Sport-Schnack

Lange Einsatzzeiten und kaputter Wassereimer

Grohns Fußball-Spielertrainer Jan-Philipp Heine zeigte sich sehr treffsicher. Zwei Minuten nach Wiederanpfiff bugsierte der Grohner Abwehrchef den Ball genau auf einen Wassereimer
10.04.2019, 16:14
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Von Olaf Schnell
Lange Einsatzzeiten und kaputter Wassereimer

Der Wassereimer im Burgwall nach dem Heine-Schuss.

Olaf Schnell

In eine reine Kaffeefahrt sollte das Gastspiel der HSG Schwanewede/Neuenkirchen in der Handball-Verbandsliga Männer beim TV Langen nicht ausarten. Trotzdem folgte das komplette Team der Einladung seines Mitspielers René Steffens, vorher bei ihm zu einem Tässchen des dunklen Muntermachers plus spendiertem Kuchen vorbeizuschauen. Der Torwart der „Schwäne“ wohnt nämlich gerade einmal drei Kilometer von der Spielhalle im Bremerhavener Vorort entfernt. Für die Gaumenfreuden sorgte seine Mutter Dorit Steffens, die für die Zusammenkunft extra Apfelstreuselkuchen und dezenten Eierlikörkuchen selbst hergestellt hatte. Den sportlichen Leckerbissen blieb der Spitzenreiter zwar anschließend schuldig, aber er gewann gegen den Ex-Klub von René Steffens immerhin standesgemäß mit 28:24.


Plötzlich Spieler, und dann auch noch mit langen Einsatzzeiten, hieß es bei Felix Hinrichs (SV Grambke-Oslebshausen) und Soenke Becker (HSG Schwanewede/Neuenkirchen II) im Nordderby der Handball-Landesliga der Männer. Hinrichs spielt beim SVGO eigentlich in der A-Jugend und wurde vom Männer-Interimstrainer Marcel Hägermann eine Viertelstunde vor dem Treffen engagiert, weil Michael Mulinski kurzfristig starke Rückenprobleme signalisierte. Hägermann hatte Glück, weil der 19-jährige Rückraumspieler gerade zur Tür hereingekommen war und umgehend seine Tasche packte. „Ich wäre mit meiner Mannschaft sowieso zum Anfeuern in die Halle gegangen, nur eben später“, erklärte er. Am Ende freute sich der Youngster über eine 35-minütige Einsatzzeit, in der er in der Abwehr überzeugte, vorne einen eigenen Treffer erzielte und die beiden entscheidenden Torvorlagen zum wichtigen 28:26-Erfolg des SVGO lieferte. Soenke Becker musste ein halbes Jahr nach seiner Schultereckgelenk-Verletzung bei den „Schwänen“ sogar über die komplette Spielzeit ran, weil Niko Ahrens am Morgen des Spiels krankheitsbedingt absagen musste. Nachdem der Schwarzschopf zwei Partien vorher erstmals leicht dosiert zum Einsatz gekommen war, zog er gegen den SVGO alle Register und nutzte seine gezeigte Zweikampfstärke vor allem im Rückraum zu vier Toren. „Das hat Bock gemacht. Und das 26:28 fühlt sich gar nicht wie eine Niederlage an, weil wir als Team einfach geil gespielt haben.“


Lukas Feller, du bist der beste Mann!“, schallte es am vergangenen Sonntag durch die riesige Barcleycard-Arena in Hamburg. Dort feuerten der Schwaneweder Verbandsliga-Handballer Niels Huckschlag und der Ex-„Schwäne“-Bundesliga-A-Jugendliche Corven Krenke unüberhörbar ihren ehemaligen Vereinskameraden an, obwohl der über 13000 Zuschauer fassende Multifunktionstempel bereits mit 2551 Fans gefüllt war. Lukas Feller, der auch noch die Oberliga C-Jugend der HSG Schwanewede/Neuenkirchen trainiert, war dort einer der treibenden Angreifer des ATSV Habenhausen beim 31:29-Finalsieg im deutschen Amateurpokal über BTB Aachen. Neben Feller standen auch noch die Ex-Schwaneweder Daniel Sommerfeld, Fabian Rojahn und Matthias Ruckh (Trainer) in den Reihen des Siegerteams. Interessiert angeschaut hatte sich das packende Duell um die höchste Amateurkrone auch der aktuelle „Schwäne“-Torwart René Steffens: er wechselt in der kommenden Spielzeit nach Habenhausen und trifft dort mit seinem neuen Team ob dieses grandiosen Erfolgs in ersten DHB-Pokalrunde auf einen noch auszulosenden Bundesligisten. ⇒ELO


Beim 2:1-Erfolg des Fußball-Landesligisten DJK Germania Blumenthal gegen den SV Grohn mussten die „Husaren“ bekanntlich wie im Hinspiel das entscheidende Gegentor (Kemal Kalac) erst in der 89. Minute hinnehmen. Dafür zeigte sich ihr Spielertrainer Jan-Philipp Heine sehr treffsicher. Zwei Minuten nach Wiederanpfiff bugsierte der Grohner Abwehrchef den Ball bei einem erfolgreichen Rettungsversuch genau auf den Wassereimer – der an der Seitenlinie stand. ⇒OSH


Manfred Gardianczik, Handball-Schiedsrichter des SV Grambke-Oslebshausen, ist seit dem vergangenen Dienstag in einem außergewöhnlichen TV-Format zu sehen. „Get the F*ck out of my House“ heißt die Sendung auf ProSieben, in der er wöchentlich dienstags ab 20.15 Uhr zu sehen ist. Bei dem Format wohnen 100 Personen auf 63 Quadratmetern, die von 64 Kameras beobachtet werden. Die Spielregeln sind simpel: Gewinner der Sendung und damit von 100 000 Euro ist derjenige, der nach Ablauf von vier Wochen als Letzter im Haus übrig bleibt. Das Ausscheiden aus der kuriosen Massen-WG läuft dabei nach dem K.-o.-Prinzip; entweder man verlässt das Haus freiwillig, weil man es in der Enge nicht mehr aushält, oder man fliegt via Voting raus. Außerdem müssen sich die Hausbewohner regelmäßig ihr Unterhaltsbudget erspielen, was mit 300 Euro (von 3600 möglichen Euro) für alle Bewohner zusammen für die Auftaktwoche wenig erfolgreich verlief. „Manni“ Gardianczik wurde von den Bewohnern gleich in der ersten Sendung zum Hausboss gewählt – und überstand die ersten 30 freiwilligen Auszüge sowie drei von ihm Rausgevotete. Damit ist der 54-Jährige am kommenden Dienstag in der zweiten Folge wieder auf Sendung. ⇒ELO

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