Illegal entsorgt Stinkendes Wasser und Abfallreste

Anwohnerin beschwert sich über Müll am kleinen See in der Gartenstadt Vahr – Deichverband will aufräumen
25.01.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Jörn Hildebrandt

„Das Wasser stinkt, und ich habe zwei große, weiße Fische tot an der Wasseroberfläche schwimmen sehen. Der ganze See einschließlich seiner Ufer ist voller Müll“, beschwert sich eine Anwohnerin in der Gartenstadt Vahr. Gemeint ist der kleine, lang gestreckte See zwischen Kurfürstenallee und Eislebener Straße, der am Rande eines schmalen Parks liegt. Sie habe während des Sommers selber dort viel Müll eingesammelt, doch bald sei es ihr zu viel geworden, erklärt die Anwohnerin. Deshalb habe sie sich an die Bremer Stadtreinigung und den Umweltbetrieb Bremen gewandt, die jedoch darauf verwiesen hätten, dass für die Beseitigung des Mülls an Seen, Flüssen, Deichen und Kanälen der Bremische Deichverband zuständig sei.

„Es fällt insgesamt immer mehr Müll an, und besonders seit der Corona-Zeit wird noch mehr Müll abgelagert“, sagt Rolf Dülge, technischer Leiter beim Bremischen Deichverband am rechten Weserufer. Die Gründe liegen vor allem darin, dass viele Leute während der Pandemie zu Dingen kommen, für die sonst keine Zeit da war: Keller wurden entrümpelt, Schränke ausgemistet oder Haus und Garten renoviert, und es wurde auch mehr zuhause gekocht oder der Abhol- und Lieferservice für Speisen und Getränke in Anspruch genommen – was vor allem die Menge an Verpackungsmüll enorm vergrößert hat. Von deutlich mehr illegal entsorgtem Müll weiß zum Beispiel auch Birgit Olbrich vom BUND Bremen zu berichten: „In Naturschutzgebieten wie dem Werderland hat in 2020 die Ablagerung von Haus-, Sonder- und Sperrmüll stark zugenommen.“ Die Verbraucherzentrale Bremen schätzt die bundesweiten jährlichen Kosten für das illegale Entsorgen von Abfällen an Straßen oder öffentlichen Plätzen, das sogenannte „littering“, auf rund 700 Millionen Euro und rät, vor allem auf Mehrweg zu setzen und möglichst frische, unverpackte Lebensmittel zu kaufen.

Der Bremische Deichverband am rechten Weserufer verspricht jedenfalls, sich um das Müllproblem am See in der Gartenstadt Vahr zu kümmern. Die Abfälle werden dort nach Bedarf regelmäßig beseitigt, doch derzeit komme der Deichverband angesichts des vielen Mülls kaum noch hinterher, sagt Rolf Dülge. Peter Hinzmann, der beim Bremischen Deichverband am rechten Weserufer für die Gewässerunterhaltung zuständig ist, will jedoch in Kürze wieder für mehr Sauberkeit am kleinen See sorgen und verspricht: „Wir werden einen Vorarbeiter zu dem See in der Gartenstadt Vahr schicken und den Müll beseitigen.“

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