Teilnehmerinnen eines Kurses in der Arche stellen ihre Bilder aus Wie fünf malende Frauen ihre Kreativität umsetzen

Schwachhausen. Im Malkursus von Brigitte Ewald können die Teilnehmerinnen alles malen, was ihnen in den Sinn kommt. Seit 30 Jahren unterstützt die Künstlerin schon andere Menschen in ihrer kreativen Entwicklung. Im Treffpunkt Arche in der Schwachhauser Heerstraße zeigen fünf Frauen aus ihren Kursen jetzt ihre Arbeiten.
26.01.2012, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Sandy Bradtke

Schwachhausen. Im Malkursus von Brigitte Ewald können die Teilnehmerinnen alles malen, was ihnen in den Sinn kommt. Seit 30 Jahren unterstützt die Künstlerin schon andere Menschen in ihrer kreativen Entwicklung. Im Treffpunkt Arche in der Schwachhauser Heerstraße zeigen fünf Frauen aus ihren Kursen jetzt ihre Arbeiten.

Ein kleines Mädchen hält eine weiße Taube in den Händen. Durch ihre Körperhaltung wirkt sie in sich gekehrt. Diese Szene hat Helga Rosebrock vor fünf Jahren gemalt. Es war ihr erstes Bild, das sie in dem Malkurs von Brigitte Ewald angefertigt hat - und gehört heute zu ihren Lieblingsbildern. "Ich erkenne mich als Kind und später auch noch als Erwachsene in dem Mädchen", sagt Rosebrock. Seit acht Jahren lebt sie mit ihrem jetzigen Lebenspartner zusammen. Durch ihn hat die 68-Jährige die Möglichkeit, viel zu reisen. Dadurch sei sie regelrecht aufgeblüht, gesteht sie. "Mein Partner war früher als Kaufmann tätig und hielt sich besonders viel in Südamerika auf", erzählt Rosebrock. "Jetzt möchte er mir noch ein bisschen mehr von der Welt zeigen."

Deshalb machte sie ihrem Lebensgefährten zu dessen 80. Geburtstag ein ganz besonderes Geschenk: Sie malte Bilder für ihn, die ihn an die Zeit in Südamerika erinnern sollten. Eines dieser Werke zeigt eine Weltkugel, auf der nur ein einziger Kontinent in kräftigen Farben zu sehen ist: Südamerika.

Das Malen sei für sie eine schöne Art, ihre Kreativität auszuleben, sagt die Hobbykünstlerin. Und die Motive ihrer Bilder haben immer etwas mit ihrem Leben zu tun. "Indem ich male, erlebe ich alles noch einmal", erklärt Helga Rosebrock. Kunst spielte schon zu ihren Berufszeiten eine besondere Rolle. Helga Rosebrock hat als Erzieherin gearbeitet. "Ich habe immer versucht, die Kreativität der Kinder anzuregen und nicht zu sehr in ihr Schaffen einzugreifen", betont sie.

Einen ähnlichen Anspruch an ihre Arbeit hat Brigitte Ewald. Den maximal sechs Teilnehmern pro Gruppe gibt sie kein Thema vor. Sie sollen malen, worauf sie Lust haben. Sie mache lediglich Vorschläge, woraus sich schnell eigene Ideen entwickeln würden, sagt Brigitte Ewald. Ihrer Meinung nach, steckt in jedem Menschen ein Künstler: "Die Kreativität ist in jedem Menschen angelegt, im Laufe der Zeit verlieren manche Menschen diese jedoch." Ihre Aufgabe sei es daher, "diese Fähigkeiten wieder auszubuddeln".

"Unsere Ideen sind sehr unterschiedlich, aber wir inspirieren uns auch gegenseitig", erzählt Claudia Skjefstad. Ihre Bilder zeigen orientalische Paläste, einen Blumenstrauß oder Wasserlandschaften. Auf einem Kunstwerk ist eine Großstadt zu sehen. Die Hochhäuser wurden mit Linien und Grautönen nur angedeutet. Inmitten dieser freudlosen Gegend fährt dem Betrachter ein quietschgelbes Taxi entgegen.

"Mir gefällt, dass wir uns auch gegenseitig helfen", sagt Pamela Könecke. Und Elsa Becker ergänzt: "Vor allem die Rückmeldungen während des Malens helfen sehr." Von diesen Malerinnen sind vor allem Landschaftsbilder in der Ausstellung zu sehen. Nachdem Rose Rolle Tiere wie Wale, die im Wasser gerade zum Meeresgrund tauchen, oder einen Tukan, dessen Lebensraum die tropischen Regionen von Mittel- und Südamerika sind, gemalt hat, wendet sie sich nun auch anderen Stilrichtungen zu. In einer Reihe ihrer Bilder tauchen immer wieder die Silhouetten von Frauen auf.

Die Werke sind in Blau- und Rottönen gehalten, auf einem dominieren auch die Farben Rot und Blau. "Wenn man Kunst macht, dann ergibt es sich im Laufe der Zeit einfach, dass man auch mal etwas abstraktes macht", findet Rolle.

Mehr als zehn Jahre hat sich Rose Rolle jetzt schon ganz der Kunst verschrieben. Früher hat sie als Bibliotheksangestellte gearbeitet. Sie hat sie nach eigenen Worten in der Graphothek der Bremer Stadtbibliothek, die Kunst zum Ausleihen anbietet, "viele schöne Jahre verbracht".

Die Bilderausstellung der Kursteilnehmerinnen von Brigitte Ewald kann bis Ende Februar dienstags von 15 bis 17 Uhr im großen Archesaal in der Schwachhauser Heerstraße 179 oder nach Absprache besucht werden. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter Telefon 430 95 50.

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