Schach-Landesliga Nord

Ernüchterung im Derby

Der Favorit wurde seiner Rolle gerecht", so lautete das Resümee von Gerd Janusch nach der 2:6-Niederlage im Landesliga-Duell des Schachklubs Bremen-Nord gegen den Spitzenreiter SV Werder Bremen III.
28.11.2019, 15:04
Lesedauer: 2 Min
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Von Sabine Lange
Ernüchterung im Derby

Nur Robert Kosak konnte einen vollen Punkt für den SK Bremen-Nord gegen gegen den Spitzenreiter und Aufstiegsaspiranten SV Werder Bremen III beisteuern.

CARMEN JASPERSEN

Bremen-Nord. „In der Realität angekommen. Der Favorit wurde seiner Rolle gerecht“, so lautete das nüchterne Resümee von Gerd Janusch nach der 2:6-Niederlage im Landesliga-Duell des Schachklubs Bremen-Nord gegen den Spitzenreiter und Aufstiegsaspiranten SV Werder Bremen III. Nach zwei Saisonsiegen zum Auftakt waren er und seine Teamgefährten ambitioniert in das Kräftemessen mit dem favorisierten Ortsrivalen gegangen.

Doch schnell gerieten die Nordbremer im Heimspiel ins Hintertreffen. Neben zwei Remisen schlug nur ein voller Punkt durch den Sieg von Robert Kosak für die Gastgeber zu Buche. Mit vier Mannschafts- und 13 Brettpunkten liegt der SK Bremen-Nord nun auf Tabellenrang vier.

In Runde drei startete der SK Bremen-Nord mit einer Niederlage an Brett acht. Dort spielte Jan-Okke Rockmann von Anfang an auf Matt. „Dem Gegner gelang es aber, das neuralgische Feld vor dem König sicher zu schützen und auch die Damen zu tauschen. Das Endspiel ging dann leider verloren. Trotzdem war das eine beherzte Partie von Jan-Okke“, lobte Teamchef Janusch den Jüngsten seiner Crew.

Auch Khaled Bagh (Brett sieben) erging es nicht anders. Er wurde mit Schwarz zunehmend in die Verteidigung gedrängt, verlor entscheidend Material und damit auch die Partie. Nach knapp vier Stunden Spieldauer folgte die Ernüchterung: Gerd Janusch (Brett zwei) stand nach einem Bauernopfer des Gegners unter Druck am Damenflügel, wickelte im entscheidenden Moment falsch ab und hatte danach ständig einen Freibauern im Nacken. Sein Kontrahent David Kardoeus ließ dann nichts mehr anbrennen, sodass Niederlage Nummer drei besiegelt war.

Hoffnung keimte auf, als Robert Kosak an Brett fünf seine Partie gewann. Der Werderaner Olaf Steffens hatte die Eröffnung sehr eigenwillig gestaltet und brachte sich damit selbst in Schwierigkeiten. Zum Schluss war ein Materialverlust unvermeidbar und der Nordbremer sackte den Zähler ein. So verkürzten die Hausherren auf 1:3.

Die Freude war nur von kurzer Dauer, denn auch Gerhard Lunkmoss an Brett sechs sah sich von Anfang an stark unter Druck gesetzt. „Nach mehreren Bauernverlusten kämpfte er noch wacker, aber leider für eine verlorene Sache“, bedauerte Janusch. Als Verlierer des Punktspiels standen die Nordbremer vorzeitig fest, als sich Arne Döscher mit einer Niederlage am dritten Brett abfinden musste. „Sein Gegner brachte in einer langen Theorievariante eine Neuerung, auf die Arne nicht optimal reagierte“, berichtete der SKBN-Mannschaftsführer.

Spannend war es an Brett eins: Der Nordbremer Spitzenspieler Tobias Jugelt brachte seinen Gegner an den Rand der Niederlage. Immer nur noch von den Bonussekunden lebend, überstand dieser aber die erste Zeitkontrolle, stabilisierte sich und konnte schließlich ein Remis durch Zugwiederholung erzwingen.

Fast über die volle Distanz von sechs Stunden kämpfte Thorsten Döscher an Brett vier. Auch dort wurden am Ende die Zähler geteilt. Aus einer verwickelten Stellung heraus landete Döscher in einem Endspiel mit Minusbauern, stemmte sich aber gegen die Niederlage und konnte letztlich in einer theoretischen Remisstellung mit Turm gegen Turm und Springer den halben Punkt einfahren.

„Mit 2:6 steht am Ende eine deutliche Niederlage zu Buche. Das Ganze muss jetzt schnell verdaut werden, denn am 8. Dezember sind wir beim Hagener SV zu Gast, wo unbedingt wieder Mannschaftspunkte eingefahren werden müssen“, sagte Gerd Janusch nach dem Nachbarschaftsduell.

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