Beirat Vahr tagt Sorge um die Kinder

Schul- und Kitaleitungen in der Vahr befürchten negative Auswirkungen auf die Bildungsgerechtigkeit durch die Corona-Epidemie.
18.02.2021, 05:00
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Sorge um die Kinder
Von Christian Hasemann

Ganz im Zeichen der Corona-Epidemie hat die jüngste Sitzung des Beirats Vahr gestanden. Die Schul- und Kitaleitungen des Stadtteils befürchten, dass sich die Corona-Epidemie negativ auf die Bildungschancen besonders der jüngeren Kinder auswirken wird.

Der Beirat hatte zu seiner jüngsten Sitzung nicht nur die Vertreter der Bildungseinrichtungen eingeladen, sondern auch Vertreter der Kirchengemeinden, der Senioreneinrichtungen und weiterer sozialer und kultureller Einrichtungen des Stadtteils, um sich ein Bild über die Nöte der Institutionen zu machen und, wo möglich, Hilfe anzubieten.

Den Auftakt machte Klara Bernau, Schulleiterin der Grundschule Witzlebenstraße. „Zurzeit unterrichten wir in Halbgruppen und fahren damit sehr gut, und hätten uns das auch weiter gewünscht“, sagte sie. Damit wird ab dem ersten März erst mal wieder Schluss sein. Dann gilt wieder der eingeschränkte Regelbetrieb in den Grundschulen. Gut funktioniere die Arbeit mit den I-Pads in der Grundschule. „Da machen wir ganz große Fortschritte, nichtsdestotrotz sehen wir die große Not der Kinder und Familien.“ Dringende Unterstützung wünsche sie sich bei Angeboten in den Ferien, um Kinder, die in diesem Jahr zur Schule kommen sollen, besser zu unterstützen.“ Auch an anderer Stelle sieht Bernau Handlungsbedarf. „Wie kann man Lernplätze schaffen für die Kinder, die zuhause nicht gut lernen können, weil sie in beengten Verhältnissen wohnen oder schlechtes W-Lan haben?“

Christian Sauter, Schulleiter der Oberschule Kurt-Schumacher (KSA), ist mit den Änderungen zum März zufrieden. Unzufrieden sei er allerdings mit den Regeln zu den Prüfungen der Abschlussklassen. Im vergangenen Jahr hätten sich die Noten der Abschlussklassen trotz Corona nicht signifikant von denen vorheriger Jahrgänge unterschieden. „Und wir werden wieder mit einem Ferienangebot versuchen unsere 10. Klassen vorzubereiten.“

Frank Dahlenberg, Schulleitung Grundschule Paul-Singer-Straße, sieht seine Schule vor allem personell und räumlich an den Grenzen. „Wir haben zum ersten Mal Präsenzunterricht und Betreuung parallel, das wird eine Herausforderung, Räume zu finden.“ Den Digitalunterricht habe die Schule inzwischen gelernt. Für Dahlenberg hakt es aber an anderer Stelle: „Wir haben einen Leitfaden zusammengestellt, wie das Lernen zuhause funktioniert.“ Das höre sich erst einmal einfach an. „Aber die Kinder aus dem Ganztagsbetrieb und auch deren Eltern wissen nicht immer, wie man zuhause lernt“, stellte er die Tücken des digitalen Lernens heraus. Bildung beginnt nicht erst in der Schule, sondern in den Kindertageseinrichtungen startet für die Mädchen und Jungen ihre Bildungsbiografie.

Dort allerdings sieht Annette Köhler von der Kita St. Hedwig deutlich negative Auswirkungen durch den andauernden Lockdown. „Wir sind seit Mitte Dezember in der Notbetreuung.“ Knapp 60 der 100 Kinder seien regelmäßig in der Kita. „Wir machen uns ziemliche Sorgen um die Kinder, denn wir beobachten zum Teil deutliche Rückschritte“, sagte Köhler. Sie habe das Gefühl, dass nicht alle Kinder, die ab dem Sommer zur Schule gehen könnten, auch tatsächlich den Sprachstand hätten, den sie bräuchten, um dem Unterricht zu folgen.

Erschwerend komme bei der Sprachvermittlung die ab März geltende Maskenpflicht im Elementarbereich hinzu. „Eine Sprache mit einer Maske auf dem Gesicht des Gegenübers zu lernen ist sehr schwer, weil viel über die Mimik vermittelt wird“, betont Annette Köhler.

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