Schach-Landesliga Ein Wechsel am Spitzenbrett

Der SK Bremen-Nord spielt in dieser Saison nicht nur eine Klasse höher. Auch personell hat sich etwas getan. Ein Interview mit Mannschaftsführer Gerd Janusch.
25.08.2019, 19:17
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Sabine Lange
Wann erhielten Sie das Aufstiegsangebot, und wer war der Überbringer der frohen Botschaft?

Gerd Janusch: Meldeschluss für die neue Saison war der 30. Juni 2019. Die – in Anführunsstrichen – frohe Botschaft über den möglichen Aufstieg in die Landesliga Nord kam per Telefon durch unseren Vereinsvorsitzenden Bernd Röhl fünf Tage vorher.

Da musste die Entscheidung schnell getroffen werden. Hatten Sie die Möglichkeit, vorher mit den Teammitgliedern darüber zu diskutieren?

Ja, ich habe mich mit allen Mitgliedern des Teams kurz verständigt: Der Tenor war einhellig, Aufstieg angenommen!

Sicherlich haben Sie sich schon die Aufstellungen der anderen Landesliga-Mannschaften angeschaut. Wie groß ist der Unterschied im Leistungsniveau zwischen der Verbands- und der Landesliga?

In der Verbandsliga lagen wir mit unserer durchschnittlichen DWZ – das ist die Deutsche Wertungszahl, die in etwa die Spielstärke eines Spielers widerspigelt – im oberen Drittel. Jetzt sind wir im unteren Mittelfeld angesiedelt. Aber auch nur deshalb, weil wir mit Tobias Jugelt einen starken Neuzugang an Brett eins gewinnen konnten.

Wie kam es zustande, dass Sie sich mit dem ehemaligen Spitzenspieler der SF Lilienthal verstärken konnten?

Tobias ist ein Bremer Urgestein, wohnhaft in Delmenhorst und mit 44 im besten Schachalter. Durch den Rückzug der Lilienthaler und unseren Aufstieg will er jetzt mal Bremen-Norder Luft schnuppern. Unser Mannschaftsmitglied Thorsten Döscher fragte gleich bei ihm an und ließ nicht mehr locker...

Fehlen wird in der neuen Saison eine der großen Stützen im Team, Sebastian Bleecke. Er hat in der abgelaufenen Serie am ersten Brett gespielt und keine Partie verloren. Warum tritt er gerade jetzt nicht mehr in der ersten Mannschaft für den SKBN an?

Sebastian ist beim SKBN groß geworden. Die Signale standen einfach auf Veränderung. Umworben wurde er, glaube ich, schon länger. Ich wünsche ihm bei seinem neuen Verein Lister Turm Hannover in der Landesliga Süd alles Gute!

Ist der SK Bremen-Nord trotzdem personell für diese Staffel gewappnet?

Ich sagte es ja schon, nimmt man allein den Durchschnitt der DWZ, dann wäre ein sechster oder siebter Platz und damit der Klassenerhalt drin. Mit Jörn Krüger haben wir einen Spieler reaktiviert. Das Bremen-Norder Urgestein arbeitete lange im Ausland und steht jetzt wieder für uns zur Verfügung.

Welche Mannschaften zählen für Sie in der Landesliga zu den Favoriten, und welche muss der SKBN schlagen, um die Klasse halten zu können?

Favorit ist ganz klar der SV Werder Bremen III. Mit einer durchnittlichen DWZ von 2225 an den ersten acht Brettern liegen sie um über 100 Punkte vor der Bremer Schachgesellschaft (Schnitt 2110), womit auch schon die Favoriten genannt sind. Mit den anderen Mannschaften sollten wir an einem guten Tag auf Augenhöhe sein. Wichtig wird es sein, gleich gut in die Saison zu starten, wenn es am Sonntag, 29. September, gegen den SV Hellern losgeht.

Das Interview führte Sabine Lange.

Info

Zur Person

Gerd Janosch (58)

kehrt nach vier Jahren Abstinenz mit dem Schachklub Bremen-Nord (wie bereits berichtet) in der kommenden Serie als Nachrücker wieder in die Landesliga Nord zurück. Der Mannschaftsführer erklärt, wie es dazu kam und wie die Crew personell aufgestellt ist. Der Informationstechniker gehört dem Klub bereits seit 25 Jahren an.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+