Prellball

Das lange Warten

Die deutsche Meisterschaft fällt aus und die verkürzte Prellball-Saison soll erst im Januar 2021 beginnen.
01.07.2020, 13:10
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Sabine Lange
Das lange Warten

Prellball Bundesliga Frauen Spieltag in Baden: Vivien Mahler (Eiche Schönebeck I) FOTO: Björn Hake

Björn Hake

Bremen-Nord. Die Corona-Kontaktbeschränkungen sind seit wenigen Tagen gelockert. Das ermöglicht unter anderem auch den Prellballern des MTV Eiche Schönebeck, kurz vor den Sommerferien noch einmal Sporthallenluft zu schnuppern. „Ab Donnerstag können wir wieder aktiv werden“, freut sich Abteilungsleiterin und Trainerin Inge Mahler.

Sie ist gerade dabei, ihr Konzept für die nötigen Hygienemaßnahmen und das Einhalten der Abstandsregeln für den kurzen Probelauf zu erarbeiten. Nach Rücksprache mit dem Vereinsvorstand wird sie die wöchentlich 18 für das Prellballtraining zur Verfügung stehenden Übungsstunden neu einteilen. Geplant ist, feste zehnköpfige Gruppen einzurichten. Für die sollen bis zur Sommerpause jeweils zwei Trainingseinheiten pro Woche stattfinden. Vorrang haben dabei die Leistungsträger des MTV. Zusammen trainieren werden deshalb die erste Damen-Mannschaft, die in der abgelaufenen Bundesligaserie auf Platz drei gelandet war, und das Bundesliga-Herrenteam. Es geht für die Beteiligten darum, die Spielpraxis auf hohem Niveau aufzufrischen.

Eine weitere Zehnergruppe bilden die Jugendlichen. Auch bei ihnen soll es sportlich richtig zur Sache gehen. Denn das Schönebecker Nachwuchsteam, das in der abgelaufenen Saison erfolgreich sein Debüt in der Damen-Bundesliga Nord feierte, wird sich mit dem amtierenden norddeutschen Meister der männlichen Jugend messen.

„Zusammenspielen sollen auch die Schüler und Schülerinnen in einer Trainingscrew. Den Rest der Stunden werde ich auf die älteren Minis verteilen. Nur die ganz Jungen muss ich außen vor lassen. Mit ihnen wäre es zu schwierig, die Corona-Schutzmaßnahmen einzuhalten. Zudem dürfen erwachsene Begleitpersonen nicht in die Halle“, berichtet Inge Mahler. Nachdem Mitte Juni nun endgültig alle deutschen Meisterschaften im Prellball abgesagt worden sind, können sich die Sportler auf eine geruhsame zweite Jahreshälfte einrichten. Denn schon jetzt steht fest, dass auch der Ligabetrieb 2020 nicht aufgenommen wird. „Saisonbeginn ist im Januar. Für die Bundesliga Nord wird es beispielsweise diesmal anstatt der sonst vier Spieltage nur zwei geben“, erläutert die MTV-Trainerin. Gewertet wird erstmals nach dem Modus „Jeder gegen jeden“.

Jetzt fiebert die Spartenleiterin der persönlichen Ansprache mit ihren Schützlingen beim Training in der Halle an der Hammersbecker Straße entgegen. „Es gibt so viel zu bereden. Unter anderem auch, wie das neue Sportoutfit für die Mannschaften der Schönebecker Prellballer aussehen soll. Geld für die Anschaffung steht bereit. Wir sind dieses Mal großzügig mit Mitteln ausgestattet worden“, verrät Inge Mahler.

Verzichten mussten ihre Gruppen auf die sonst übliche Saisonabschlussfeier. Nur bei den Mannschaftsmitgliedern der männlichen Jugend gab es eine Ausnahme. Die müssten im kommenden Jahr aus Altersgründen in den Männerbereich wechseln. Nach jetzigem Stand werde das Team allerdings auseinanderbrechen. „Eine Abschiedsüberraschung war für die Jungs bei den abgesagten deutschen Meisterschaften geplant. Deshalb haben wir den Abschied kürzlich privat im Garten zelebriert – natürlich mit gebührendem Abstand. Das war mir sehr wichtig. Schließlich trainieren die jungen Männer größtenteils schon seit dem Kindergartenalter bei mir“, erzählt Inge Mahler.

Besonders bedauerlich fand die Trainerin, dass sich ihre erste Damen-Mannschaft dieses Jahr nicht bei den deutschen Titelkämpfen mit den besten Teams der drei Bundesligen beweisen konnte. „Die Spielerinnen waren total traurig. Sie haben so lange auf diesen Moment gewartet“, verrät Inge Mahler. Der Grund: in den vergangenen vier Jahren hätte das Team von der Endplatzierung in der Bundesliga her an den nationalen Titelkämpfen teilnehmen können. Doch es wurde gesperrt, weil die ehemalige „Erste“ des MTV jeweils besser platziert war und laut Ausschreibung nur ein Team pro Verein an der DM teilnehmen darf. Zum Beginn der Serie 2019/2020 wechselte das so erfolgreiche Ex-MTV-Team zum SV Werder und machte den Weg für die ehemaligen Klubkameradinnen frei.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+