Fußball-Bremen-Liga

Bittere Lehrstunde

Die SG Aumund-Vegesack musste die Überlegenheit des Brinkumer SV anerkennen und kassierte eine 1:5-Heimniederlage
01.12.2019, 18:07
Lesedauer: 2 Min
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Von Klaus Grunewald
Bittere Lehrstunde

In dieser Spielszene hat der Vegesacker Mehmet Polat (grünes Trikot) gegen Brinkum mal freie Bahn.

Vegesack. „Wir haben den Ball gut laufen lassen!“, stellte der Trainer des Brinkumer SV, Mike Gabel, nach dem Schlusspfiff zufrieden fest. So gut, dass der gastgebenden SG Aumund-Vegesack am 17. Spieltag der Fußball-Bremen-Liga eine schmerzliche Lektion erteilt wurde. Die 1:5-Heimniederlage spiegelt die Kräfteverhältnisse allerdings korrekt wider. Daraus machte auch SAV-Coach Björn Krämer, der dem Gästeteam aus Stuhr eine hohe Qualität bescheinigte, keinen Hehl.

Eine Qualität, die beim 4:3-Heimsieg der Brinkumer gegen die Vegesacker vor gut einem Vierteljahr noch nicht zu erkennen war. „Wir haben aber seitdem eine hervorragende Entwicklung gemacht und heute den verdienten Ertrag kassiert“, freute sich Gabel, der mit unguter Erinnerung an das Auswärtsspiel am 9. November in Blumenthal nach Bremen-Nord gereist vor. Vor drei Wochen mussten die Brinkumer eine 1:2-Niederlage beim Blumenthaler SV einstecken, in Vegesack aber wollten sie die Scharte auswetzen.

Es gelang überzeugend. Von Beginn an diktierten die Gäste das Geschehen auf dem Kunstrasenplatz. Dessen enge Abmessungen ihnen entgegen kamen, weil die Mannschaft von Björn Krämer das Spiel mit langen Bällen in die Tiefe oder Diagonale auf dem größeren, aber witterungsbedingt unbespielbaren Rasenplatz besser liegt. Doch obwohl die Stuhrer mit schnellem Kombinationsspiel mehr Ballbesitz generierten und im ersten Durchgang das Eckenverhältnis auf 11:1 zu ihren Gunsten hochschraubten, ließ sich die gut gestaffelte Defensive der Nordbremer mit dem reaktionsschnellen Schlussmann Ermin Alijagic zunächst nur selten in Verlegenheit bringen. Das sollte sich erst in der 38. Minute ändern.

Erneut war es Kevin Artmann, der einen Eckball in den Strafraum schlenzte, wo Maximilian Degenhardt eine erste grobe Unaufmerksamkeit in der SAV-Abwehr nutzte und aus zwei Metern zur 1:0-Führung traf. Nur zwei Minuten später blockte Degenhardt einen Torschuss von SAV-Sturmspitze Bashkim Toski noch zur Ecke ab. Und kurz vor dem Halbzeitpfiff half der Zufall den Gästen. Einen an der SAV-Mauer angeprallten Ball drosch Hyoungbin Park per Dropkick zum 2:0 für Brinkum in die Maschen (45.+1).

Der 0:2-Rückstand seiner Elf ließ Björn Krämer keine Alternative. Um zumindest die Chance auf ein Remis zu wahren, mussten sie mehr ins Risiko gehen. In der 53. Minute bot sich denn auch die Chance zum Anschlusstreffer. Nach schnellem Umschalten bei der Balleroberung schickten die Gastgeber Bashkim Toski auf der rechten Außenbahn auf die Reise: Der harte Schrägschuss des 32-Jährigen passierte zwar Brinkums Keeper Kevin Kuhfeld, strich aber auch knapp am rechten Torpfosten vorbei. Und nur wenig später ließ Mehmet Polat eine weitere Tormöglichkeit für die Gastgeber aus (55.)

„Die Chance zum Anschluss war da“, sagte Björn Krämer später, fügte aber auch an: „Nach dem 0:3 war es vorbei.“ Den dritten Treffer für den Brinkumer SV erzielte Dynar Kücük, nach einem Zuspiel von Kerem Sahan, mit einem Schuss aus 22 Metern in den oberen rechten Torwinkel (56.). Von Resignation konnte auf Seiten der Gastgeber indes nicht die Rede sein. Immer wieder von ihrem Dirigenten Abdullah Basdas angetrieben, stemmten sie sich der spieltechnischen Übermacht des Gegners entgegen und erarbeiteten sich auch Torchancen. Die beste bot sich dem später ausgewechselten Marvin Syla (58.), der jedoch ebenfalls zu schlecht zielte.

In den Sturm- und Drangphasen der SAV zeigte sich aber auch, dass sie ihren in der 28. Minute ausgewechselten Goalgetter Alexander Schlobohm arg vermissten. Die Brinkumer aber zeichnete es aus, dass sie ihre Konter jetzt nahezu optimal nutzen: Kevin Artmann besorgte im Nachsetzen das 4:0 (58.), Dynar Kücük das fünfte Brinkumer Tor (69.). Der Ehrentreffer von Abdullah Basdas, der nach einem Foul an ihm vom Elfmeterpunkt aus traf, war nur ein wenig Balsam für die SAV-Seele.

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