112 Segmente à 500 Teile werden zum Tierbild

Das Vegesacker Riesenpuzzle ist komplett

Nach vier Monaten ist es geschafft: Unter der Regie des Vegesacker Martinsclubs haben Fans jeden Alters gemeinsam das größte Puzzle der Welt zusammengefügt. Es soll im Bürgerhaus Vegesack aufgehängt werden.
09.06.2021, 19:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Imke Molkewehrum
Das Vegesacker Riesenpuzzle ist komplett

Marco Bianchi und Stefan Kubena (v.l.) präsentieren die einzelnen Teilbereiche des Riesenpuzzles.

Martinsclub Bremen

Es ist vollbracht: Mehr als hundert Puzzlefreunde aus Bremen-Nord und umzu haben in den vergangenen vier Monaten unter der Regie des Behindertenhilfeträgers Martinsclub die 52.110 Teile des weltweit größten, im Handel erhältlichen Puzzles zusammengesetzt. Nun steht eine weitere Herausforderung bevor: Die 112  Segmente müssen zu einem einzigen Motiv zusammengefügt werden. Erst dann wird die zwei mal sieben Meter große Collage aus verschiedenen Wildtieren erkennbar sein. Ein farbenprächtiges Bild mit Elefanten, Löwen, Giraffen, Echsen, Affen und Vögeln, das als Symbol des Gemeinschaftssinns in der Cafeteria des Bürgerhauses Vegesack platziert werden soll.

Initiator der gesamten Aktion ist Stefan Kubena, Regionalleiter des Vegesacker Martinsclubs, der beruflich Menschen mit Beeinträchtigungen begleitet und betreut. Die Pandemie hat den leidenschaftlichen Puzzler im Winter auf die Idee gebracht, nach dem größten Puzzle der Welt Ausschau zu halten. Er fand ein einziges Motiv: Die Collage aus verschiedenen Wildtieren. "Das ist allein nicht zu stemmen", erkannte der 40-Jährige und entschied sich dazu, in einem öffentlichen Aufruf des Martinsclubs viele Gleichgesinnte ins Boot zu holen. „Wir sind dann förmlich von Anfragen überrannt worden. Privatleute haben sich ebenso beteiligt wie einige Vegesacker Unternehmen und soziale Einrichtungen. Alle hatten große Freude daran, während des Corona-Lockdowns an einem gemeinschaftlichen Projekt zu werkeln“, freut sich Kubena. 

Schon bei der Ankunft der Kartons - sicherheitshalber hatte der Nordbremer zwei exakt gleiche Puzzle geordert - zeigte sich aber, wie aufwändig das Ganze werden würde. Ein Puzzle wog 23 Kilogramm. Und die 52.110 Teile lagen nicht etwa lose in den Kartons, sondern befanden sich in vier einzelnen Kartons mit je 28 fertig gepuzzelten Segmenten aus rund 500 Teilen. Es entpuppte sich als Fleißarbeit, den Kartoninhalt in Portionen aufzuteilen. "Wir mussten die 52 110 Teile einzeln auseinandernehmen und in nummerierten Säcken mit je rund 500 Teilen verpacken", erzählt der Initiator.

Die Säcke wurden bei Abholung namentlich den einzelnen Puzzle-Fans zugeordnet, die sich Zuhause ans Werk machten. Manche holte sich im Lauf der Zeit mehrere Portionen ab. Und quasi unvermeidbar: Fünf Teile des Puzzles gingen im Lauf der Zeit verloren. "Die konnten wir aber beim Hersteller in Polen nachbestellen", betont Marco Bianchi, Teilhabe-Leister beim Martinsclub und frischgebackener Puzzler. "Geordert habe ich diese Teile mit einer Art Koordinatensystem. Das soundsovielte Teil von oben, sieben Zentimeter von rechts. Und das hat tatsächlich hingehauen."  

Inzwischen sind alle Teilstücke komplett und werden beim Martinsclub gelagert. „Als nächstes werden sie zum Gesamtbild zusammengefügt und zur Stabilisierung auf eine große Platte geklebt“, sagt Stefan Kubena. Derzeit sei es allerdings schwierig, eine passende Platte zu bekommen", ergänzt Marco Bianchi. "Wegen Corona gibt es Engpässe beim Baumaterial." Nach Möglichkeit soll das 14 Quadratmeter große Puzzle aber im Sommer in der Cafeteria des Gustav-Heinemann-Bürgerhauses in Vegesack platziert werden. Eine Herausforderung wird dabei der Transport. Kubena: "Wir müssen natürlich höllisch aufpassen, damit das Puzzle nicht kaputtgeht." Aber Unterstützung naht. Die Bremer Firma "Kaefer Isoliertechnik" will kostenfrei beim Zusammensetzen, Montieren und Aufhängen helfen. 

Zudem hat "Immobilien Bremen" als Verwalterfirma des Gustav-Heinemann-Bürgerhauses unkomplizierte Hilfe zugesagt. Mitarbeiter prüfen, wie das Werk statisch korrekt dauerhaft platziert werden kann. Stefan Kubena ist zufrieden: "Insgesamt ist es sehr knifflig, aber auch hier zeigt sich: Man hält zusammen. Die ganze Aktion vom Puzzeln über die Montage bis zur Ausstellung, ist ein großer Erfolg."

Zur Person

Stefan Kubena puzzelt leidenschaftlich gern. Bereits mit Ende 20 hat der Regionalleiter des Vegesacker Martinsclubs das seinerzeit weltgrößte Puzzle aus 18 000 Teilen zusammengesetzt. Einige Monate verstrichen, bevor er das Bild mit den vier historischen Weltkarten vollendet hatte. Das etwa zwölf Quadratmeter große Puzzle hängt noch heute bei ihm Zuhause im Flur. Um das Gemeinschaftsgefühl im Stadtteil zu stärken und der gesellschaftlichen Einsamkeit sowie der Corona-Tristesse entgegenwirken, hat Kubena im Februar die Aktion "Riesenpuzzle" ins Leben gerufen. 

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