereich Schubertstraße, Benquestraße und Schwachhauser Ring zu mindern. Fahrradstraßen erhöhen offensichtlich die gegenseitige Rücksichtnahme', erklärt er.

Thema im Beirat

Der Beirat hat das Amt für Straßen und Verkehr (ASV) gebeten, eine Liste von Verbesserungsvorschlägen für den Unfallschwerpunkt Wachmannstraße/Schubertstraße zu prüfen. Die ASV-Stellungnahme ist für Februar angekündigt. Mit ihr und mit der Möglichkeit, eine Fahrradstraße im hinteren Bereich der Wachmannstraße einzurichten, will sich der Beirat auf seiner übernächsten Sitzung am 25. Februar beschäftigen. Ralph Saxe: 'Es wäre schön, wenn sich bis dahin zahlreiche Bürger zu Wort melden würden.'

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