Fußball-Landesliga Bremen

Knockout in der Nachspielzeit

Der SV Grohn kassierte die sechste Niederlage in Folge, diesmal nach leidenschaftlichem Kampf ein bitteres 1:2 gegen TS Woltmershausen
03.11.2019, 18:53
Lesedauer: 2 Min
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Von Jens Pillnick
Knockout in der Nachspielzeit

Ismail Zivoli (links) spielte groß auf, kassierte mit dem SV Grohn aber eine bittere 1:2-Niederlage.

Jens Pillnick

Grohn. Die sechste Niederlage, die Fußball-Landesligist SV Grohn gestern Nachmittag in Folge kassierte, war die mit Abstand bitterste: In der zweiten Minute der Nachspielzeit kam der bis dahin fehlerlos agierende Keeper Andreas Balzer an eine nah vor das Tor geschlagenen Hereingabe auf dem Weg vom kurzen zum langen Pfosten nicht mehr richtig ran und legte den Ball für den zum 2:1 (1:0)-Endstand für TS Woltmershausen Björn Fender auf. Wenig später lagen sich die Pusdorfer nach dem Abpfiff in der Armen, und die „Husaren“ sanken enttäuscht zu Boden.

Dieses bittere Ende hatten die Grohner nicht verdient. Nach mäßigen ersten 45 Minuten waren sie nach der Halbzeit nämlich bissiger in der Zweikampfführung, mutiger im Spiel nach vorne, voller Leidenschaft und mit großer Spielfreude auf den seifigen Rasen am Oeversberg zurückgekehrt. Angeführt vom überragenden Ismail Zivoli und Rückkehrer Gezim Bullari, der den Platzherren die Kompaktheit in der Defensive zurückbrachte, waren sie gleichwertig. „Das Glück war auf unserer Seite“, gestand TSW-Trainer Carlos Pereira ein, der mit der Einwechslung des Siegtorschützen in der 58. Minute ein glückliches Händchen bewies. Grohns Teammanager Torben Reiß bedauerte indes das fehlende Glück: „Wenn wir so ein Tor früher bekommen, kann man noch etwas machen. Aber so war es der Todesstoß.“

In den ersten 45 Minuten zeigten die Pusdorfer die bessere Spielanlage. Ballverlagerungen und gute Laufwege brachten die nicht schnell genug verschiebenden „Husaren“ in Bedrängnis. Doch der einzige Treffer fiel nicht aus dem Spiel heraus. Grohns Rechtsverteidiger Giorgi Gogishvili leistete sich in der 14. Minute ein überflüssiges Foul gegen Ruben Liesigkh, das von Schiedsrichter Christopher De Vries (TuS Komet Arsten) mit einem Strafstoß geahndet wurde. Der von hinten umgestoßene Zwei-Meter-Mann sammelte sich kurz und verwandelte selber zum 1:0 für die Gäste. Ein Rückstand, der den ohnehin verunsicherten Grohnern nicht gerade gelegen kam.

Aber es blieb zunächst bei diesem einen Gegentreffer, da Andreas Balzer auf dem Posten war, Dennis Magull als Innenverteidiger brenzlige Situationen gut löste und Gezim Bullari die Lücken vor der Abwehr schloss. Vor der Defensivachse zeigte Ismail Zivoli seine ganze Klasse. Jeder vielversprechende „Husaren“-Angriff wurde von ihm initiiert. Nur beim Überzahlkonter in der 35. Minute fehlte ihm das Auge für den Nebenmann. Er versuchte es auf eigenen Faust, scheiterte aber an den Fäusten von TSW-Keeper Pascal Wiewrodt.

In der Halbzeit fand Spielertrainer Jan-Philipp Heine dann offenbar die richtigen Worte. Die „Husaren“ bliesen zur Attacke und boten einen offenen Schlagabtausch an. In dem der Unparteiische in den zweiten 45 Minuten sieben Spieler (drei Grohner, vier Woltmershauser) verwarnte, weil sie in den Zweikämpfen die Grenzen überschritten. Über harte Arbeit holten sich die „Husaren“ Sicherheit und Spielfreude, aber der Ausgleich ließ auf sich warten. Nur wenige Zentimeter fehlten zum Torglück, als Ismail Zivoli den Ball bei seinem 30-Meter-Schlenzer rechts an den Querbalken setzte (72.). Zwei Minuten später klingelte es dann doch. Der Ball landete nach einem Rettungsversuch der Pusdorfer vor den Füßen von Jeremy Boxberger, der ihn aus 18 Metern wuchtig ins linke untere Eck setzte – 1:1. Beim folgenden Hin und Her in der Schlussphase war der TS Woltmershausen der Glücklichere.

„Wir waren besser als in den vergangenen Wochen, aber es ist wieder nichts bei herausgekommen“, konnte sich Jan-Philipp Heine, der dem Schiedsrichter wegen des aus seiner Sicht unberechtigten Strafstoßes und einer vermeintlich falschen Einwurfentscheidung vor dem 1:2 eine Mitschuld an der Niederlage gab, an der deutlichen Leistungssteigerung nur sehr bedingt erfreuen.

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