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Heines Schachzug

Mit dem Spielertrainer im Mittelfeld macht der SV Grohn aus einem 1:2-Rückstand einen 4:2-Sieg gegen DJK Blumenthal
13.09.2020, 19:27
Lesedauer: 2 Min
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Von Klaus Grunewald
Heines Schachzug
CARMEN JASPERSEN

Grohn. Erst nach einer Stunde Spätsommerfußball wachte Gastgeber SV Grohn auf. Zu diesem Zeitpunkt lag die Mannschaft von Spielertrainer Jan-Philipp Heine im Nordderby der Fußball-Landesliga gegen DJK Germania Blumenthal 1:2 im Rückstand. Mit einem taktischen Schachzug drehten die „Husaren“ das Spiel aber noch zu ihren Gunsten, gewannen schließlich 4:2 und machten in der Tabelle einen Sprung auf den sechsten Rang, während das Team von Trainer Wolfgang Stedtnitz weiterhin die Rote Laterne trägt.

Den Grohner Schwarz-Weißen behagte die plötzliche Sommerhitze am Sonntagnachmittag zunächst offenbar überhaupt nicht. Sie agierten allzu behäbig. Ganz anders die Gäste, bei denen der ehemalige Bremen-Liga-Kicker Yusuf Demir die Abwehr organisierte. Und der sein Team bereits in der fünften Minute in Führung brachte. Mit einem Freistoßtreffer ins lange Ecke, bei dem der Ball Freund und Feind unbehindert passierte. Doch die Antwort der Grohner ließ sich lange auf sich warten, kam aber ebenso überraschend. Der Unparteiische hatte in der zwölften Minute ein Handspiel eines Blumenthaler Abwehrspielers im eigenen Strafraum gesehen und entschied auf Elfmeter, den Muhammet Özkul sicher zum Ausgleich verwandelte.

Aber die Freude auf über das 1:1 konnten die Gastgeber noch nicht in die bislang vermisste Spielfreude umzusetzen. Ihr Offensivspiel blieb fehlerhaft und durchsichtig. Allerdings konnten sich auch die Germanen jn der Offensive nur selten gefährlich in Szene setzen. Meistens dann, wenn Demir den Ball nach Freistößen in den SV-Strafraum beförderte. Und in der 40. Minute hätte er erneut im Netz der Gastgeber landen müssen. Doch freistehend köpfte Muhammet Bozkurt ihn über den Querbalken. Und nur vier Minuten nach dem Wiederanpfiff verfehlte der emsige Mittelfeldakteur das Grohner Tor abermals nur knapp. Dann durfte er endlich jubeln. Abermals hatte Yusuf Demir den Ball per Freistoß hoch in die Grohner Box geschlagen und Bozkurt drückte ihn mit dem Körper zur 2:1-Führung für die Gäste über die Linie. (55.).

Grohns Spielertrainer Jan-Philipp Heine reagierte sofort, übernahm den offensiven Mittelfeldpart von Jeremy Boxberger und beorderte ihn gleichzeitig quasi als Feuerwehr in die Abwehr. Der taktische Schachzug ging auf. Nur vier nach der DJK-Führung drosch Heine den Ball aus spitzem Winkel aufs Blumenthaler Tor und Bayar Sulayman drückte ihn beim Abwehrversuch ins eigene Gehäuse (57.).

Es stand 2:2, die Partie war wieder offen. Und mit offenem Visier und verschärftem Tempo versuchten nun beide Teams, den Erfolg für sich zu erzwingen. Den Grundstein für den Grohner Heimsieg legte dann der eingewechselte Ibrahim Almohammad mit einem langen Spurt auf der linken Außenbahn und einem genauen Zuspiel auf Muhammet Özkul (68.), der keine Mühe hatte, die „Husaren“ erstmals in Führung zu bringen. Nun mussten die Gäste ihre Offensivbemühungen intensivieren, was den Gastgebern gleichzeitig Konterchancen eröffnete. Als Heine eine Viertelstunde vor Schluss im DJK-Strafraum von den Beinen geholt wurde, hätte es Strafstoß geben müssen. Doch der Pfiff des Unparteiischen blieb aus. Dafür zeigte er in der 78. Minute auf den Punkt, als Benjamin Samorski im Strafraum zu Boden ging. Ismail Zivoli ließ sich die Cance zum 4:2-Erfolg der Schwarz-Weißen nicht nehmen, der lange auf der Kippe stand, wie auch DJK-Coach Wolfgang Stednitz befand. Der aber auch resümierte: „Es gibt für uns noch viel zu tun.“ Jan-Philipp Heine aber freute sich, dass sich die taktische Umstellung mit mehr Druck nach vorne bezahlt gemacht habe: „Dadurch lief es besser bei uns.“

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