TV-Entertainer aus Vegesack

Auf Böhmermanns Spuren in Bremen

In Gröpelingen geboren, in Vegesack groß geworden. Jan Böhmermann ist ein waschechter Bremer. Wir zeigen von welchen Ecken in Vegesack er immer noch schwärmt und wo seine journalistische Karriere begann.
13.04.2021, 15:18
Lesedauer: 9 Min
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Auf Böhmermanns Spuren in Bremen
Von Sarah Haferkamp
Auf Böhmermanns Spuren in Bremen

Geboren für die Bühne: Im Jahr 2000 spielte Jan Böhmermann im Schülerkabarett Antitoxin des Schulzentrum Bördestraße mit.

WERNER KONOWALCZYK

In Gröpelingen geboren, in Vegesack groß geworden: Jan Böhmermann ist ein waschechter Bremer, der mit Kohl und Pinkel aufgewachsen ist. Seine ersten beruflichen Schritte unternahm Böhmermann bei der NORDDEUTSCHEN, volontierte dann bei Radio Bremen.

Anekdoten seiner Kindheit und Jugend im Bremer Norden sind immer mal wieder Bestandteil von Interviews, seinem Podcast mit Olli Schulz ("Fest und Flauschig") oder seiner Late-Night-Show "ZDF Magazin Royale".

Wir zeigen über welche Themen er bei der NORDDEUTSCHEN geschrieben hat, wie damals schon über Böhmermann berichtet wurde und welches Restaurant im Bremer Norden er heute noch gerne besucht.

Im Schulzentrum Bördestraße bestand Böhmermann 2000 sein Abitur. Mittlerweile ist im Rahmen seiner Late-Night-Show "Neo Magazin Royale" die Webserie "Young Böhmermann" zu sehen, die in Anlehnung an die Serie "Young Sheldon" die Kindheit des Entertainers fiktiv erzählt. Das Schulzentrum Bördestraße ist Spielort der Serie, heißt hier jedoch Schulzentrum Radekeweg.

"Das kleine Arschloch schreibt über den großen Helge Schneider", diesen Satz sagte Böhmermann in seinem Podcast "Fest und Flauschig" über seine Anfänge im Journalismus. Bereits drei Jahre vor seinem Abitur begann Böhmermann als Autor für DIE NORDDEUTSCHE zu schreiben. Die Themen waren vielfältig, oftmals schrieb er Kritiken über Künstlerinnen und Künstler, die im Kulturbahnhof auftraten.

"Das kleine Arschloch schreibt über den großen Helge Schneider", diesen Satz sagte Böhmermann in seinem Podcast "Fest und Flauschig" über seine Anfänge im Journalismus. Bereits drei Jahre vor seinem Abitur begann Böhmermann als Autor für DIE NORDDEUTSCHE zu schreiben. Die Themen waren vielfältig, oftmals schrieb er Kritiken über Künstlerinnen und Künstler, die im Kulturbahnhof auftraten.

Foto: WESER-KURIER
In einem Spiegel-Interview vom 24.1.2015 sprach er über die Beweggründe seiner frühen Nebentätigkeit: „Der Tod meines Vaters hat dazu geführt, dass ich sehr früh angefangen habe zu arbeiten, um meiner Mutter nicht mehr auf der Tasche zu liegen. Ich habe für 41 Pfennig die Zeile für die Lokalzeitung geschrieben, während meine Klassenkameraden gefeiert und gekifft haben.“

In einem Spiegel-Interview vom 24.1.2015 sprach er über die Beweggründe seiner frühen Nebentätigkeit: „Der Tod meines Vaters hat dazu geführt, dass ich sehr früh angefangen habe zu arbeiten, um meiner Mutter nicht mehr auf der Tasche zu liegen. Ich habe für 41 Pfennig die Zeile für die Lokalzeitung geschrieben, während meine Klassenkameraden gefeiert und gekifft haben.“

Zum zehnten Jahrestag des Gladbecker Geiseldramas schrieb Böhmermann den Titel-Aufmacher der NORDDEUTSCHEN. Böhmermanns Vater, der als Polizist in Vegesack arbeitete, war seinerzeit an dem Einsatz beteiligt. Die Geiselnehmer Degowski und Rösner hatten damals in der Vegesacker Fußgängerzone einen Stopp eingelegt.

Zum zehnten Jahrestag des Gladbecker Geiseldramas schrieb Böhmermann den Titel-Aufmacher der NORDDEUTSCHEN. Böhmermanns Vater, der als Polizist in Vegesack arbeitete, war seinerzeit an dem Einsatz beteiligt. Die Geiselnehmer Degowski und Rösner hatten damals in der Vegesacker Fußgängerzone einen Stopp eingelegt.

Foto: WESER-KURIER
Im Freizi Alt-Aumund nahm Böhmermann Schlagzeugunterricht.

Im Freizi Alt-Aumund nahm Böhmermann Schlagzeugunterricht.

Foto: Marina Köglin
Gemeinsam mit vier anderen Schüler gewann Böhmermann 1998 den Video-Wettbewerb "Drugs Suck - Filmregie statt Ecstasy". Die Schüler wurden in die Sendung Bravo TV bei RTL 2 eingeladen. Zu Gast war seinerzeit auch DJ Bobo. Der WESER-KURIER berichtete damals darüber.

Gemeinsam mit vier anderen Schüler gewann Böhmermann 1998 den Video-Wettbewerb "Drugs Suck - Filmregie statt Ecstasy". Die Schüler wurden in die Sendung Bravo TV bei RTL 2 eingeladen. Zu Gast war seinerzeit auch DJ Bobo. Der WESER-KURIER berichtete damals darüber.

Foto: WESER-KURIER
Landschaftsbilder Vegesack - Stadtteilserie

Die Kneipe Pinökel in der Albrecht-Poppe-Straße bezeichnete Böhmermann mal als „die einzige ernstzunehmende Kneipe in Bremen-Nord“. Wieviel Zeit er in seiner Jugend hier verbracht hat, ist nicht bekannt. Im Podcast-Gespräch mit Olli Schulz erwähnte er mal, dass er seine Besuche jedoch immer nüchtern verbracht habe. Böhmermann trinkt nach eigenen Aussagen keinen Alkohol.

Foto: Jonas Völpel
Von 2002 bis 2004 volontierte Jan Böhmermann bei Radio Bremen. Das Volontariat stellte die Weichen zum Fernsehen.

Von 2002 bis 2004 volontierte Jan Böhmermann bei Radio Bremen. Das Volontariat stellte die Weichen zum Fernsehen.

Foto: Imago Horst Galuschka

Später moderierte Böhmermann für die jungen Hörfunkwellen der ARD die Call-in-Sendung Lateline, die auch in Bremen aufgezeichnet wurde. Die Folgen mit Jan Böhmermann wurden auch in unregelmäßigen Abständen im Fernsehen ausgestrahlt.

In der Bismarckstraße (Foto aus 2003) und in der Hamburger Straße in Bremen hat Böhmermann zeitweise gewohnt.

In der Bismarckstraße (Foto aus 2003) und in der Hamburger Straße in Bremen hat Böhmermann zeitweise gewohnt.

Foto: Frank Thomas Koch
Martin Hellweg (rechts), ehemaliger Chef der gleichnamigen Bäckerei, hört auf. Sein Sohn, Joona Hellweg, macht weiter – mit einem neuen Geschäft.

Auch bekannt ist, dass Böhmermann auf Heimatbesuch regelmäßig einen Stopp bei der Bäckerei Hellweg einlegte. Seine Liebe zu den Hellweg-Brötchen ging so weit, dass er sich die Brötchen mit in seine neue Heimat Köln nahm, um sie dort einzufrieren. Seit dem 1. Juni muss Böhmermann auf seine Lieblingsbrötchen verzichten, die Bäckerei ist mittlerweile geschlossen.

Foto: Christian Kosak
Böhmermann Lieblingsrestaurant in Bremen Nord: das China Restaurant Aumunder Garten. Hier bestellt er laut eigener Aussage immer die Gerichte 51 und 10.

Böhmermann Lieblingsrestaurant in Bremen Nord: das China Restaurant Aumunder Garten. Hier bestellt er laut eigener Aussage immer die Gerichte 51 und 10.

Foto: Christian Kosak

2015 beteiligte sich Böhmermann an der Initiative #bremenlebt - die Initiatoren, die Mitglieder der Bremer Band Faakmarvin, wollten darauf aufmerksam machen, dass das Viertel seinen Charakter verliert. Böhmermann veröffentlichte daraufhin einen Sieben-Punkte-Plan zur Rettung des Bremer Viertels, darunter eine Forderung nach regelmäßigen Ausweiskontrollen für Träger von Funktionskleidung und die Begrenzung der Öffnungszeiten von Bio- und Wochenmärkten im Viertel.

Die Pferdewürstchen-Stände auf dem Freimarkt sind stets umlagert. Auch Jan Böhmermann outete sich bereits als Fan der würzigen Wurst.

Die Pferdewürstchen-Stände auf dem Freimarkt sind stets umlagert. Auch Jan Böhmermann outete sich bereits als Fan der würzigen Wurst.

Foto: Frank Thomas Koch

Wie sehr Böhmermann seiner Heimat noch verbunden ist, zeigt der Satiriker bei einer virtuellen Busfahrt durch Bremen-Nord.

Jan Böhmermann - Enthüllung Handabdruck - Mall of Fame

Ende Januar 2019 enthüllte Jan Böhmermann seine Handabdrücke in der "Mall of Fame" der Lloydpassage. Bei der offiziellen Präsentation der in Bronze gegossenen Handabdrücke plädierte Böhmermann dafür, dass mehr Frauen diese Ehre zuteil wird.

Foto: Christina Kuhaupt

Das Video zeigt Böhmermann bei der Enthüllung.

Schausteller sollen im Schoppensteel ihre Buden aufstellen

Im März rückt der Satiriker in seiner Show "ZDF Magazin Royale" seine Heimatstadt besonders in den Fokus: Er bittet um Bewerbungen als Bremen-Influencer, die Werbung für die Stadt machen sollen. Mit der Aktion will Böhmermann das Anwerben echter Webvideoproduzenten durch die Stadt Dubai kritisiert.

Hier erfahren Sie, was zwei der Bremen-Influencer mit ihrer Lizenz vorhaben.

Foto: Frank Thomas Koch
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