Rolf Dubiel seit 40 Jahren bei der Feuerwehr

Ein Leben für den Brandschutz

„Im Alter von fast 60 Jahren merke ich, was für ein Knochenjob das ist“, sagt Rolf Dubiel. Er ist aktiver Feuerwehrmann - seit 40 Jahren - und het einiges erlebt.
10.05.2021, 05:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Jörn Hildebrandt
Ein Leben für den Brandschutz

Rolf Dubiel vor der Feuerwache in Seehausen. Seit 40 Jahren ist er für die Brandschützer aktiv.

Roland Scheitz

„Mein Steckenpferd bei der Freiwilligen Feuerwehr Seehausen ist die Ausbildung der Wettkampfgruppe“, sagt Rolf Dubiel. „Dabei kommt es vor allem auf Schnelligkeit an: zum Beispiel die Wasserversorgung aufbauen und Rohre ineinander montieren, bis alles bereit zum Löschen ist – das Ganze wird mehrere Wochen geübt, bis unter allen Freiwilligen Feuerwehren der Stadtgemeinde Bremen ein Wettkampf stattfindet.“

Der heute 59-jährige Rolf Dubiel begann schon als 19-Jähriger seinen Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr Seehausen und ist heute Hauptbrandmeister. „Bereits mein Vater war dabei, von daher brachte ich schon einige Vorkenntnisse mit“, sagt Rolf Dubiel, der als Kaufmännischer Leiter in Bremen-Blumenthal arbeitet.

Einsatzbereit nach einer Woche Ausbildung

Nach einer Grundausbildung bei der Berufsfeuerwehr, die eine Woche dauerte, war er bereit für erste Einsätze. „Vor 40 Jahren setzte sich die Mannschaft allerdings noch aus ganz anderen Leuten zusammen als heute“, sagt Rolf Dubiel. „Viele haben noch den Krieg miterlebt.“ Und auch das gesellige Leben sei in seinen Anfangsjahren ausgeprägter gewesen“, sagt er. „Bei Osterfeuer, gemeinsamem Grillen oder Weihnachtsfeiern gehen die jungen Leute heute meist schon früh nach Hause.“ Die Zahl der Einsatzkräfte habe sich von anfangs 25 auf derzeit 32 Mitglieder in Rolf Dubiels 40 Jahren Feuerwehr nur unwesentlich verändert. Geblieben seien die Kameradschaft und die Disziplin, sagt Dubiel. Verändert habe sich vor allem die technische Ausstattung: „Früher riefen uns Sirenen zum Einsatz, heute läuft alles über eine App auf dem Smartphone.“

„Nachwuchssorgen gibt es bei uns keine“, sagt Rolf Dubiel, denn in der Jugendfeuerwehr wird den jungen Leuten viel geboten: Es geht dabei um mehr als nur ums Feuerlöschen, man fährt auch gemeinsam auf Zeltlager, bastelt gemeinsam etwas oder nimmt an Wettbewerben teil.
Retten, Bergen, Schützen und natürlich Löschen sind die Hauptaufgaben auch der Freiwilligen Feuerwehr Seehausen, die eng mit den Kräften der Berufsfeuerwehr kooperiert. „So gab es in den 1990er-Jahren eine ganze Brandserie bei Baumwolle im Hafengebiet“, erinnert sich Rolf Dubiel. „Und ohne die Freiwillige Feuerwehr hätte es die Berufsfeuerwehr nicht geschafft.“

Eine Wehr mit eigenem Wasserfahrzeug

Bei den Einsätzen spielen auch die Ersthelfer eine wichtige Rolle, die bei einem Notfall in der Regel noch vor den Rettungswagen vor Ort sind: „Sie können Betroffene beruhigen, Verletzte in stabile Seitenlage bringen oder eine Wiederbelebung durchführen“, sagt der Feuerwehrmann. Bedingt durch die Nähe von Weser und Ochtum muss die Freiwillige Feuerwehr Seehausen ab und zu auch technische Hilfe leisten, wie nach dem Kentern von Booten, und verfügt dazu über ein eigenes Wasserfahrzeug.

Nach 40 Jahren Dienst schätzt Rolf Dubiel bei der Freiwilligen Feuerwehr Seehausen vor allem, dass er anderen Menschen helfen kann, aber auch, dass junge Leute hier lernen, sich diszipliniert zu verhalten: „Was angesagt wird, muss auch umgesetzt werden, anders funktioniert der Einsatz nicht“, sagt er. „Und was mir bei der Feuerwehr auch gut gefällt, ist die besondere Form von Kameradschaft: So muss zum Beispiel ein 15-Jähriger mit einem 60-Jährigen beim Einsatz zusammenarbeiten“, sagt er.

Eine gewisse Gefahr ist immer im Spiel

Wirklich lebensgefährlich wurde es in den 40 Jahren für ihn nicht, so Dubiel. Aber eine gewisse Gefahr sei immer im Spiel – und dazu komme die Hektik, die bei jedem Einsatz auch dabei ist. Stressig ist es natürlich auch, manchmal nachts raus zu müssen. „Was allerdings nicht bedeutet, dass man als Feuerwehrmann nie feiern kann – in diesem Fall meldet man sich übers Handy als nicht einsatzbereit“, sagt Dubiel.

Auch wer bei der Freiwilligen Feuerwehr das Rentenalter erreicht hat, muss noch lange nicht ausscheiden: „Bis zum Alter von 67 Jahren kann man in der Reserve- und Unterstützungseinheit tätig sein, und anschließend gibt es die Alters- und Ehrenabteilung“, sagt der Jubilar. „Doch im Alter von fast 60 Jahren merke ich, was für ein Knochenjob das ist, zum Beispiel, wenn man die schweren Schläuche schleppen muss.“ Dennoch will er bis weiterhin dabei bleiben. Und da er auch Fußballtrainer beim TSV Hasenbüren ist und mit viel Laufarbeit seine gute Kondition aufrecht erhält, fühlt er sich auch nach 40 Jahren noch fit genug für den Dienst bei der Freiwilligen Feuerwehr Seehausen.

Info

Zur Sache

Einsatz zwischen Weser und Ochtum

Wie alle Freiwilligen Feuerwehren der Stadtgemeinde Bremen ist auch die Seehausener dem Leiter der Feuerwehr Bremen unterstellt. Die Verwaltung und Unterhaltung des Gerätehauses und der Fahrzeuge sowie Bekleidung und Ausrüstung obliegen der Berufsfeuerwehr. Das Einsatzgebiet wird von der Weser und der Ochtum als Landesgrenze zu Niedersachsen umschlossen und grenzt an den Ortsteil Strom. Er umfasst das Güterverkehrszentrum, den Neustädter Hafen und Teile von Woltmershausen. In diesem Ausrückbezirk finden sich neben Wohnbebauung auch Gewerbe- und Industriegebiete, Wald- und ländliche Bereiche sowie die Weser als Schifffahrtsstraße.

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