Volleyball Sportler mit Geschenkartikeln erfreuen

Mit dem Volleyballsport hat die Nordbremerin Caren Huth nicht mehr groß was am Hut.
27.01.2021, 14:11
Lesedauer: 5 Min
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Von Olaf Schnell

Wenn man ganz ehrlich ist, hat Caren Huth mit dem Volleyballsport inzwischen nicht mehr groß was am Hut. War sie früher mehrere Tage in der Woche plus am Wochenende in den Sporthallen unterwegs, besucht die Vegesackerin jetzt nur noch manchmal die Heimspiele des Damenteams vom TV Eiche Horn – soweit es wieder möglich ist.

Der Grund: Dort spielt Hanna Frackmann, die Tochter ihrer ehemaligen Mitspielerin Ina Frackmann. „Da trifft man auch immer viele alte Volleyball-Kollegen, mit denen wir fachsimpeln. Wir Fachleute sitzen immer direkt hinterm Feld. Genauso besuche ich die Handball-Herren-Oberligaspiele gemeinsam mit Aniko Blum in Schwanewede. Ich bin also noch in allen Bereichen sportbegeistert. Aber das ist dank Corona momentan ja alles nicht möglich“, meinte Caren Huth.

Neben Ina Frackmann hat die Nordbremerin noch einen guten Kontakt zu ihrer Lüssumer Ex-Mitspielerin Iris Fuge, „die kommt hier auch gerne einkaufen. Wir gehen immer noch einmal im Jahr mit der ehemaligen Lüssumer Mannschaft zusammen essen, um den Kontakt zu halten. Das hat im letzten Jahr leider wegen Corona auch nicht stattgefunden. Aber so ein loser Kontakt ist immer noch da“, äußerte sich die ehemalige Zuspielerin Caren Huth. „Wie ich kürzlich in der NORDDEUTSCHEN las, hörte aus diesem Team – jetzt ja auch Angelika Kosak-Becker – mit Volleyball auf zu spielen“ (Huth).

Den besten Kontakt hat die Nordbremerin aber mit der Ex-VTV-Spielerin Nicole Rybka (ehemals Nicole Pentzke). Manchmal trifft Caren Huth auch noch ihre ehemalige Trainerin Irmgard Schröder und das Volleyball-Trainer-Ehepaar Helga und Jan Schnieders vom Vegesacker Turnverein. „Jan sah ich zuletzt beim Einkaufen, als er für den lions club Lebensmittel für die Schwaneweder Tafel sammelte. Da ist für mich selbstständig, dass ich immer zwei Teile mehr einkaufe. Das ist immer noch ein herzliches Verhältnis zu dem Schnieders-Ehepaar“, so Caren Huth.

Auch an besondere Volleyball-Spiele erinnert sich die 60-Jährige gerne. Zum Beispiel an die entscheidende Damen-Aufstiegspartie mit dem VSK Osterholz-Scharmbeck, wo Caren Huth in Osterholz-Scharmbeck als B-Lizenz-Schiedsrichterin im Einsatz war. „Da waren ungefähr 300 Leute in der Halle und es passierten echt unschöne Szenen – plus die Rufe von draußen. Ich denke aber, dass ich das Spiel gut über die Runden gebracht habe“, berichtete Caren Huth, die in dieser Begegnung beim Seitenwechsel auch die beiden Fanlager mitwechseln ließ – „das war schon eine Aufgabe für mich“.

Als Spielerin in Erinnerung geblieben ist ihr auch die Teilnahme bei den deutschen Senioren-Meisterschaften, wo Caren Huth mehrmals mit Spielerinnen von 1860 Bremen, TV Eiche Horn und Lüssumer SV von der Partie war. „Ein Jahr sind wir als 1860, Horn oder Lüssum gestartet. Und da hatten wir auch ein Spiel gegen mein damaliges Volleyball-Idol Terry Place-Brandel (jetzt Terry Schättler, Anm. d. Red.), von der ich ein Autogramm über meinen Schreibtisch hängen hatte. Jetzt hängt da ein Bild, wo wir beide drauf sind – weil wir bei den Titelkämpfen ja gegeneinander gespielt haben. Auch die ganzen Volleyball-Nationenturniere in der ehemaligen Bremer Stadthalle und Uni-Sporthalle, die man von Anfang an begleitet hat, vergisst man natürlich nicht“, sagte Huth.

Zur Jugendzeit interessierte sich die Vegesackerin noch nicht für den Tennissport. „Weil man damals auch noch Aufnahme-Gebühren bezahlen musste. Ich glaube aus heutiger Sicht wäre ich auch ein Kandidat für Damen-Fußball gewesen. Aber das war damals überhaupt nicht aktuell. Aber ich spielte dennoch in der Schule Gymnasium am Steinkamp immer mit den Jungs Fußball, weil nur acht Jungs in unserer Klasse waren. Da gab es ja noch die Klassenspiele und die mussten bis elf Spieler aufgefüllt werden. Da war ich eigentlich immer dabei“, erinnerte sich Caren Huth.

Ist der Volleyball in Bremen-Nord nun eigentlich noch zu retten? „Ich glaube allgemein ist es ganz schwer, nicht nur in Bremen-Nord. Volleyball und auch andere Sportarten passen vielleicht nicht mehr in diese Zeit. Und viele Sportler wollen sich nicht mehr an einen Verein binden. Und auch schon früher, hat man es in Bremen-Nord nie geschafft den Volleyballsport zu konzentrieren. Jeder Verein wollte sein eigenes Süppchen weiter kochen“, äußerte sich Huth.

Die ehemalige Volleyball-Übungsleiterin machte dieses Problem auch am Beispiel beim Vegesacker TV deutlich. „Da haben die erste und zweite Damenmannschaft nicht einmal harmoniert. Ich denke mal, dass im Bremer Norden schon bald volleyballmäßig die Lichter ganz ausgehen. Selbst in Bremen-Stadt ist es ja schon problematisch, weil man im Spielbetrieb doch einiges stemmen muss. Auch hat der Beach-Volleyball dem Hallen-Volleyball ganz schön den Rang abgelaufen, weil das im Sand ja richtige Events sind“, so Caren Huth, die Weihnachten, den Jahreswechsel und ihren runden Geburtstag Anfang April coronabedingt nur in einem überschaubaren Kreis feiern musste.

„Das ist schon insgesamt eine komische Zeit“, sagte Caren Huth, die sich gerne mit ihren Deko und Geschenkartikeln ablenkt. „Die meiste Zeit des vergangenen Jahres war mein Laden aber aufgrund des Lockdowns sehr verwaist. Ich hatte eigentlich schon meine Frühjahrsausstellung vorbereitet. Dann kam der Lockdown und ich konnte alles wieder einpacken und einmotten“, meinte Huth, die im Sommer noch viel mit dem Hund spazieren ging und sich intensiv auch mit der Gartenarbeit beschäftigte. Anschließend konzentrierte sie sich auf das Weihnachtsgeschäft.

„Ich hatte unter den Corona-Auflagen ganz gut zu tun. Jeder Kunde hatte einen Einzeltermin und kam mit einer Maske“ (Huth). Aber das ist seit Dezember ja auch wieder Geschichte. „Ich hoffe jetzt, dass man es zu Ostern so machen kann, wie Weihnachten.“

Für 2021 wünscht sich die Nordbremerin neben der Gesundheit, dass sich das Leben wieder mehr öffnet – und es wieder mehr Begegnungen gibt. „Dass man sich mal wieder zum Essen trifft, ins Kino oder ins Konzert gehen kann. Es fehlt ja doch vieles. Gerade wenn man alleine lebt, ist es schon manchmal sehr trostlos. Ich hab' es so vor Weihnachten zum Beispiel schon genossen, dass bei mir fast jeden Tag mindestens ein bis zwei Personen da waren“, äußerte sich Huth.

So richtig loslassen ist auch nicht so wirklich ihr Ding. Losgelassen hat Caren Huth noch nicht von ihrem Hund Paul, der im vergangenen Oktober verstorben ist. Aber gut möglich, dass die Nordbremerin sich bald wieder einen Vierbeiner anschaffen wird. „Es muss eben auch das Passende über den Weg laufen. Im Moment möchte ich in Sachen Hund aber noch etwas Abstand gewinnen.“

Abstand hat Caren Huth inzwischen auch von ihren sportlichen Aktivitäten gewonnen. „Ich mache gar nichts mehr, außer Haus und Hof in Ordnung zu bringen – was für mich den aktiven Sport schon ersetzt. Und ich gehe viel spazieren, auch ohne Hund, wenn möglich jeden Tag.“

Info

Zur Person

Caren Huth (60)

spielt seit den Olympischen Spielen 1972 in München Volleyball - durch eine Schul-AG mit Irmgard Schröder. „Nach einem Jahr bin ich dann beim TSV Lesum in der Jugend angefangen Volleyball zu spielen“ (Huth). Die nächsten sportlichen Stationen als Spielerin waren beim Lüssumer TV, Lüssumer SV und Vegesacker Turnverein. Als Damen-Trainerin war die 60-Jährige beim Lüssumer TV, Lüssumer SV (auch als Abteilungsleiterin bis 2009) und Vegesacker TV im Einsatz. Zudem spielte die Nordbremerin Tennis beim Beckedorfer TC in der ersten Mannschaft (Damen 40). Als Nebengewerbe hat sie in der Bokelbergstraße einen kleinen Laden mit Deko und Geschenkartikeln. „Ich arbeite über zehn Jahre mit ganz vielfältigen Materialien, wie zum Beispiel Wolle, Stoffe nähen, Gartenstecker und Holzsachen“ (Huth).

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