Fußball-Landesliga Bremen

Chance vertan

Obwohl ab der 52. Minute in doppelter Überzahl spielend, unterlag der abstiegsgefährdete SV Grohn im Heimspiel dem Tabellenführer SV Hemelingen mit 0:2.
31.03.2019, 19:41
Lesedauer: 2 Min
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Von Jens Pillnick

Grohn. Der SV Grohn hat gestern Nachmittag am Oeversberg die große Chance verpasst, der SV Hemelingen ein Bein zu stellen. Die abstiegsgefährdeten „Husaren“ spielten gegen den Tabellenführer der Fußball-Landesliga von der 52. Minute an in doppelter Überzahl, schlugen daraus aber kein Kapital und unterlagen mit 0:2 (0:0). „Wir haben mit elf gegen neun Mann schlechter gespielt als mit elf gegen elf“, stellte Grohns Spielertrainer Jan-Philipp Heine fest.

Nachdem Hemelingens David Grüner (45.) und Daniel Janke (52.) jeweils die Ampelkarte gesehen hatten, wartete auf die Nordbremer eine ganz neue Herausforderung. Plötzlich mussten sie liefern. Kurz vor dem zweiten Platzverweis mit einem Kopfballtreffer von Clinton-William Helmdach in Rückstand geraten, hatten die „Husaren“ jetzt viel Platz. Aber das um Chancen zu kreieren erforderliche, sichere Kombinationsspiel gelang einfach viel zu selten. Bei der Ballannahme und im Passspiel traten immer wieder störende Probleme auf, sodass Hemelingen nie wirklich in Gefahr geriet und sich die Bank über die Harmlosigkeit der Grohner lauthals amüsierte.

Dass der SV Grohn in den ersten 45 Minuten im Offensivspiel keine Bäume ausriss, das nahm ihm keiner übel. Ob die Anhänger, Spielertrainer Jan-Philipp Heine, Teammanager Torben Reiß oder der Vereinsvorsitzende Moutaza Celik, alle waren insgesamt zufrieden. Celik fand die Darbietung bis dahin sogar „saustark“.

Und das war sie angesichts der Ausgangsposition auch. Grohn spielte diszipliniert, taktisch geordnet und engagiert und hatte die 80-Tore-Offensive der Gäste mit einem bärenstarken Innenverteidiger-Duo Gezim Bullari und Jan-Philipp Heine sowie guten Abräumern auf den Außenpositionen und auf der Sechs gut im Griff. Die einzige Undiszipliniertheit fand neben der Reservebank statt, da erlaubte sich Fabian König unschöne Worte gegen den Schiedsrichterassistenten und sah dafür „Rot“ (14.). Hemelingen kam durch Femi Lepe, Daniel Janke und Abubaccar Ceesay in 45 Minuten nur zu drei Möglichkeiten, einmal hielt Ismail Basat Ibrahimbas, zweimal flog der Ball am Tor vorbei.

Gegen die unruhiger werdenden Hemelinger hatten die Grohner mit dem 0:0-Pausenstand und der ersten Ampelkarte scheinbar gute Trümpfe für den zweiten Abschnitt in der Hand, doch es gelang ihnen nicht, sie auszuspielen. Das Bestreben, die ersten 15 Minuten nach Wiederanpfiff ohne Gegentreffer zu überstehen, misslang. Das in Unterzahl erzielte Gegentor tat richtig weh, doch der zweite Platzverweis machte natürlich auch Hoffnung, dass die Offensivabteilung um den debütierenden Zyber Armadhi von jetzt an mehr bewirken könne. Aber die Überzahl erhöhte eben auch den Druck, etwas Zählbares zustande bringen zu müssen. „Uns fehlt die Qualität, um gefährlich zu werden. Aber Hemelingen steht ja auch nicht umsonst da oben“, ordnete Jan-Philipp Heine die vertane Chance auf unverhoffte Beute gegen den Spitzenreiter ein.

Auch wenn immer noch genügend Zeit auf der Uhr war, dürfte allen mit dem SV Grohn fiebernden Zuschauern nach dem Treffer zum 0:2 (73.) von Michel Fischer klar gewesen sein, dass beim Abpfiff die Spieler des Favoriten die Arme hochreißen würden. Und das taten die mit dem Unparteiischen Michael Djoric (Tura) hadernden Hemelinger schließlich auch. Der kritisierte Djoric hatte allerdings gut daran getan, in einer Partie mit zunehmenden Emotionen – auf dem Feld und am Spielfeldrand – durchzugreifen.

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