Pläne für den Sport in Grohn „Den kompletten Oeversberg erhalten“

Weil die Zukunft der Jacobs University zurzeit unklar ist, liegen die Planungen für die Bezirkssportanlage in Grohn brach. Wann die Sanierung der Sportstätten beginnen kann, erläutert Jan Fries im Interview.
Lesedauer: 4 Min
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„Den kompletten Oeversberg erhalten“
Von Aljoscha-Marcello Dohme
Herr Fries, warum liegt die Zuständigkeit für die künftige Entwicklung der Bezirkssportanlage auf dem Oeversberg in Grohn nicht ausschließlich beim Sportressort?

Jan Fries: Die Zuständigkeit für die Bezirkssportanlage liegt selbstverständlich beim Sportressort. Das Problem ist, dass die Jacobs University eine Kaufoption auf einen Teil der Flächen hat, auf denen die Sportanlage liegt. Deshalb ist die zukünftige Entwicklung der Jacobs University einzubeziehen, wenn es um die Neugestaltung der Sportanlagen geht.

Welche Ressorts sind neben der Sportbehörde noch für den Oeversberg zuständig?

Die Angelegenheiten der Jacobs University werden federführend von der Senatorin für Wissenschaft und Häfen betrieben. Die Flächen um die Jacobs University, insbesondere die Flächen des Science Parks, die als Ausgleichsfläche für den Oeversberg in Betracht kommen, gehören der Wirtschaftsbehörde.

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Wie ist der aktuelle Sachstand, was die Neugestaltung der Sportanlagen auf dem Oeversberg angeht?

Politisch gibt es einen Konsens, dass es weiter Sport auf dem Oeversberg geben soll, und dass die Vereine dort weiterhin ihre Heimat behalten. Dafür hat es den runden Tisch gegeben, der bei den komplizierten Besitzverhältnissen eine Lösung gefunden hat, die vorsieht, die Fläche für den Sport zu reduzieren.

Jetzt gibt es seit Juli eine neue Sachlage, weil der trilaterale Vertrag zwischen Senat, Jacobs University und Jacobs Foundation aufgelöst worden ist und die Zukunft der Jacobs University neu diskutiert wird. In diesem Zuge wollen wir als Sportressort gerne klären, ob es dabei bleibt, dass wir die Sportanlage auf zwei Drittel reduzieren müssen, oder ob es nicht doch eine Möglichkeit gibt, den kompletten Oeversberg für den Sport zu erhalten.

Bis wann wird das geklärt sein?

Ich gehe davon aus, dass wir die Frage im Laufe dieses Jahres noch klären können. Zur Auflösung des trilateralen Vertrages will das zuständige Wissenschaftsressort im November einen Bericht vorlegen. Ich habe aber mit meinem Kollegen Tim Cordßen, Staatsrat für Wissenschaft und Häfen, vereinbart, dass wir unabhängig von der Gesamtkonstellation der Jacobs University zeitnah zu einer Lösung für den Sport kommen.

Die Pläne für die Bezirkssportanlage liegen also nicht mehr allzu lange brach?

Nein. Aus dem runden Tisch sind ja bereits Planungen hervorgegangen, was passieren muss, wenn man die Fläche auf zwei Drittel reduziert. Und das Sportamt hat bereits Überlegungen angestellt, wie man die Sanierungen umsetzt, wenn am Ende doch der ganze Oeversberg erhalten bleibt.

Wie sehen die Planungen im Detail aus?

Die sind vielfältig und betreffen die BMX-Anlage, die Entwässerung von Rasenflächen, das abgängige, teils provisorische Umkleidegebäude sowie die Parkplätze und Wege. Auf jeden Fall soll es einen Kunstrasenplatz geben, der ist in beiden Planungsvarianten notwendig.

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Sollte sich herausstellen, dass die Jacobs University das Gelände nicht beansprucht, was würde das für den Sport bedeuten?

Der Vorteil wäre, dass man den Sportpark komplett erhalten und die Anordnung der jetzigen Sportflächen so belassen könnte.

Aus welchem Ressort kommen die Mittel für die Sanierung beziehungsweise Neugestaltung der Sportanlage?

Wenn der komplette Oeversberg für den Sport erhalten bleibt, werden die Mittel aus dem Sporthaushalt kommen, über mehrere Jahre gestreckt. Wenn die Fläche komplett neugestaltet und aufgeteilt werden muss, werden wir dafür zusätzliche Mittel im Senat einwerben müssen. Das könnte das Sportressort allein nicht schultern.

Um welche Summe geht es da insgesamt?

Die Sanierung würde etwa 1,7 bis 2,5 Millionen Euro kosten, ohne das Umkleidegebäude. Für die Neugestaltung gibt es ein Gutachten mit einer Kostenschätzung von zwölf bis 15 Millionen Euro. Da ist das Umkleidegebäude allerdings schon eingerechnet.

Sind diese 1,7 bis 2,5 Millionen Euro bereits im Haushalt festgeschrieben?

Wir haben im Sporthaushalt immer ein Budget, um Sportanlagen zu sanieren. 1,7 Millionen und mehr lassen sich daraus in einem Jahr zwar nicht finanzieren, aber mit dem Budget können wir zügig anfangen, sobald die Entscheidung über die Flächen gefallen ist.

Was glauben Sie, wann können die Sanierungsarbeiten auf dem Oeversberg beginnen?

Ich gehe davon aus, dass ein erster Teil bereits im kommenden Jahr saniert wird.

Was wird das sein?

Eine Prioritätenliste mit den vordringlichen Sanierungsarbeiten stellt das Sportamt gerade zusammen.

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Die Fragen des Vegesacker Beirates zum Sachstand des Projektes konnten während der jüngsten Sitzung des Gremiums nicht beantwortet werden, da die senatorischen Behörden keine Vertreter nach Vegesack entsandt haben. Wer wird dem Beirat wann Rede und Antwort stehen?

Sobald klar ist, ob die Jacobs University die Fläche braucht oder nicht, wird das Sportressort dem Beirat Rede und Antwort stehen. Bis dahin können wir nur die Grundhaltung vermitteln: Es wird weiter Sport auf dem Oeversberg geben, es muss Geld in die dortige Sportinfrastruktur investiert werden, und wir sind bereit, das zu tun.

Zunächst ist aber das Wissenschaftsressort Ansprechpartner, was die Entwicklung und damit auch den Raumbedarf der Jacobs University angeht, die Kollegen arbeiten mit Hochdruck daran. Der Eindruck, der von interessierter Seite erzeugt wird, dass hier eine heiße Kartoffel hin und her geschoben wird, ist definitiv nicht zutreffend.

Das Interview führte Aljoscha-Marcello Dohme.

Info

Zur Person

Jan Fries ist seit 2015 Staatsrat der senatorischen Behörde für Soziales, Jugend, Integration und Sport. Fries wurde 1981 in Bremen geboren und studierte Wirtschaftswissenschaften in der Hansestadt.

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