Trauer in Bremen Karikaturist Volker Ernsting ist tot

Der Karikaturist und Zeichner Volker Ernsting aus Bremen ist tot. Er wurde 81 Jahre alt. Ernsting lebte mit seiner Familie in Vegesack.
24.07.2022, 19:40
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Karikaturist Volker Ernsting ist tot
Von Silke Looden

Der Bremer Karikaturist Volker Ernsting ist tot. Er wurde 81 Jahre alt. Ernsting lebte mit seiner Familie in Vegesack. Er zeichnete unter anderem für die Satirezeitschrift „Titanic“, aber auch für die Fernsehzeitschrift „Hörzu“. In Bremen war er vor allem als Zeichner des „Vegesacker Jungen“ und als Illustrator der Bremer Stadtmusikanten bekannt. Er arbeitete auch für den WESER-KURIER.

Anfang der 90er-Jahre hatte Ernsting auf Wunsch des Förderkreises Vegesacker Junge zwei Varianten der örtlichen Symbolfigur gezeichnet. Besonders die Variante mit der grinsenden Möwe auf der Schulter machte Furore. Es gab Ernstings Vegesacker Jungen als Aufkleber, als Armbanduhr, als Bonbondose und sogar auf dem Polo-Shirt.

In einem Interview mit dem WESER-KURIER erzählte er 2018, dass es ihm nie schwergefallen sei, eine Geschichte zu bebildern – „zumindest im Kopf. Sie zu Papier zu bringen, ist ein Stück Arbeit.“

Ernsting hatte seinen eigenen Stil – und vor allem Humor. So war der Rollmops sein Markenzeichen. Er machte sich einen Spaß daraus, das Wahrzeichen der Heringsfischerei in seinen Karikaturen zu verstecken.

Jahrgang 1941, hatte Ernsting schon als Schüler in Blumenthal an der Wigmodistraße im Zeichnen eine Eins. Er studierte dann Gebrauchsgrafik an der Bremer Kunstschule, war seit der Gründung der Satirezeitschrift „Pardon“ deren ständiger Mitarbeiter und zog, weil sie in Frankfurt/Main erschien, 1966 dorthin um.

Er zeichnete „MoPS“, den monatlichen Pressespiegel, für „Pardon“, dachte sich immer neue hinreißende Karikaturen und Comic-Strips aus, galt als eigenwillig – und als extrem zurückhaltend. Man empfand ihn als typischen Bremer. Ins heimatliche Bremen-Nord zog es ihn dann 1973 ja auch zurück.

Woher kamen Volker Ernsting die Ideen? Seine geduldige Auskunft dazu war: „Sie fliegen mir zu.“ Das sei wohl wie bei einem Komponisten.

Bei seinen „Hörzu“-Porträts von Sportlern und anderen bundesdeutschen Berühmtheiten handelte es sich allerdings meist um thematisch vorgegebene, termingebundene Auftragsarbeiten, da war er ganz schön ins Joch gespannt. Von Fußballer Paul Breitner musste er zwei Versionen anfertigen: „Der hatte sich den Bart abnehmen lassen.“

Bereits 1964 stellte die „Norddeutsche Volkszeitung“ den erst 23-jährigen Ernsting vor als einen, „der sich als Karikaturist schon einen Namen gemacht hat“: ,Henri Nannen persönlich bat ihn um seine Mitarbeit an der im Oktober 1963 im ,Stern’ erschienen Analyse ,Haben die Deutschen Humor?’“, hieß es da.

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