Historischer Rückblick

Diese drei Ereignisse prägten die 60er-Jahre in Bremen

Die Jahre von 1960 bis 1970 sind in Bremen eine besondere Zeit gewesen. Wir erinnern an drei Ereignisse in der Stadt, die in Erinnerung geblieben sind und die Hansestadt bis heute prägen.
14.07.2018, 14:19
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Diese drei Ereignisse prägten die 60er-Jahre in Bremen
Von Sarah Haferkamp

Der Bau der Neuen Vahr

1957 legte Bürgermeister Wilhelm Kaisen den Grundstein für die seinerzeit größte deutsche Wohnsiedlung: die Neue Vahr. Mehr als 10 000 Wohnungen entstanden in Rekordzeit im Osten der Stadt. Die Anforderungen an den notwendigen Nachkriegsstädtebau waren hoch: Flächensparende Baukonzepte und eine hohe Wohndichte sowie eine gute Infrastruktur. Bereits im August 1961 fanden viele Bremer in der Neuen Vahr eine neue Bleibe und ihren Lebensmittelpunkt. Die Architektur in der Vahr ist funktional und schlicht. Bis auf eine Ausnahme: dem Aalto-Hochhaus. Entworfen vom finnischen Architekten Alvar Aalto war es eine Zeit lang das größte Wohnhochhaus in Deutschland und gehört in Bremen zu den wichtigsten Bauten der Nachkriegszeit.

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Die Flutkatastrophe

1962 tobte ein Orkan über Norddeutschland − und löste die größte Flutkatastrophe seit 137 Jahren aus. Vor allem in Hamburg richtete der Sturm schwere Schäden an. 315 Menschen starben in der Elbestadt. Doch auch Bremen war nicht ausreichend auf die Naturgewalt vorbereitet. Insbesondere in den nicht von Deichen geschützten Gebieten kam es zu schweren Schäden. In Blumenthal und Vegesack wurden die Bahnhöfe überflutet. Auch bei der Bremer Wollkämmerei und am Kraftwerk entstanden schwere Schäden. Sieben Menschen, die ihre Häuser nicht verlassen wollten, kamen in Bremen ums Leben. Infolge der Flut wurde in Bremen das Wohnen in den Überschwemmungsgebieten verboten.

Die Straßenbahnunruhen

1968 besetzten im Januar Bremer Schüler die Schienen der Straßenbahn. Der Anlass waren Fahrpreiserhöhungen. Die Bremer Straßenbahn AG und der Senat hatten den Preis für den Einzelfahrschein von 60 auf 70 Pfennig erhöht. Der Preis für Sammelkarten für Schüler, Studenten und Lehrlinge stieg um sieben Pfennig − von 33 auf 40 Pfennig. Eine Erhöhung, die die Jugendlichen zu Tausenden auf die Barrikaden brachte. Die Demonstrationen eskalierten, es kam zu schweren gewalttätigen Auseinandersetzungen mit der Polizei in der Innenstadt, die als Straßenbahnunruhen in die bremische Geschichte eingingen. Dabei, darüber sind sich Historiker einig, spielte bei den Jugendlichen auch der Wunsch nach mehr Selbstbestimmung eine Rolle. Keiner der Demonstranten ahnte, dass diese Proteste einmal als Teil der 68er-Bewegung gewertet werden sollten, die die bundesdeutsche Nachkriegsgesellschaft nachhaltig verändert hat.

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