Fußball

Weiterentwicklung an oberster Stelle

Sören Seidel will die Verbandsliga-A-Junioren vom JFV Bremen für den Schritt in den Herrenbereich vorbereiten
22.06.2020, 14:43
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Von Karsten Hollmann
Weiterentwicklung an oberster Stelle

Marvin Emos (links) hält dem JFV Bremen die Treue und wechselt aus der B-Junioren-Regionalliga in die Verbandsliga der A-Junioren. Insgesamt werden im A-Junioren-Kader nach derzeitigem Stand 16 Spieler aus den eigenen Reihen stehen, fünf Externe hat Trainer Sören Seidel bislang dazugeholt.

Christian Kosak

Bremen-Nord. Mit den Fußball-A-Junioren des JFV Bremen dürfte in der kommenden Saison im Kampf um die vorderen Plätze in der Bremer Verbandsliga zu rechnen sein. Das liegt auch daran, dass zahlreiche Akteure aus dem Team der Regionalliga-B-Junioren des Vereins hochrücken. „Ich kann die Liga aber nur schwer einschätzen. Deshalb gebe ich als Saisonziel auch die Weiterentwicklung der Spieler aus“, erklärt JFV-Coach Sören Seidel, der zuletzt besagte B-Junioren trainiert hatte.

Aber nicht alle Spieler, die der JFV-B-Jugend-Formation aus der Regionalliga Nord altersmäßig entwachsen sind, rücken in die A-Jugend hoch. Fabio Leschinsky Rosales und Luis Kremming, die zuvor aus Hastedt zum JFV gestoßen waren, suchen sich ebenso eine neue Herausforderung wie Rezan Celik, Dustin Beller und Sibakiru Kekuta Jarju. Linus Schäfer schließt sich der U19 des JFV Nordwest in der Regionalliga Nord an. „Das ist auch richtig so für Linus. Er soll sich in der Regionalliga beweisen, nachdem er in der B-Jugend ja auch schon für den SC Borgfeld in der Bundesliga aufgelaufen war. Linus wird das auch meistern“, zeigt Seidel Verständnis für den Wechsel des Sohnes seiner bisherigen Co-Trainerin und künftigen Teammanagerin Stefanie Schäfer. Jan-Peter Spengemann und Vincent Stute kommen aus dem Oldenburger Raum und werden sich in der dortigen Umgebung einen Verein suchen. „Sie waren eben nur wegen der Regionalliga zu uns gekommen“, respektiert Sören Seidel auch deren Entscheidung.

Torhüter sind geblieben

Die Nordbremer freuen sich aber im Gegenzug auch über einige Neuzugänge. Für die Abwehr ist dabei Nihad Begic eingeplant, der ebenso wie Mittelfeldspieler Benjamin Frisen vom JFV Nordwest zum JFV stößt. Von der JSG Westerstede kommt zudem Abwehrmann Lukas Koch. Für das Mittelfeld ist Kaan Demirel vom Bremer SV vorgesehen. Um einen Stürmer handelt es sich bei Omar Sillah vom TuS Komet Arsten. Als Neuzugang ist auch Mittelfeldakteur Paul Knoch aus der eigenen U16 zu betrachten. Dazugesellen sich noch 16 bisherige A-Junioren beziehungsweise aufrückende Kicker aus der B-Jugend des JFV. Dazu gehören auch die beiden Torhüter Batuhan Celik und Mattis Meißner sowie die Abwehrspieler Marvin Emos, Curtis Opoku-Ware, Luis Seidel und Hannes Eckbauer. Im Mittelfeld sollen Zejnedin Okanovic, Nikolas Doye, Xhavit Vrankas, Ishan Sataew, Leon Föge, William Lewisgton Noukpetor, Alex Klatt sowie Leonardo Christescu antreten. Als einziger Stürmer ist Granit Durmesi übrig geblieben.

Das neue Team hat sich aus einigen Probetrainings ergeben, die innerhalb von zwei Wochen durchgeführt worden waren. „Bei zwei Spielern aus dem Probetraining steht noch ein Fragezeichen. Wir halten aber auch ansonsten noch ein wenig Ausschau nach neuen Spielern“, verriet Sören Seidel. Er habe aber bereits jetzt einen Kader von 30 Spielern oder mehr aufbauen können. „Das wären mir aber zu viele Spieler gewesen. Also habe ich meist zugunsten der Spieler, die ich schon ein wenig länger kenne, ein paar Kickern abgesagt“, informiert der 47-Jährige.

Sören Seidel habe von anderen Klubs gehört, die bei der Gewinnung von Neuzugängen als Maßstab den sogenannten Cooper-Test angewendet hätten, bei dem geschaut wird, wie viele Meter ein Spieler in zwölf Minuten zurücklegt. Davon hält der frühere Kicker von Werder Bremen aber gar nichts. „Bei einer solchen Bewertung könnte ich die Spieler dann auch zu den Leichtathleten der LG Bremen-Nord schicken“, kritisiert Seidel. Er habe vielmehr ein spielspezifisches Training bevorzugt. Mit einer guten Ausdauer alleine sei es eben nicht getan im Fußball. Ein paar seiner Spieler hätten auch ein Probetraining beim künftigen Regionalligisten FC Oberneuland absolviert, sich dann aber letztendlich gegen einen Wechsel entschieden. „Ich glaube aber, dass es keine Entscheidung gegen Oberneuland, sondern eine für den JFV und für uns als Trainerteam war“, erklärt Sören Seidel. Für die betreffenden Kicker sei es überaus wichtig, wegen ihres jugendlichen Alters Spielpraxis zu sammeln. Die hätten sie im Zweifel aber nicht unbedingt in ausreichendem Maße in Oberneuland erhalten.

Christoph Meyer Co-Trainer

Das bisherige Trainerteam des JFV mit Sören Seidel als Coach und Giancarlo Christescu als Co-Trainer erhält mit Christoph Meyer weiteren Zuwachs. Christoph Meyer war bereits als B-Jugend-Trainer des Blumenthaler SV und zuletzt als Co-Trainer der Herren des Habenhauser FV in der Bremen-Liga tätig. Ein zunächst geplanter Wechsel zu den jetzt von Michael Müller trainierten A-Junioren des Blumenthaler SV war vor einigen Wochen im letzten Moment noch gescheitert. Sören Seidel arbeitet mit einigen Spielern aus seinem Kader bereits seit vier Jahren zusammen. Dazu gehören zum Beispiel Batuhan Celik, Marvin Emos, Luis Seidel, Xhavit Vrankas, Granit Durmesi, „Willi“ Lewisgton Noukpetor, Tjorven Bruns und Alex Klatt. „Ich habe das Gefühl, dass ich mit meiner Aufgabe noch nicht fertig bin. Einige Spieler haben noch Luft nach oben“, sagt der zwölffache Erstligaspieler. Grundsätzlich gehe es nun um die Weiterentwicklung der Spieler. „Anders als bei den B-Junioren geht es dabei aber in erster Linie darum, die Spieler so gut wie möglich auf den Herrenbereich vorzubereiten“, so Seidel. Dabei komme es auch darauf an, die Spieler robuster zu machen. „Auch bei den A-Junioren spielt eine gewisse Körperlichkeit eine große Rolle“, betont Sören Seidel. Die Erfahrung in der B-Junioren-Regionalliga sei in dieser Hinsicht schon von Vorteil.

Sören Seidel hat bereits ein Gerüst im Kopf, um das die Formation aufgestellt werden soll. Zu dieser Achse zählen vor allem Spieler des Geburtsjahrgangs 2002 wie Tjorven Bruns, Leon Föge, Alex Klatt sowie Williams Lewisgton Noukpetor. Tjorven Bruns besitzt gute Chancen, das Kapitänsamt zu übernehmen. Da der Jugendförderverein jedoch viele Akteure aus dem jüngeren Geburtsjahrgang 2003 in seinen Reihen hat, ist es keinesfalls sicher, dass der Klub, der nach dem Rückzug des TSV Lesum-Burgdamm nur noch aus der SG Aumund-Vegesack und dem SV Grohn besteht, in der Bremer Verbandsliga um den Titel mitspielen wird. Sören Seidel hofft darauf, dass die neue Saison trotz der Corona-Krise Mitte September beginnen kann. „Wir werden jetzt noch ein paar Wochen auf freiwilliger Basis trainieren und die Spieler dann in die Sommerpause schicken, damit sie danach wieder Lust auf Fußball haben“, kündigt der Ex-Profi an.

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