2. Tennis-Bundesliga Herren

Wenn Tennis zum Pokerspiel wird

Wiederaufsteiger Bremer TC startet am Sonntag in die neue Saison der 2. Tennis-Bundesliga – und hält sich wie Gastgeber Berlin in puncto Aufstellung noch etwas bedeckt.
12.07.2018, 18:30
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Wenn Tennis zum Pokerspiel wird
Von Frank Büter
Wenn Tennis zum Pokerspiel wird

Auch der Niederländer Yannick Ebbinghaus gehört zu den Akteuren, die die Reise nach Berlin antreten werden.

Frank Koch

Bremen. Die lange Phase der Vorplanung ist vorbei, jetzt wird es ernst. Am Sonntag bestreitet Aufsteiger Bremer TC sein erstes Match in der 2. Tennis-Bundesliga der Herren. Ab 11 Uhr gastieren die BTC-Rubies beim Vorjahresfünften Rot-Weiß Berlin, der vom früheren ATP-Profi und Daviscup-Spieler Markus Zoecke gemanagt wird. BTC-Trainer Axel Finnberg, ehemals selbst acht Jahre als Profi auf der Tour unterwegs, freut sich auf das Aufeinandertreffen. "Markus ist ein alter Buddy von mir – wir haben uns früher sogar zwischenzeitlich eine Wohnung geteilt", erzählt der 47-Jährige.

In den Tagen vor dem Auftaktmatch hielt sich der Kontakt zwischen Zoecke und Finnberg allerdings in Grenzen. Der Grund dafür ist ganz einfach: Niemand will sich hinsichtlich der Aufstellung in die Karten schauen lassen. Natürlich sind die Meldelisten der einzelnen Teams bekannt und auch öffentlich einsehbar, doch welche Akteure die Klubs konkret gegen den jeweiligen Gegner aufbieten, das soll möglichst lange geheim bleiben.

Die Aufstellung von Spieltag zu Spieltag, sie ist ein Puzzle mit vielen Teilen und ein bisschen auch ein Pokerspiel. Sechs Einzel und drei Doppel sind jeweils zu absolvieren und somit neun Punkte zu vergeben. Doch wer bestreitet welches Einzel? Und wie werden die Doppel aufgestellt? Der jeweilige Kader hängt dabei von diversen Faktoren ab, in erster Linie aber vom Etat und von den vereinbarten Honoraren für die Spieler. Und auch davon, ob Akteure womöglich parallel noch in einem Future- oder Challenger-Turnier im Einsatz sind und dadurch – je nach Erfolg – kurzfristig ausfallen könnten.

"Nominell weiß man, was der Gegner aufbieten könnte", sagt Axel Finnberg. Spannend sei dabei die Frage, wie man die Leistungsstärke des Kontrahenten einschätzt. Oder andersherum gefragt: Wird der Bremer TC als Neuling in der Liga ernst genommen? Wird man gegen die BTC-Rubies die bestmögliche Formation aufbieten? Oder soll halbe Kraft reichen, um den erhofften Sieg einzufahren?

Auch Axel Finnberg musste bei der Zusammenstellung seiner Formationen für die acht Spieltage ein wenig pokern. Elf Akteure stehen ihm insgesamt zur Auswahl, angeführt von der Nummer eins, dem 23-jährigen Spanier Mario Vilella Martinez, der in der Weltrangliste aktuell auf Position 280 geführt wird. Unter den elf Akteuren sind derweil auch drei Nicht-EU-Ausländer, von denen jeweils nur einer mitwirken darf. Beim Auftakt in Berlin, verrät Finnberg, wird der Agentinier Juan Ignacio Galarza dabei sein. Und auch der Einsatz der vier Niederländer ist fix: Colin van Beem, Lennert van der Linden, Nick van der Meer und Yannick Ebbinghaus treffen an diesem Freitag in Bremen ein und werden nach einem gemeinsamen Training am Sonnabend mit dem BTC-Tross gen Berlin reisen.

"Wir sind gut und ausgeglichen besetzt", sagt Finnberg, der vorsorglich sogar einen zweiten Ersatzmann eingeplant und damit insgesamt acht Akteure zur Verfügung hat. Nach dem unglücklichen Abstieg im Sommer 2016, wo sogar drei Siege am Ende nicht zum Ligaverbleib gereicht hatten, will sich der BTC in seinem insgesamt nun vierten Zweitligajahr wieder dauerhaft in der Nord-Staffel etablieren. Die Rot-Weißen aus Berlin zählt Finndorf dabei ebenso wie den ersten Heimspielgegner Suchsdorfer SV aus Kiel (Freitag, 20. Juli, 13 Uhr Biermannstraße) und auch Bielefeld zu den Kontrahenten, gegen die Punkte im Kampf um den Klassenerhalt möglich sind.

Vorausgesetzt, Berlin bietet eben nicht alles auf was Rang und Namen hat. Und hier beginnt wieder die Geheimhaltungsstufe. Als Topmann könnte Markus Zoecke den Russen Alexey Vatutin (ATP-Nr. 136) aufs Feld schicken. Und/oder den Franzosen David Guez (288). Beide Spitzenspieler sind aktuell nicht mehr bei einem Turnier im Einsatz.

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