Fußball-Bremen-Liga:

Blumenthaler Team in Quarantäne

Das Coronavirus grassiert und beeinträchtigt auch den Bremer Amateur-Fußball. Deshalb fallen die für Sonnabend terminierten Begegnungen Blumenthaler SV gegen Schwachhausen und SAV gegen Arsten ins Wasser.
21.10.2020, 15:20
Lesedauer: 3 Min
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Von Klaus Grunewald
Blumenthaler Team in Quarantäne

Blumenthals Kilian Lammers muss coronabedingt mit seinen Teamkollegen eine Spielpause einlegen.

Christian Kosak

Bremen-Nord. Das Coronavirus grassiert und beeinträchtigt zunehmend auch den Bremer Amateur-Fußball. Deshalb fallen die für diesen Sonnabend terminierten Bremen-Liga-Begegnungen Blumenthaler SV gegen den TuS Schwachhausen und SG Aumund-Vegesack gegen TuS Komet Arsten ins Wasser.

Der Hauptgrund: Mit Ausnahme der SG Aumund-Vegesack können die drei anderen Vereine keine vollzähligen Teams ins Rennen schicken, weil sich die meisten ihrer Akteure nun in Quarantäne befinden. Etliche sind positiv getestet worden und könnten zudem auch noch die anderen Mitspieler angesteckt haben.

Die gesamte Mannschaft des Blumenthaler SV musste sich bekanntlich am vergangenen Sonnabend vor der Auswärtsbegegnung beim OSC Bremerhaven (2:1) einem Test unterziehen. Darauf hatten die Verantwortlichen des Gastgebers mit Hinweis auf das Corona-Risikogebiet Bremen bestanden. Das Ergebnis stand indes nicht vor dem Anpfiff, sondern erst drei Tage später fest. Danach gehörten zwei mit dem Virus infizierte Akteure zum Kader der Burgwall-Elf. Die Folge: Alle Spieler beider Mannschaften befinden sich jetzt in Quarantäne.

Nach den Worten von Blumenthals Trainer Steffen Dieckermann „hat die Untersuchung der Spieler vor dem Match im Nordseestadion wenig Sinn gemacht, weil die Ergebnisse bei Spielbeginn nicht bekannt waren.“ Für Verärgerung bei den Nordbremern sorgte ferner die Information, dass sie die Kosten für den Test in Höhe von 2000 Euro tragen sollten.

Das sei eine Falschmeldung, versicherte OSC-Coach Björn Böning am Mittwoch auf Anfrage. Natürlich werde man dem Blumenthaler SV, der ja begrüßenswerter Weise mit dem Test einverstanden gewesen sei, keine Rechnung schicken. Ob sie nun im Briefkasten des Bremer Fußball-Verbandes landet, ließ Björn Böning offen.

Die Blumenthaler, die nach dem Lastminute-2:1-Sieg in der Seestadt auf den sechsten Tabellenplatz geklettert sind, hätten an diesem Sonnabend aber auch ohne positive Testung in ihren Reihen kein Bremen-Liga-Spiel austragen können. Grund: Das Coronavirus hat auch den TuS Schwachhausen zur Untätigkeit auf dem Rasen gezwungen. Nach dem mit 1:2 verlorenen Spiel beim Bremer SV am 11. Oktober waren zunächst drei TuS-Kicker positiv getestet worden.

Das gesamte Team trat einschließlich Trainer Denis Spitzer den Gang in die Quarantäne an. Und die, so der ehemalige Fußball-Coach des Blumenthaler SV, sei erst am kommenden Montag beendet. Deshalb und weil die Quarantäne für 13 Spieler des OSC Bremerhaven laut Böning bis Ende des Monats andauert, wird wohl auch das Lottopokalmatch beider Teams am nächsten Dienstag im Nordseestadion ausfallen.

Einen Tag später, also am Mittwoch, 28. Oktober, sollte die Burgwall-Elf zur zweiten Pokalrunde beim Landesligisten OT Bremen auflaufen. Was natürlich nicht möglich sei, unterstreicht Steffen Dieckermann. Er will versuchen, seinen in Quarantäne weilenden Spielern zumindest spezielle Trainingseinheiten anzubieten.

Bei dem Nachbarschafts-Rivalen SG Aumund-Vegesack sind diese bislang noch ohne besondere Einschränkungen möglich. Und weil der TuS Komet Arsten nach Angaben seines Trainers Kevin Köhler sieben Infizierte zu beklagen hat und an diesem Sonnabend so kein Team zum Bremen-Liga-Spiel ins Vegesacker Stadion entsenden kann, will der Vegesacker Coach Björn Krämer am Sonnabendvormittag eine normale Trainingseinheit absolvieren lassen.

Björn Krämer hatte sich nach der jüngsten 0:2-Niederlage bei der Leher TS auf ein „enges Match“ gegen einen ehrgeizigen Aufsteiger eingestellt und wollte neben Goalgetter Alexander Schlobohm auch seine zweite Sturmspitze Bashkim Toski einsetzen, der lange an einer Leistenverletzung laborierte. Beide sollen auch im Kader für das Pokalspiel am kommenden Dienstag gegen den TuS Komet Arsten stehen, sofern es überhaupt stattfindet.

Derweil hält es der TuS-Trainer Denis Spitzer für angebracht, sich angesichts der massiven Zunahme der Corona-Infektionen Gedanken über eine Unterbrechung des Spielbetriebs zu machen. „Ansonsten drohe eine Wettbewerbsverzerrung, bekämen zudem immer mehr in Quarantäne geschickte Spieler Probleme mit ihrem Arbeitgeber“, äußerte sich Denis Spitzer.

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