Fußball-Landesliga Bremen

Abstiegskampf hinterlässt Spuren

Bei den „Husaren“ liegen die Nerven blank. Bei der 2:3 (1:1)-Heimniederlage SV Grohn gegen Tura Bremen flogen in der 62. Minute die Fäuste.
12.05.2019, 19:40
Lesedauer: 2 Min
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Von Jens Pillnick
Abstiegskampf hinterlässt Spuren

Benjamin Samorski (am Ball) hatte das 2:0 für den SV Grohn gegen Tura auf dem Fuß.

Maximilian von Lachner

Grohn. Bei den „Husaren“ liegen die Nerven im Abstiegskampf blank. Bei der 2:3 (1:1)-Heimniederlage des Fußball-Landesligisten SV Grohn gegen Tura Bremen flogen in der 62. Minute die Fäuste. Die beiden Grohner Michael Busche und Firat Erkek lieferten sich nach ihren Auswechslungen erst ein laufstarkes Wortduell, dann flogen die Fäuste. Erkek sah wenig später von Schiedsrichter Sercan Yücel (Sebaldsbrück) die rote Karte. „Das Adrenalin war oben. Das geht nicht, ich habe mich blamiert“, gab sich Erkek im Gespräch mit Teammanager Rorben Reiß einsichtig.

Reiß war es auch, der als Erster vom Remis des Mitabstiegskonkurrenten TV Bremen Walle 1875 informierte, der bei zwei noch ausstehenden Spielen jetzt einen Zähler Vorsprung auf Grohn aufweist. Ein Grohner Rückstand, der nicht hätte sein müssen. Denn die Nordbremer gingen gegen Tura in Führung und steckten sogar ein 1:2 weg. „Es war auch ein Stück Pech dabei, das der Tabellenstand so mit sich bringt. Dumm gelaufen“, stellte Mannschaftsführer Elvan Öksel, der das 2:2 erzielt hatte, fest. Damit meinte er auch die beiden gegen den SV Grohn verhängten Strafstöße, die er – ebenso wie den selbst erhaltenen – als grenzwertig bezeichnete.

„Husaren“-Spielertrainer Jan-Philipp Heine war mit der fußballerischen und taktischen Leistung gegen eine Mannschaft, gegen die es im Hinspiel ein 0:12 gegeben hatte, durchaus zufrieden, mit dem Ausgang natürlich nicht: „Das fühlt sich nicht verdient an.“ Dass der Faustkampf für zusätzliches Störfeuer sorgt, das ist ihm natürlich gar nicht recht. Aber neu ist ihm das nicht: „Wir hatten schon acht, neun, zehn solcher Geschichten.“

Das Spiel selbst lief zunächst ganz nach Geschmack der Platzherren. Die Turaner agierten behäbig und ermöglichten es den Grohnern, immer komplett hinter den Ball zu kommen. Außerdem war durchaus Entlastung da. Firat Erkek, der später zum Pechvogel wurde und einen Elfmeter per Hand sowie einen im Zweikampf verursachte sowie „Rot“ sah, brachte den SV Grohn früh in Führung. Omar Fofana war nach einer Ecke an der Strafraumgrenze nach feiner Ballannahme angegangen worden, und Erkek hatte den ersten von drei Strafstößen der Partie verwandelt – 1:0 (4.). Mitte der ersten Hälfte hatte Benjamin Samorski nach einem kapitalen Abwehrschnitzer das 2:0 auf dem Fuß, anstatt den Abschluss selbst zu suchen, entschied er sich für einen Querpass.

Ein Fall für den Videobeweis was das Handspiel von Firat Erkek in der 35. Minute. Firat Semih Demir war es egal, er egalisierte per Strafstoß zum 1:1. Den zweiten Tura-Elfer verwandelte der Ex-Grohner Terence Baah coll (62.), die Randerscheinung zwischen Erkek und Busche ließ nicht Gutes für die Endphase vermuten.

Doch dann hatten die „Husaren“ Glück. Wladislaw Pfeifer kam als letzter Mann um einen Platzverweis herum (65.) und die Grohner 16 Minuten später zum Ausgleich. Joker Zyber Armadhi gelangte auf der linken Flanke Sekundenbruchteile vor dem Tura-Keeper an den Ball, der genau vor den Füßen des zum 2:2 vollstreckenden Elvan Öksel landete (81.). Nach dem Ausgleich fanden die Grohner nicht mehr in eine defensivere Grundordnung zurück und kassierten 180 Sekunden später das 2:3.

„Wir haben das erste von drei Endspielen verloren“, stellte Elvan Öksel fest. Das nächste steigt am kommenden Sonntag in Lesum.

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