Einblicke in den Corona-Alltag Einblicke in den Corona-Alltag: Heute mit Eske Beninga

„DIE NORDDEUTSCHE“ fragt nach, wie sie den Weg zurück in die Normalität skizzieren und was sie am meisten vermissen. Heute die Schwimmerin der SG Aumund-Vegesack: Eske Beninga.
23.02.2021, 16:20
Lesedauer: 3 Min
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Von OSH

Das gesellschaftliche, kulturelle und sportliche Leben ist coronabedingt seit fast einem Jahr eingeschränkt oder steht gänzlich still. Und jetzt gibt es seit geraumer Zeit auch noch die Aufforderung, ins Homeoffice zu gehen. Wann ist für uns alle wieder Land in Sicht? Wann kann endlich wieder in Hallen und auf Freiluftplätzen Mannschaftssport oder Individualsport in gewohnter Form getrieben werden? „DIE NORDDEUTSCHE“ fragt bei Sportlern, Trainern und Funktionären nach, wie sie die Situation aktuell erleben, wie sie den Weg zurück in die Normalität skizzieren und was sie am meisten vermissen. Heute die Schwimmerin der SG Aumund-Vegesack: Eske Beninga.

Welche Veränderungen hat es in Ihrem Alltag in Zusammenhang mit Corona gegeben?

Eske Beninga: Noch gehe ich zur Schule, und zwar in die 10. Klasse. Auch hier hat sich im Zusammenhang mit Corona einiges verändert. So bin ich zum Beispiel seit Ende Dezember fast ausschließlich im Distanzunterricht. Damit entfällt auch der Schulweg mit meinen Freunden. Entweder habe ich Videokonferenzen mit den jeweiligen Lehrern, oder wir bekommen Aufgaben. Mir fehlt allerdings der aktive Sportunterricht und der Kontakt zu meinen MitschülerInnen. Durch die iPads, die wir Ende des Jahres bekommen haben, wird das Online-Lernen aber noch einmal erleichtert.

Corona heißt ja auch: Weniger persönliche Kontakte und weniger Bewegung. Wie gleichen Sie diese beiden Einschränkungen aus?

Dadurch, dass ich in dem Landesschwimm-Kader Bremens bin, darf ich trotz des Lockdowns im Schwimmbad mit einer Ausnahme-Genehmigung trainieren. Darüber hinaus machen wir in dem SAV-Schwimmteam mit unserem Trainer Harald Schützek
virtuelle Workouts. An den Wochenenden gehe ich außerdem laufen. Persönliche Kontakte vermisse ich generell schon sehr stark – die versuche ich dann durch das Telefonieren, beziehungsweise Facetimen auszugleichen. Auch, wenn das nicht immer 100 Prozent des wahren Kontaktes entspricht.

Sie verbringen viel mehr Zeit als gewöhnlich zu Hause. Gehören Sie zu denen, die Projekte gestartet haben, die schon lange Mal angegangen werden sollten?

Vor allem im Frühjahr letzten Jahres hatte ich auf einmal Zeit ohne Ende, die ich irgendwie versucht habe, in etwas Produktives umzuwandeln. So bin ich auf die Idee gekommen, daheim in ein anderes Zimmer umzuziehen. Zunächst einmal haben mir meine
Mutter und mein Bruder geholfen, das neue Zimmer auszuräumen. Danach strichen wir gemeinsam alle Wände neu. Dann konnte ich in mein neues Zimmer umziehen – und es neu dekorieren. Mein altes Zimmer haben wir ebenfalls gestrichen und es in ein Gäste- bzw. Arbeitszimmer verwandelt.

Nutzen Sie häufig die Möglichkeit, sich Fertiggerichte zu holen oder bringen zu lassen oder stehen Sie jetzt eher öfter und länger in der Küche und zaubern in aller Ruhe Ihr Lieblingsgericht, wenn ja welches und wie?

Generell bin ich nicht der Typ, der sich oft etwas bestellt, und habe dies auch in der Corona-Zeit nicht verstärkt getan. Schließlich entsteht dabei viel Plastikverpackung. Doch wenn es hin und wieder mal schnell gehen muss, esse ich gerne mal eine Tiefkühlpizza oder ein Fertiggericht aus der Kühltruhe. Ab und zu backe ich auch Cupcakes, Crêpes oder Kuchen. Dies klappt dann je nach Geschick mal besser oder schlechter – meine Familie darf es testen.

Welche Rolle spielt bei Ihnen seit Corona die Unterhaltungs-Elektronik?

Zu Beginn der Pandemie, also im Frühjahr, spielte die Unterhaltungs-Elektronik noch nicht so eine große Rolle, da ich viel Zeit draußen in der Sonne verbringen konnte und mir nie wirklich langweilig geworden ist. Doch jetzt im Winter, wo die Sonne in manchen Wochen kaum zu sehen ist, wird es schwierig sich zu motivieren, etwas draußen zu unternehmen. Dann greife ich doch auch mal auf die Unterhaltungs-Elektronik zurück und gucke die eine oder andere Netflix-Folge mehr am Tag. Zudem gibt es momentan am Wochenende spannende Wintersport-Wettkämpfe, wie zum Beispiel Biathlon, die ich gerne im Fernsehen verfolge.

Wie wird nach Ihrer Einschätzung die zeitliche Rückkehr in die Normalität aussehen?

Ich denke, dass es nur in sehr langsamen Schritten wieder zurück in die Normalität geht – je nach regionalem Infektionsgeschehen. So glaube ich, dass Masken zu tragen und Abstand halten, noch länger uns begleiten wird. Auf den Sport bezogen, hoffe ich, dass alle BreitensportlerInnen bald mit Vorsichtsmaßnahmen wieder ihre Sportart ausführen können.

Worauf freuen Sie sich in der Zeit nach Corona am meisten?

Wenn die Corona-Pandemie zu Ende ist, freue ich mich am meisten, wieder meine Freunde und Verwandtschaft zu treffen, ohne darüber nachzudenken, beziehungsweise im Hinterkopf zu haben, ob ich mich oder andere mit dem Virus infizieren könnte. Außerdem freue ich mich besonders auf den ersten Wettkampf nach der Pandemie, schließlich ist der letzte bald schon über ein Jahr her. Andere Aktivitäten, auf die ich mich ebenfalls sehr freue, sind das Reisen, oder entspannt shoppen zu gehen. Besonders habe ich es in der Corona-Zeit vermisst meine Großeltern regelmäßig zu treffen und freue mich schon sehr, wenn ich diese wieder öfter und länger sehen kann.

Das Interview führte Olaf Schnell.

Info

Zur Person

Eske Beninga (16)

schwimmt für die SG Aumund-Vegesack und ist dort seit elf Jahren Mitglied. Die Nordbremerin besucht am Gymnasium Vegesack die 10. Klasse.

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