Erstaufnahme in Vegesack

Lindenstraße wird wieder belegt

Die Sozialbehörde hat den Belegungsstopp für die Erstaufnahme an der Lindenstraße wieder aufgehoben. Alle betroffenen Personen seien genesen, heißt es.
04.06.2020, 17:40
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Lindenstraße wird wieder belegt
Von Michael Brandt
Lindenstraße wird wieder belegt

Solange die Corona-Pandemie anhält, sollen maximal 200 bis 250 Personen in der Erstaufnahme untergebracht werden.

Sina Schuldt/DPA

Die Sozialbehörde hat den Belegungsstopp für die Erstaufnahme an der Lindenstraße wieder aufgehoben. Das hat Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) am Donnerstag während einer Sitzung der Sozialdeputation mitgeteilt. Der Aufnahmestopp war am 21. April verhängt worden, nachdem die Zahl der Corona-Infektionen in der Einrichtung stark angestiegen war. Ebenfalls im April waren Flüchtlinge schrittweise in andere Einrichtungen verlegt worden.

Nach Auskunft der Behörde ist das Gebäude an der Lindenstraße derzeit mit rund 160 Personen belegt. Platz ist dort für 750 Personen. Das Ressort hat nun die Absicht bekundet, in der Erstaufnahme für die Dauer der Corona-Pandemie „etwa 200, aber nicht mehr als 250 Personen“ unterzubringen.

Bereits am Dienstag habe das Gesundheitsamt „das Ausbruchgeschehen in der Zentralen Aufnahmestelle Lindenstraße für beendet“ erklärt. Wie es in der Mitteilung des Ressorts heißt, seien alle betroffenen Personen wieder genesen. Insgesamt sind nach einer Auswertung der Sozialbehörde 671 Tests durchgeführt worden, davon waren 206 Tests bei 200 Bewohnerinnen und Bewohnern positiv, sechs Personen sind vor Ablauf der 14-tägigen Quarantäne ein zweites Mal positiv getestet worden. Schwere Krankheitsverläufe, bei denen die Patienten intensivmedizinisch hätten behandelt werden müssen, habe es hier nicht gegeben.

Die Aufhebung des Aufnahmestopps für die Erstaufnahme hat das Gesundheitsamt mit Auflagen verbunden. Dazu gehört die Aufteilung der Flure auf kleine Gruppen von maximal zehn Personen mit jeweils eigenem Sanitärbereich. Mit Ausnahme von Familien und Paaren soll eine Unterbringung in Einzelzimmern angestrebt werden. Asylsuchende, die wegen ihres Alters oder aufgrund von Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf aufweisen, sollen zudem auch weiterhin möglichst in einer anderen Einrichtung untergebracht werden. Alle Neuankommenden werden unverändert auf das Coronavirus getestet und vorerst separat in eigenen Räumen der Erstaufnahme untergebracht, so das Ressort.

Im Mai wurden Bremen 29 Asylbewerberinnen und Asylbewerber zugewiesen. Das teilt die Behörde ebenfalls mit. Zum Vergleich: Im Mai 2019 waren es noch 89 Personen. Von Januar bis Ende Mai 2020 hat Bremen 310 Flüchtlinge aufgenommen.

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