Fußball-Bremen-Liga

„Extrem fit“ aus der Winterpause

Nils Husmann möchte beim Fußball-Bremen-Ligisten SG Aumund-Vegesack wieder in die Bresche springen.
21.02.2020, 14:42
Lesedauer: 3 Min
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Von Klaus Grunewald
„Extrem fit“ aus der Winterpause

Nils Husmann (links, im Spiel gegen Hastedt) möchte beim Bremen-Ligisten SAV wieder in die Bresche springen.

Christian Kosak

Vegesack. „Wir haben in der Vorbereitung viel ausprobiert und sind ein eingespieltes Team“, zeigt sich Björn Krämer, Trainer der SG Aumund-Vegesack, zuversichtlich. Im ersten Spiel nach der Winterpause erwartet der Tabellenachte der Fußball-Bremen-Liga an diesem Sonnabend – Anstoß 14.30 Uhr – den Elftplatzierten SC Borgfeld und will die Punkte natürlich im eigenen Stadion behalten. Zumal ein optimaler Neustart Balsam für das Selbstbewusstsein wäre, das den Grün-Weißen in der Endphase der Hinrunde abhanden gekommen zu sein schien.

In den letzten drei Begegnungen vor der Winterpause kassierten die Vegesacker deftige Niederlagen: 1:4 bei SFL Bremerhaven, 1:7 beim ESC Geestemünde und 1:5 gegen den Brinkumer SV. Resultate, die deutlich machten, dass die Mannschaft vor allem ihre Stabilität verloren hatte.

Björn Krämer coacht den Nordbremer Traditionsvereins seit dem 1. Juli 2017. Schwächephasen des Teams erlebte er auch in seinen beiden ersten Jahren auf der Kommandobrücke. „Doch wir sind immer wieder aus dem Wellental herausgekommen und konnten dann Siegesserien feiern“, blickt er zurück. Erfolgserlebnisse, die in dieser Saison bislang ausblieben. 20 Punkte aus 18 Spielen sind nicht das Ergebnis, was sich Spieler und Verantwortliche des Bremen-Liga-Teams erhofft hatten und spiegeln die vorweihnachtliche Tristesse wider.

Doch nach einer intensiven Vorbereitung, in der nach Krämers Worten viel ausprobiert worden ist, will der Spitzenreiter der unteren Tabellenhälfte der Bremen-Liga an erfolgreiche Zeiten anknüpfen. „Das Potenzial ist vorhanden, wir müssen es nur optimal ausschöpfen“, lautet Krämers Appell an die Spieler. Wichtig sei vor allem, wieder selbstbewusst aufzutreten und zu mannschaftlicher Geschlossenheit und Kompaktheit zurückzufinden. Die Voraussetzungen dafür sind aus Sicht des Trainers in den vergangenen Wochen realisiert worden. Seine Spieler seien nach einer intensiven Vorbereitung extrem fit und könnten 90 Minuten lang Tempofußball spielen. Doch weil unerwartete Rückschläge auch im Mannschaftssport nie auszuschließen sind, ist ein robustes Nervenkostüm ebenfalls erforderlich, um schnell in die Erfolgsspur zurückzufinden. Krämer: „Wir haben konditionell hart gearbeitet, sodass jeder an seine Grenzen gehen kann. Das sollte auch für mentale Festigung sorgen.“

Die ist sicherlich vonnöten, um den SC Borgfeld auf Distanz zu halten. Im Hinspiel gelang der SAV zwar ein auf den ersten Blick überraschend glatter 4:0-Erfolg. Aber der sei erst in der Schlussphase gegen einen Gegner auf Augenhöhe zustande gekommen, warnt der Vegesacker Coach davor, die Borgfelder zu unterschätzen. Denen der Trainerwechsel (Ugur Biricik machte Platz für Lutz Repschläger) neuen Schwung verleihen könne und die als Tabellenelfter nur zwei Punkte weniger als die Vegesacker auf dem Konto haben. Und der Vorsprung der Vegesacker zur BTS Neustadt (Rang 14) beträgt gerade mal fünf Zähler. Dagegen hat Aufsteiger SV Hemelingen als Tabellensiebter bereits zehn Punkte mehr gesammelt als die SAV. Fazit: Um die Teilnahme am nächsten Hallenturnier zu sichern, muss sich das Krämer-Team noch mächtig strecken.

Der Kader sollte indes allemal stark genug sein, um zumindest den achten Rang zu festigen. Große Hoffnungen dürfen die Nordbremer neben der Teamstärke vor allem auf Spieler wie Alexander Schlobohm setzen, der mit zwölf Treffern die SAV-Torschützenliste anführt und als Mittelstürmer zudem die meisten Torvorlagen (4) gegeben hat. Auch Abdullah Basdas, der im offensiven Mittelfeld die Fäden zieht und ebenso wie Baskim Toski sechs Treffer erzielt hat, ist eine feste Größe im Vegesacker Spiel. Frische Impulse erhofft sich Björn Krämer zudem vom 19-jährigen Innenverteidiger Luca Maximilian Seidel, der im Winter von der A-Jugend des JFV Bremen zur ersten Herren gestoßen ist, sowie von Poorya Torabi: Der 19 Jahre alte Stürmer wechselte im Januar von der 2. Herren ins Bremen-Liga-Team. Und als Trumpfkarte kann Björn Krämer zumindest bisweilen den gelernten Stürmer Nils Husmann (32) aus dem Ärmel ziehen, der einst den besten Torriecher bei der SAV besaß, dann beruflich bedingt pausierte und nun wieder zumindest als Back-up aushelfen will.

Dagegen hat sich die Hoffnung, mit dem defensiven Mittelfeldakteur Ibrahim Fidan auch den Rest der Saison bestreiten zu können, zerschlagen. Der 27-Jährige zieht aus beruflichen Gründen nun endgültig nach Herne um. Und verzichten muss Krämer im Match gegen den SC Borgfeld auch auf Lennart Kettner. Der kampf- und sprintstarke Mann im linken Mittelfeld hat sich im Training eine Kapselverletzung zugezogen und muss pausieren.

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