A-Junioren des JFV Bremen

Minke: Einstellung schlägt Talent

Thorsten Minke hat seine Tätigkeit als Projektmanager für das zweite Jahr des JFV Bremen in der Fußball-Regionalliga Nord der B-Junioren begonnen.
27.05.2020, 16:36
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Von Jens Pillnick
Minke: Einstellung schlägt Talent

Gehören zum künftigen Trainerteam des JFV Bremen in der Fußball-Regionalliga der B-Junioren: Thorsten Minke (links) und Joachim Spratte.

Louis Kellner

Bremen-Nord. Thorsten Minke hat seine Tätigkeit als Projektmanager für das zweite Jahr des JFV Bremen in der Fußball-Regionalliga Nord der B-Junioren begonnen. Der 53-Jährige tritt damit die Nachfolge von Sören Seidel an, der künftig die A-Junioren des JFV Bremen in der Verbandsliga trainieren wird. Der Verbleib des Abstiegskandidaten in der Regionalliga wurde davon begünstigt, dass die Junioren-Regionalligen wegen der Corona-Pandemie abgebrochen werden und es keine Absteiger gibt.

Der Abbruch ist entschieden, muss formell aber noch auf dem Verbandstag des Norddeutschen Fußball-Verbandes beschlossen werden. „Eine ungünstig, günstige Situation“, beschreibt Minke das Zusammenspiel zwischen Corona-bedingtem Saisonabbruch und daraus resultierenden Klassenerhalt. Denn an den sportlichen Verbleib der B-Junioren in der Regionalliga hatte er nicht mehr geglaubt.

Wann die nächste Regionalliga-Saison beginnen wird, steht zwar weiterhin den Sternen. Doch die Planspiele müssen trotzdem fristgerecht abgeschlossen werden. Mitte bis Ende Juni will Thorsten Minke nicht nur den Kader zusammengestellt haben, sondern auch das komplette Trainerteam. Derzeit steht nämlich nur fest, dass Thorsten Minke hauptverantwortlich sein und Joachim Spratte als Co-Trainer fungieren wird, das Trainerteam soll aber alsbald noch aufgestockt werden. Aufgestockt werden muss natürlich auch der Kader, denn aus Bordmitteln – sprich die derzeitig von Thorsten Minke trainierten zweiten B-Junioren – lässt sich die Regionalliga nicht bewältigen.

Der Bankkaufmann will 14 eigene Kräfte mit in das Abenteuer Regionalliga nehmen, mit acht externen Spielern soll der Kader laut Minke „hochgepeppt“ werden. Rund 20 Spieler aus anderen Vereinen habe Minke diesbezüglich auf dem Zettel, weitere 20 sollen sich in den Sichtungstrainings zeigen, die am Sonntag, 31. Mai, 11 bis 13 Uhr, Sonntag, 7. Juni, 11 bis 13 Uhr und Mittwoch, 3. Juni, 18.30 bis 20.30 Uhr, natürlich unter Berücksichtigung der derzeitigen Hygieneauflagen, im Vegesacker Stadion stattfinden werden.

„Ich habe keinen Bock auf Wandervögel“, erklärt Thorsten Minke, warum ein Großteil des Teams aus dem jetzigen Kader des JFV Bremen II das Gerüst für die höhere Liga bilden soll. „Die Jungs sind gut miteinander. Und selbst wenn das Projekt nicht klappt, werden sie danach nicht in alle Himmelsrichtungen auseinandergehen“, begründet Minke weiter. Den Eigengewächsen solle die Möglichkeit gegeben werden, zu gucken, ob sie auf dem Niveau spielen und bei uns den Durchbruch schaffen können. Natürlich ist sich Minke bewusst, dass der Weg ein Wagnis ist. Aber er setzt auf die gute vorhandene Gemeinschaft, die es jetzt sinnvoll zu erweitern gilt. „Einstellung schlägt Talent“, lautet eines der Prinzipien, mit denen Minke und Co. die Herausforderung Regionalliga angehen wollen.

Ein Stück weit ist der JFV Bremen aber auch zu diesem Weg gezwungen. Denn ein Team zusammenkaufen wolle man nicht, und so viele gute 2004er gebe es in Bremen auch nicht. Und diejenigen, die infrage kommen, sind heiß begehrt. Dem mit dem JFV Nordwest, dem SC Borgfeld, Werder Bremen II und dem JFV Bremerhaven sind die Nordbremer quasi von lokalen Rivalen umzingelt. Angesichts dieser Voraussetzungen bedauert es Thorsten Minke öffentlich, „dass man in Bremen-Nord nicht etwas Gemeinsames hinkriegt. Dann hätten wir in allen Junioren-Ligen starke Regionalliga-Teams.“

Getreu dem bereits erwähnten Motto „Einstellung schlägt Talent“ entfällt für die künftigen Regionalliga-Kicker eine Pause. Zweimaliges Training findet bis zu den Sommerferien statt, danach soll es – natürlich dem Stand der Corona-Lockerungen entsprechend und mit einem möglicherweise fixierten Saisonstart – in die heißere Phase der Vorbereitung gehen. Dem jetzigen Ruhen des Punktspielbetriebes gewinnt Thorsten Minke sogar etwas Positives ab: „Jetzt können wir viele Dinge üben, die sonst nicht so auf dem Plan stehen.“ Auf dem Plan steht es aber nicht nur, die Spieler auf eine schwere Saison in der Regionalliga vorzubereiten, sondern auch die Eltern mit in das Boot zu holen. Denn die Spielzeit 2020/21, so sie denn wegen der Pandemie überhaupt stattfinden kann, wird nicht nur für die Spieler eine Herausforderung.

„Da wir keine Zuschüsse vom NFV und DFB mehr bekommen, müssen die Eltern die Kosten für die Busfahrten mittragen“, erläutert Thorsten Minke, der bei der SAV lange und schon öfters die zweite Herren trainierte und beim JFV/SAV im A- B- und C-Junioren-Bereich tätig war. Darüber hinaus hat er die erste Herren des SV Löhnhorst und die D-Jugend der Niedersachsen trainiert.

Die B-Junioren-Regionalliga wird aber nicht nur für Spieler und Eltern, sondern auch für ihn eine besondere Herausforderung – definitiv die Krönung seiner bisherigen Trainerlaufbahn. Die Rolle, die den Nordbremern dabei zukommen wird, beschreibt er mit einem Beispiel aus dem Profi-Fußball: „Wir werden ein Underdog sein wie Paderborn in der Bundesliga.“ Und so wird Thorsten Minke nicht nur im Vorfeld, sondern auch im Spielbetrieb immer wieder sein Motto predigen: Einstellung schlägt Talent.

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