Richtfest für Kita-Anbau

Der Kita-Rohbau steht

Drei Millionen Euro investiert die Bremische Evangelische Kirche in die Erweiterung und Sanierung der vorhandenen Anlage. Bis Sommer nächsten Jahres soll alles fertig sein.
18.10.2019, 15:13
Lesedauer: 3 Min
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Von Silja Weißer
Der Kita-Rohbau steht

Es geht voran mit dem Anbau der Kita der Heilig-Geist-Kirche: Am Freitag konnte nach dreimonatiger Bauzeit das Richtfest gefeiert werden. Drei Millionen Euro investiert die Bremische Evangelische Kirche in die Erweiterung und Sanierung der vorhandenen Anlage.

PETRA STUBBE

Der Rohbau steht. Der Kranz hängt. Drei Monate nach Baubeginn ist die erste Etappe für den Anbau des Kindertagesheims Heilig-Geist-Kirche genommen, das Projekt aber noch lange nicht abgeschlossen. Aufgrund von Problemen mit Materialbelieferungen verzögert sich die Fertigstellung bis voraussichtlich Sommer nächsten Jahres. Doch Silvia Zastrow freut sich auf das, was kommt. Sie hat die Leitung der Einrichtung an der August-Bebel-Allee inne sowie für die von zwei weiteren der Evangelischen Kirchengemeinde Neue Vahr. Mit dem neuen Gebäude kommt vor allem eines: Mehr Platz.

Drei Millionen Euro investiert die Bremische Evangelische Kirche in die Erweiterung und Sanierung der vorhandenen Anlage. Sieben Gruppen mit insgesamt 138 Kindern werden hier von 7 bis 16 Uhr betreut. Bislang standen den einzelnen Gruppen rund 30 Quadratmeter zur Verfügung, einer sogar nur 25. „Das war schon alles sehr alt und beengt“, berichtet Zastrow. Nach Abriss der drei Gemeindehäuser auf dem Areal kommen nun 450 Quadratmeter Fläche für den Kindergarten hinzu.

Während Gruppengröße und -anzahl konstant bleiben, bieten in dem neuen, L-förmigen Gebäudekomplex in zweigeschossiger Bauweise nun Räume mit 60 Quadratmeter Platz zum Spielen und Fördern. Außerdem stehen sieben 50 Quadratmeter große Gruppenräume zur Verfügung. Drei weitere werden als Differenzierungsräume genutzt, unter anderem für die 26 Kinder mit Förderbedarf der Einrichtung. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf einem eigens eingerichteten Sprachraum. Kommunikation und Sprache seien ein Schwerpunkt des Kindergartens, betont Zastrow. Sie versteht Sprache nicht nur als Schlüssel zur Bildung, sondern auch als wichtiges Mittel, um Konflikte zu lösen. Auch einen Beratungsraum wird es künftig geben. Anke Tränapp ergänzt fortan das Team und berät Eltern zu Erziehungsfragen und Förderung, übernimmt Familienberatung und fungiert zudem als Netzwork-Koordinatorin der Stadtteile.

Eigene Wünsche in den Neubau eingebracht

Die eigenen Wünsche und Vorstellungen seien mit in den Neubau eingebracht worden, bestätigt Zastrow. In engem Austausch mit dem ausführenden Bremer Architektenbüro Püffel wurde der Schallschutz optimiert und viel Wert auf hochwertige Materialien und Farben gelegt. „Viele Kinder kommen aus weniger wohlhabenden Verhältnissen. Wir möchten ihnen hier eine komfortable Umgebung schaffen“, formuliert die Kindergartenleiterin die Intention dahinter und ergänzt: „Wir wollten außerdem Dinge in den Räumen haben, die sich gut anfassen und gut riechen lassen.“

Viel Fensterfläche sorgt nicht nur für viel Licht, sondern auch für Transparenz im Innenraum. Vom Flur aus können die Kinder das Geschehen in den Gruppenräumen miterleben. Dreh- und Angelpunkt wird in dem Neubau eine große zweigeschossige Eingangshalle sein, sagt Architektin Nina Giese, die zusammen mit Frank Püffel den Bau konzipiert hat.

Auch das Außengelände wird nach Abschluss der Arbeiten am Bau in Angriff genommen. Die Längsseite des Neubaus weist nach Westen und öffnet sich nach Osten zu einer etwa 2000-Quadratmeter großen Fläche. Derzeit dient eine kleine Ecke hinter der Baustelle notdürftig als Spielplatz. Während der Umbauphase wird den 35 Mitarbeitern, darunter Fachkräfte, Springkräfte und Assistenzen, großes Improvisationstalent abverlangt. Vier von sieben Gruppen wurden ausgelagert, zwei in Containern auf dem Grundstück, zwei im Gemeindezentrum in der Christuskirche.

Turmabriss sorgte für Verzögerungen

Besonders dramatisch sei es gewesen, als der Turm der benachbarten Christuskirche abgerissen wurde, erzählt Zastrow. Nicht nur, dass der Abriss den Baubeginn der Kita verzögert hat, da der komplette Kirchhof aus Sicherheitsgründen gesperrt und die Baustellenzufahrt blockiert war. Während der Arbeiten mussten auch die drei verbleibenden Gruppen ein neues Zuhause finden – eineinhalb Gruppen in Räumen der Dreifaltigkeitskirche, eine Gruppe fand Asyl bei der Christuskirche und eine halbe im Gemeindezentrum der Heilig-Geist-Kirche. „Auch die Eltern mit neuen Bring- und Abholwegen, mussten sich auf diese Änderungen einlassen“, erzählt Zastrow und dankt für das ausnahmslose Verständnis aller Betroffenen.

Sobald die Arbeiten am Neubau abgeschlossen sind, wird Mitte nächsten Jahres der Startschuss für die Sanierung des Altbaus fallen. Hier bleibt der Grundriss bestehen, plant Giese. Dafür werden Sanitärbereiche erneuert und sämtliche Oberflächen ausgetauscht. Das heißt neue Böden, eine Akkustikdecke und ein frischer Anstrich geben dem alten Kindergarten ein neues Gesicht.

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