Zwei Frauen setzen Bewegungen aus Rhythmischer Sportgymnastik künstlerisch um Wie das Turnen neue Sichtweisen eröffnet

Schwachhausen. Bei der 38. Landesmeisterschaft Rhythmische Sportgymnastik saßen zwei Künstlerinnen in der ersten Reihe: Monika Klinkenberg und Gisela Lüter wollen ihre Skizzen und Fotos weiter künstlerisch bearbeiten.
17.03.2010, 11:56
Lesedauer: 3 Min
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Von Katharina Ludewig

Schwachhausen. Von der Tribüne der Halle für Rhythmische Sportgymnastik (RSG) an der Uni Bremen aus konnten die Besucher jetzt die 38. Bremer RSG-Landesmeisterschaft verfolgen. Zwei Künstlerinnen taten dies auf besondere Art: Monika Klinkenberg und Gisela Lüter fingen die Bewegungen der Gymnastinnen in Skizzen und Fotografien ein, um sie später künstlerisch weiterzubearbeiten.

Die Ergebnisse der beiden Künstlerinnen werden bei den RSG-Europameisterschaften von 15. bis 18. April in der Bremen Arena ausgestellt.

'Beim Zeichnen der Gymnastikpositionen ist das Schöne, dass die Körper in Bewegung sind', sagt Monika Klinkenberg (59) aus Schwachhausen. Sie sitzt gemeinsam mit Gisela Lüter, ebenfalls aus Schwachhausen, bei der RSG-Landesmeisterschaft auf der Besuchertribüne.

Chrakteristisches einfangen

Die Musik setzt ein, und eine junge Turnerin bringt sich mitsamt ihrem Reifen in Position für ihre Übung. Schnell greift Monika Klinkenberg zum Bleistift: 'Die Herausforderung ist, das Charakteristische der Modelle einzufangen', erklärt sie und zeichnet sehr aufmerksam und konzentriert die Anfangsposition aufs Papier .

Nach den 90 Sekunden, die eine Übung dauert, zeigt sie auf ihre schemenhaften Skizzen, die aus nicht mehr als ein paar Strichen und den Namen der Gymnastinnen bestehen. Erst hinterher überlege sie, was sie daraus mache - zum Beispiel Gemälde, Zeichnungen oder Collagen.

Etwas sichtbar machen

Monika Klinkenberg ist seit August 2007 freischaffend als bildende Künstlerin und Kunstpädagogin tätig. 'Ich möchte etwas sichtbar machen', sagt Monika Klinkenberg.

Dann erklärt sie weiter, dass genau die Dinge, die man mit bloßer Beobachtung nicht sehen könne, in ihren Kunstwerken in Erscheinung träten. In dem Schaffensprozess geht die ehemalige Kampfrichterin für RSG vorwiegend analytisch vor: Sie versucht vor allem, immer wiederkehrende Muster zu erkennen.

Welche Farbe hat eine Übung?

So hat sie sich bei vergangenen RSG-Meisterschaften etwa gefragt: 'Welche Formen haben die Wege der Gymnastinnen auf der Fläche, und welche Farbe hat eine Übung?'. Daraus entwickelte sie ihre sehenswerte Reihe 'Raumwege'.

Gisela Lüter dagegen geht es mehr um das Fühlen und Verstehen. Die ehemalige Kunstlehrerin und Maltherapeutin, eine gebürtige Leipzigerin, ist seit 1980 freischaffende Künstlerin und Mal- und Zeichendozentin.

'In den vergangenen 20 Jahren habe ich mich wiederkehrend mit dem Thema "Menschen in Bewegung" auseinandergesetzt', erklärt sie.

Sportgymnastik habe sie vor Ort noch nie beobachtet, allerdings reize sie, Bewegung im Raum im Zusammenspiel mit Farbe und menschlichem Ausdruck spontan, schnell und kleinformatig zu skizzieren.

Idee im Kulturkataster geboren

'In einer solchen Situation ist Voraussetzung, dass man sehr genau und gut zeichnen kann', sagt Gabriele Lüter. Wie die Bilder dann am Ende aussehen? '

Da bin ich selbst gespannt, auch darauf, ob meine Hand dann im Atelier präsentierbare Bilder umsetzen wird', antwortet die Künstlerin. Entscheidend seien der Eindruck und die Vision, die vor Ort entstünden.

Den Anstoß zum Besuch der Landesmeisterschaft habe sie von Monika Klinkenberg während eines Gesprächs im 'Kulturkataster Schwachhausen', dem offenen Forum für Kunst- und Kulturschaffende im Stadtteil, bekommen.

Mit Kunst unter Menschen gehen

'Das war schon witzig, als wir uns da unterhielten', sagt Gisela Lüter und lacht ihrer Kollegin zu. Jenseits der unterschiedlichen Herangehensweise stimmen beide überein, dass man mit Kunst unter Menschen gehen müsse.

'Ich mag, wenn Leute zum Beispiel Kaffee trinken und dabei meine Bilder sehen', sagt Gisela Lüter. Diesem Prinzip folgen die beiden auch bei ihrer bevorstehenden Ausstellung im AWD-Dome.

Mehr Informationen zu Monika Klinkenberg gibt es im Internet unter www.weigel-bremen.de oder unter der Rufnummer 216824. Gisela Lüter ist unter Telefon 342329 zu erreichen.

Die Ausstellung der beiden Künstlerinnen findet im Rahmen der RSG-Europameisterschaften vom 15. bis 18. April in der Bremen Arena statt. Alle Werke werden verkäuflich sein.

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