Historisches Gerätehaus

Feuerwehr hat Probleme mit Brandschutz

Im oberen Stockwerk des historischen Feuerwehrhauses in Vegesack wäre durchaus Platz für die Jugendwehr. Einziehen kann der Nachwuchs dort aber nicht. Es gibt Probleme mit dem Brandschutz...
19.04.2021, 05:00
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Feuerwehr hat Probleme mit Brandschutz
Von Patricia Brandt
Feuerwehr hat Probleme mit Brandschutz

Die obere Wohnung im Altbau des Feuerwehrhauses steht leer, darf aber wegen Brandschutzmängeln nicht von der Jugendfeuerwehr genutzt werden.

CARMEN JASPERSEN

Brandschutz gehört für Feuerleute normalerweise zum Tagesgeschäft. In Vegesack legt mangelnder Brandschutz bereits seit mehr als einem Jahr die Pläne der Freiwilligen Feuerwehr lahm. Die Brandschützer können den leer stehenden Altbau ihres denkmalgeschützten Gebäudes an der Weserstraße nicht nutzen, weil es Baumängel sowie „erhebliche Brandschutzprobleme“ gibt, wie es in einem Bericht des städtischen Dienstleisters Immobilien Bremen heißt.

Wie marode sind die Feuerwehrhäuser der sieben Freiwillige Feuerwehren (FF) in Bremen-Nord? „Alle befinden sich in akzeptablen Zuständen, die auf einer Bewertungsskala von eins bis fünf überwiegend mit zwei - guter Zustand - oder drei -mittlerer Zustand - im Rahmen der regelmäßigen Bauzustandsbegehungen bewerten worden sind“, berichtet auf Anfrage Fabio Cecere, Sprecher vom Immobilien Bremen. Akute Schadensmeldungen liegen IB nach deren Aussagen nicht vor.

Der Wasserfleck, den die Burgdammer Feuerwehr vor einiger Zeit in ihrem Schulungsraum gemeldet hatten, zählt offenbar nicht. Cecere zufolge sei der Wasserschaden in dem 1961 errichteten Gebäude im Oktober 2020 untersucht worden. „Eine Messung unter dem Bodenbelag ergab, dass keine Feuchtigkeit mehr festgestellt werden konnte.“

Handlungsbedarf sieht Immobilien Bremen einzig bei der Freiwilligen Feuerwehr Vegesack in der Weserstraße. „Hierbei handelt es sich um ein denkmalgeschütztes Gebäude, das diverse Baumängel aufweist“, erläutert Fabio Cecere.

Es geht genauer um den Altbau des denkmalgeschützten Gebäudes der 1897 gegründeten Wehr. Im Obergeschoss waren bis 2019 Wohnungen vermietet, die nach den Worten von Fabio Cecere Baumängel und erhebliche Brandschutzprobleme aufwiesen. Den Mietern wurden längst gekündigt. Seitdem stehen die Räume leer. Dabei würden sie von den Brandschützern dringend benötigt.

„Als die Räume frei wurden, haben wir angefragt, ob die Jugendwehr die Räume nutzen könnten“, berichtet Tim Haase, stellvertretender Wehrführer. Der Bedarf nach Platz sei groß. Immerhin 16 junge Mitglieder zählt die Vegesacker Jugendwehr. Es gebe zwar – anders als bei anderen Nordbremer Wehren - nach Geschlechtern getrennte Umkleiden, doch müssten sich die Erwachsenen und Jugendlichen die Räume teilen.

Die ehrenamtlichen Brandschützer aus Vegesack haben sich mit ihrem Wunsch nach mehr Platz zu Wort gemeldet und auch angeboten, sich bei Schönheitsreparaturen im Altbau zu beteiligen, berichtet Wehrführer Jan Eike Hartmann. Bisher wurden sie jedoch vertröstet. Es gebe zwar ein Brandschutzkonzept, dies müsse aber auf Umsetzbarkeit geprüft werden. „Was Genaueres wissen wir nicht“, so Tim Haase.

Wann der Altbau komplett von den Brandschützern genutzt werden kann, ist seit rund anderthalb Jahren offen. Das zuständige Innenressort erteilt dazu folgende Auskunft: „Für die Freiwillige Feuerwehr ist ein sukzessives Vorgehen beschlossen worden. Die FF Bremen-Farge ist fertiggestellt. Als nächstes ist die FF Bremen-Blockland aufgeführt. Sanierungen und weitere größere bauliche Arbeiten in den Standorten im Bremer Norden sind in 2021 nicht geplant“, sagt Sandy Bradtke.

Dem Ressort ist durchaus bekannt, dass die FF Vegesack die leer stehenden Wohnräume im Obergeschoss des Gerätehauses anmieten möchten. „Hierzu liegt ein Brandschutzkonzept und eine Bedarfsanmeldung bei Immobilien Bremen zur Prüfung vor“, teilt Sandy Bradtke weiter mit.

Doch die Brandschützer werden sich gedulden müssen. Aktuell würden die Nachnutzungsmöglichkeiten für Feuerwehrzwecke geprüft, heißt es auch bei Immobilien Bremen. „Eine Baugenehmigung ist bereits erteilt, allerdings mit erheblichen Auflagen“, so Cecere. Zu den nächsten Schritten gehöre auch eine Bewertung der Kosten einer Umnutzung. „Solange diese nicht vorliegen, könnten keine Aussagen zur weiteren Entwicklung getroffen werden.“ Bevor der Umbau beginnen könne, seien zudem vorbereitende Planungsmaßnahmen notwendig, so dass in diesem Jahr nicht mit einem Baubeginn gerechnet werden könne.

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