Lotto-Masters Mit nur zwei Gegentoren ausgeschieden

Die SG Aumund-Vegesack präsentierte sich ungemein defensivstark, verpasste durch das abschließende 0:1 gegen den Bremer SV aber den Halbfinaleinzug
22.12.2019, 17:31
Lesedauer: 2 Min
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Von Jens Pillnick

Eine top Abwehrleistung reichte der SG Aumund-Vegesack nicht, um beim vom FC Oberneuland gewonnenen Lotto-Masters endlich wieder einmal das Halbfinale zu erreichen. In der ÖVB-Arena kassierte die Mannschaft von Trainer Björn Krämer in den drei Vorrundenpartien über jeweils 14 Minuten nur zwei Gegentreffer, schied aber aufgrund der schlechteren Tordifferenz gegenüber dem TuS Schwachhausen mit vier Punkten aus.

Im dritten Gruppenspiel gegen den Bremer SV hätte der SAV ein Remis zur Semifinalteilnahme gereicht, doch der Treffer von Ali Wazneh zum 1:0-Endstand machte diese Hoffnung zunichte. Die vier Zähler hatten die Nordbremer mit einem 3:1-Auftaktsieg gegen den ESC Geestemünde und dem 0:0 gegen Schwachhausen gesammelt.

„Es ist uns nicht gegönnt, ins Halbfinale einzuziehen. Es tut mir unfassbar leid für die Jungs“, haderte Björn Krämer mit dem bitteren Aus. Der Coach lobte sein Team für die Kompaktheit, das gute Umschaltspiel und die von Partie zu Partie gezeigte Steigerung. Lediglich vor dem gegnerischen Tor kam die SAV nicht wie gewünscht zum Zuge, denn den zwei kassierten Treffern standen nur drei Torerfolge gegenüber. Krämer: „Vor dem Tor waren wir nicht eiskalt genug.“ Was die SAV defensiv leistete, lässt sich exemplarisch am Quartett Christian Böhmer, Lennart Kettner, Abdullah Basdas und Markus Böttcher beschreiben. Böhmer und Kettner ließen ihren Gegenspielern keinen Zentimeter Raum zur Entfaltung, Basdas kurbelte das Spiel unermüdlich an und war überall zu finden, und Böttcher, der komplett durchspielte, war kaum zu überwinden. „Ein sehr, sehr sicherer Rückhalt“, lobte Björn Krämer seinen Keeper.

Der 37-jährige SAV-Keeper brachte zwar ganz viel Fußball- und Lebenserfahrung mit auf den Teppichboden, betrat aber trotzdem Neuland. Schließlich debütierte er beim Hallen-Masters. „Wir haben draußen viele Niederlagen einstecken müssen und haben uns voll reingehängt“, erklärte Böttcher das engagierte und konzentrierte Auftreten, mit dem die SAV unbedingt einen versöhnlichen Jahresausklang erreichen wollte. Wegen der verpassten Halbfinalteilnahme ist das zwar nur bedingt gelungen, aber die Art und Weise lässt darauf schließen, dass die Mannschaft intakt und willig ist.

„Die Jungs sind extrem selbstkritisch. Sie haben mein Vertrauen, dass sie in die Spur finden“, sagte Krämer, der sich im kommenden Jahr – sofern sich die SAV für das Masters qualifiziert – allerdings eine neue Nummer eins für die Halle suchen muss. Denn der jetzige Debütant Markus Böttcher beendet seine Laufbahn im Sommer. Der Start ins Turnier ließ hoffen. Den Rückstand gegen den ESC Geestemünde steckte die SAV weg, und Torjäger Alexander Schlobohm drehte die Partie per Doppelpack. Lennart Kettner machte mit dem 3:1 den Deckel drauf. Gegen den im ersten Spiel torhungrigen TuS Schwachhausen (5:2 gegen den Bremer SV) nagelten die Vegesacker ihr Gehäuse zu. Nach torlosen 14 Minuten entfuhr Keeper Böttcher ein lautes „Jawoll“. Die Tür zum Halbfinale war damit geöffnet. Gegen den Bremer SV gelang der SAV im dritten und letzten Gruppenspiel keine zweite Partie ohne Gegentor, und ein eigener Treffer wollte auch nicht fallen – das Turnier-Aus war praktisch besiegelt. An ihre theoretische Chance, dass Geestemünde die SAV mit einem hohen Sieg gegen den TuS Schwachhausen noch ins Halbfinale befördern würde, glaubte keiner. Die Einschätzung bewahrheitete sich, auch wenn die Seestädter tatsächlich ein respektables 3:2 schafften.

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