Fußball-Bremen-Liga

Das erste Nordderby

Vor dem Derby zwischen der SG Aumund-Vegesack und dem Blumenthaler SV gab es Hiobsbotschaften, Lokmann Abdi (SAV) und Lars Janssen (BSV) haben sich Kreuzbandrisse zugezogen.
29.08.2019, 15:54
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Von Klaus Grunewald
Das erste Nordderby

Um die Verpflichtung von Lokmann Abdi (links) hat sich die SAV lange bemüht. Jetzt muss sie lange auf ihn verzichten.

Tobias Dohr

Vegesack. Für den Fußballkreis Bremen-Nord ist es der erste Höhepunkt der neuen Saison: An diesem Sonnabend treffen in der Bremen-Liga die alten Nachbarschaftsrivalen SG Aumund-Vegesack und Blumenthaler SV ab 14.30 Uhr im Vegesacker Stadion aufeinander. Zum mittlerweile 28. Mal in einem Pflichtspiel seit September 2005, als die Burgwallelf wieder in die höchste Bremer Amateurklasse aufgestiegen war.

Seitdem stehen elf Blumenthaler und neun SAV-Siege zu Buche. Und sieben Mal endete das Derby remis. Aber die Statistik zählt am Sonnabendnachmittag nicht. Eher schon könnten die bislang gezeigten Leistungen und die Personallage ins Gewicht fallen. Und bei diesem Vergleich schneiden die Gastgeber momentan einen Tick besser ab. Das belegt der Blick auf die Tabelle. Mit drei Siegen aus vier Spielen haben die Vegesacker als Tabellendritter bei einem Torverhältnis von 14:4 neun Punkte auf dem Konto. Die bisherige Bilanz der Blumenthaler nach vier Spieltagen: Sechs Punkte (davon drei gegen den BSC Hastedt am grünen Tisch) und ein Torverhältnis von 8:7.

„Die Freude auf das Derby ist immer groß“, sagt SAV-Coach Björn Krämer. Zumal sich auf dem Platz etliche Spieler begegneten, die schon lange in Bremen-Nord Fußball spielen und sich deshalb gut kennen würden. Gleichzeitig übe das nachbarschaftliche Kräftemessen auch immer einen besonderen Reiz aus, der das Engagement noch um einige Prozent erhöhe. Dem will der Trainer des Blumenthaler SV, Denis Spitzer, nicht widersprechen, wenngleich er die Latte niedriger legt. Vor allem für die jungen Spieler habe der Derbycharakter nicht mehr die Bedeutung wie für die Verantwortlichen und vielen ehrenamtlichen Helfer des Vereins, glaubt Spitzer. Für die meisten Aktiven sei es schlicht ein weiteres Spiel in der Bremen-Liga, das sie gewinnen wollen.

Die Voraussetzungen könnten für den Blumenthaler SV am Sonnabend freilich besser sein. Zwar verfügt Spitzer über einen großen Kader, doch vor allem in der Abwehr haben sich personelle Probleme aufgetan. So fehlen ihm neben dem beruflich seit geraumer Zeit verhinderten Innenverteidiger Andi Ramirez die Defensivspezialisten Dario und Ennio Cordes, die studienbedingt kürzertreten wollen. Zudem fällt der gerade vom TB Uphusen zum Burgwall gewechselte Innenverteidiger Lars Janssen längere Zeit aus. Der 21-Jährige hat sich einen Kreuzbandriss zugezogen. Fazit des Trainers, der möglicherweise gelernte Mittelfeldspieler in den Deckungsverbund einbauen wird: „In der Defensive sind wir nicht optimal besetzt.“

Nach der jüngsten 0:1-Heimniederlage gegen den FC Oberneuland wollen die Blumenthaler nach Spitzers Worten gleichwohl „in Vegesack etwas holen“. Dafür sollen die Offensivqualitäten der Mannschaft garantieren. Denis Spitzer kann denn auch wieder auf den vom Bremer SV zurückgekehrten torgefährlichen Rechtsaußen Tim Pendzich bauen, dessen Leistungszerrung auskuriert ist.

Fragezeichen stehen auch für SAV-Trainer Björn Krämer hinter den Namen einiger seiner Akteure. So plagt sich Goalgetter Alexander Schlobohm bereits seit geraumer Zeit mit einem lädierten Sprunggelenk herum, hat Mittelfeldspieler Marcel Burkevics nach einem Muskelfaserriss gerade erst wieder mit einem dosierten Training angefangen. Schwerer aber wiegt der Ausfall von Lokman Abdi. Der 23-jährige ehemalige Blumenthaler, der vor Saisonbeginn vom Osterholzer Bezirksligisten VSK Osterholz zu den Vegesackern gewechselt und sofort eine Bank im defensiven SAV-Mittelfeld war, zog sich bei der 3:4-Niederlage in Brinkum einen Kreuzbandriss zu und fällt mindestens ein halbes Jahr aus. Björn Krämer: „Das ist ein herber Verlust.“ Dennoch gehen die Gastgeber selbstbewusst in das Kräftemessen mit dem Lokalrivalen. „Wir wollen das Derby und drei weitere Punkte auf dem Weg zu unserem Saisonziel gewinnen“, sagt der SAV-Coach. Der nach dem jüngsten 4:0-Erfolg beim SC Borgfeld mit einem Missverständnis aufräumt. Er habe im Hinblick auf den gegenwärtigen Spitzenplatz (Rang drei) nicht erklärt, dass seine Mannschaft dort hingehöre. Das sei vermessen sagt Krämer, der Rang fünf als Saisonziel ausgegeben hat.

Nach dem erfolgreichen Saisonstart will Krämer jetzt noch keine Zwischenbilanz ziehen. Das sei zu früh, bekräftigt er und verweist auf die nächsten vier Begegnungen, die richtungweisend sein könnten. Nach dem Spiel an diesem Sonnabend gegen den Blumenthaler SV müssen die Vegesacker nämlich beim gegenwärtigen Tabellenzweiten TuS Schwachhausen, gegen den amtierenden Meister Bremer SV und dann beim FC Oberneuland antreten. Björn Krämer: „Alles schwere Brocken.“

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