Kita- und Schulausbau in Vegesack

Neubaupläne für eine Schule

Es soll ein ganz großer Wurf werden. Immobilien Bremen (IB) plant auf dem ehemaligen Sportplatz Fährer Flur neben einer neuen Kindertagesstätte auch den Neubau einer Schule.
17.03.2019, 21:00
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Von Gabriela Keller
Neubaupläne für eine Schule

Der Beirat Vegesack möchte an den Plänen für eine künftige Verwendung des derzeitigen Schulgebäudes Fährer Flur beteiligt werden.

Stefanie Preuin

Vegesack. Es soll ein ganz großer Wurf werden. Immobilien Bremen (IB) plant auf dem ehemaligen Sportplatz Fährer Flur neben einer neuen Kindertagesstätte auch den Neubau einer Schule. Günter Klänelschen, bei der städtischen Liegenschaftsverwaltung zuständig für Planung und Ausbau, überbrachte die Botschaft am Donnerstag dem Beirat. Dort stand die Ausbauplanung für die Kindertagesstätten (Kitas) und Schulen im Ortsteil auf der Tagesordnung.

Die Grundschule Fährer Flur soll wie berichtet gebundene Ganztagsschule werden. Ein Ausbau des vorhandenen Gebäudes wäre laut Klänelschen notwendig. Die Schule erhalten und erweitern oder neu bauen – bei Immobilien Bremen hat man die Optionen gegeneinander abgewogen. „Wir haben eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung durchgeführt. Danach ist ein Neubau wirtschaftlicher als der Erhalt der Schule“, sagte Günter Klänelschen. Die Pläne von Immobilien Bremen sehen einen Abriss des vorhandenen Schulgebäudes vor.

Im Beirat regte sich prompt Unmut. „Eine altehrwürdige Schule abzureißen, halte ich für einen Skandal“, meinte Günter Kiener (Bürger in Wut). Der Beirat verpackte es in seinem Beschluss diplomatischer. Der geplante Schulneubau wird begrüßt, die Bauleitplanung für den ehemaligen Sportplatz Fährer Flur sei voranzutreiben. „Daran ist der Beirat ebenso zu beteiligen wie bei der künftigen Verwendung des derzeitigen Schulgebäudes Fährer Flur“, heißt es im einstimmigen Beschluss vielsagend.

Geplant sind laut Klänelschen zwei Bauabschnitte: zuerst die Kindertagesstätte, dann die neue Schule. „Wir gehen davon aus, dass wir im Frühjahr 2022 die Kita fertigstellen könne“. Die Schule werde „etwas später“ folgen. Wann genau, sagte der IB-Vertreter nicht.

Laut Fatmanur Sakarya-Demirci von der senatorischen Behörde für Kinder und Bildung sollen in den Kita-Neubau sechs Gruppen einziehen. Vier davon befinden sich heute schon in den Mobilbauten auf dem ehemaligen Sportplatz. Träger der künftigen Einrichtung ist Kita Bremen als Dachorganisation der kommunalen Kindertagesstätten.

Die Kita-Ausbauplanung des Ressorts sieht drei weitere neue Standorte vor. An der Aumunder Feldstraße ist ein Neubau mit acht Gruppen geplant, der Träger hier heißt „Global Education“. Zum Kita-Jahr 2020/21 soll der Betrieb starten. Eine Machbarkeitsstudie sei erstellt worden, das Bauverfahren werde jetzt vorbereitet, hieß es. An der Friedrich-Humbert-Straße plant das SOS-Kinderdorf eine neue Einrichtung mit vier Gruppen. An den Start gehen soll sie zum Kita-Jahr 2020/21. Ein weiterer Neubau ist auf dem Gelände der ehemaligen Tennishalle an der Dobbheide in Planung. Die Fröbel-Gruppe als Träger will hier vier Gruppen einrichten. „Der Bauantrag liegt vor“, so Sakarya-Demirci. Mit der Fertigstellung ist nach ihren Angaben voraussichtlich zum zweiten Quartal 2020 zu rechnen.

Was jetzt geplant ist, wird aber nicht reichen, um den künftigen Bedarf an Kita-Plätzen zu decken, machten Ressortvertreter im Beirat deutlich. In Vegesack wie auch in ganz Bremen-Nord gebe es weiteren Ausbaubedarf. „Die Anmeldesituation in Bremen-Nord für das Kita-Jahr 2019/20 stellt große Herausforderungen. Wir brauchen noch ungefähr zehn zusätzliche Gruppen. Dafür suchen wir jetzt Standorte“, sagt Staatsrat Frank Pietrzok. In Vegesack hat das Ressort laut Sakarya-Demirci die leer stehende Hausmeister-Wohnung an der Grundschule Schönebeck im Blick. Mit Kita Bremen und mit freien Trägern sondiere das Ressort aktuell Möglichkeiten, in vorhandenen Einrichtungen zusätzliche Plätze zu schaffen. „Wir warten auf Rückmeldungen.“

Neue Kitas zu bauen ist eine Sache, das Personal dafür eine andere. Die Frage, ob es genug Erzieher für die geplanten Kitas gebe, musste der Staatsrat verneinen. „Wir haben einen deutlichen Fachkräftemangel, allein bei Kita-Bremen gibt es knapp 90 offene Stellen.“ Das wirke sich auch auf den Ausbau aus. „An manchen Standorten geht es langsamer voran als geplant.“ Immerhin habe man im laufenden Kita-Jahr erstmals Sozialpädagogen eingestellt, auch im Stadtteil Vegesack. Je eine halbe Stelle gebe es in den Kitas Alt-Aumund, Flintacker, Beckedorfer Straße, Haus Windek und Fährer Flur. Weitere halbe Stellen seien geplant: für die Kitas Hammersbeck und Fähr-Lobbendorf sowie in den Kinderhäusern in Grohn und an der Färberstraße.

Kurz und knapp wurde der Schulausbau abgehandelt. Viel Neues gab es nicht: Die Schulen Alt-Aumund, Am Wasser und Fährer Flur sollen gebundene, Hammersbeck und Schönebeck offene Ganztagsschulen werden. Größtes Projekt sei der Umbau und die Sanierung der Oberschule Lerchenstraße. Aus der fünfzügigen soll eine sechszügige teilgebundene Ganztagsschule werden. Das bedeutet künftig sechs Klassen pro Jahrgang. Im Zusammenhang mit der Schule Fährer Flur an der Ludwig-Jahn-Straße machte der Beirat in seinem Beschluss noch mal Druck für die Sanierung der Schulturnhalle. Er beschloss außerdem, eine Planungskonferenz zum Kita- und Schulausbau durchzuführen.

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