Fußball

Raus mit Applaus

Bezirksliga-Aufsteiger unterliegt dem Bremen-Ligisten Brinkumer SV im Lotto-Pokal nur mit 0:1
02.09.2020, 15:50
Lesedauer: 3 Min
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Von Klaus Grunewald

Aumund. Knapp verloren und doch gewonnen. Diese Erkenntnis kann der Fußball-Bezirksligist SV Eintracht Aumund aus der knappen 0:1-Niederlage in der ersten Runde des Lotto-Pokals gegen den hoch favorisierten Bremen-Ligisten Brinkumer SV ziehen. Eintracht-Trainer Marcel Wätjen zeigte sich nach dem Schlusspfiff auf dem Aumunder Kunstrasen „recht zufrieden“ und geht nach eigenen Worten optimistisch in die neue Punktspielsaison.

Dass Corona auch die Situation in den Fußballstadien verändert hat, konnten die rund 70 Zuschauer am Dienstagabend schon vor dem Anpfiff erkennen. Hände desinfizieren war Pflicht, die Seite, auf der die Mannschaften sich aufhielten, für Besucher tabu. Doch das Spiel sollte vor allem die Fans von Eintracht Aumund für die Einschränkungen entschädigen, während die angereisten Brinkumer nachdenklich die Heimfahrt angetreten haben dürften. Mike Gabel, der Trainer des ambitionierten und hoch gehandelten Bremen-Ligisten aus Stuhr, zog denn auch nach den 90 unterhaltsamen Minuten ein kritisches Fazit: „Wir haben gute Torchancen ausgelassen und nur wenig Mittel gefunden, die gegnerische Abwehr auszuspielen.“

Gabels Wahrnehmung spiegelt den gesamten Spielverlauf wider. Zwar übernahmen die Gäste sofort nach dem Anpfiff von Schiedsrichter Tobias Manasco (Neurönnebecker TV) das Kommando auf dem Platz und sorgten mit einem strammen Distanzschuss von Mert Bicakci, der knapp über die Querlatte rauschte, in der vierten Minute für ein erstes Ausrufezeichen. Doch davon ließen sich die Gastgeber kaum beeindrucken.

Sie standen in der Abwehr gegen den zwei Leistungsklassen höher angesiedelten Favoriten tief, überließen ihm die eigene Hälfte meistens ohne Störmanöver und versuchten aus ihrer kompakten Deckung mit langen Bällen und schnellen Kontern zum Erfolg zu kommen. Gute Gelegenheiten ergaben sich immer dann, wenn die Brinkumer sich vor dem eigenen Strafraum nur mit Regelwidrigkeiten den Ball erobern konnten. So in der 35. Minute, als Ricardo Willenbrock einen Freistoß aus 17 Metern knapp am Brinkumer Gehäuse vorbeischoss. Und fünf Minuten später verfehlte ein Freistoß des Aumunder Mannschaftskapitäns Steffen Burdorf aus 18 Metern ebenso knapp den linken oberen Torwinkel.

Zu diesem Zeitpunkt lagen die Gäste aber bereits mit 1:0 in Front. Aufgrund einer Fehlerkette, wie Eintracht-Coach Marcel Wätjen analysierte. Sein Team verlor den Ball in der Brinkumer Hälfte und ließ sich auf der linken Abwehrseite von den spurtschnellen Yasin Bekjar und Jost-Eike Behrens überlaufen. Den Querpass in Richtung erster Pfosten des Aumunder Tores zirkelte Kinika Hermann Mulweme an Eintracht-Keeper Tim Pülm vorbei in die Maschen (38.). Nachdem er zuvor oft mit Bravour Torchancen der Gäste zunichtegemacht hatte, ärgerte sich Plüm mächtig über den vermeidbaren Gegentreffer.

Doch auch in den zweiten 45 Minuten hatte er Gelegenheiten genug, sich auszuzeichnen und den Frust über das Gegentor zu kompensieren. Die Brinkumer Feldüberlegenheit wurde nun noch größer. „Wir haben uns eine Gewinnchance von zwei Prozent ausgerechnet, alles reingeworfen und in der einen und anderen Situation auch das Glück des Tüchtigen gehabt“, konstatierte Marcel Wätjen nach dem Abpfiff. Auf alle Fälle habe die gegen Brinkum gezeigte Leistung das Vertrauen auf eine gute Platzierung in der bevorstehenden Bezirksliga-Saison gestärkt. Angestrebt wird ein Rang zwischen vier und sieben.

Den traut auch Brinkums Coach Mike Gabel den Nordbremern zu. „Sie haben unserer Offensive das Leben schwer gemacht und wenig zugelassen“, anerkannte der Stuhrer Trainer, dessen Team zum Kreis der Meisterschaftsfavoriten in der Bremen-Liga gehört. Die Generalprobe vor dem ersten Saison-Punktspiel am Sonnabend ab 14 Uhr bei der SG Aumund-Vegesack wollte Gabel denn auch nur bedingt als gelungen bezeichnen. „Das war kein guter Auftritt von uns“, räumte er ein, fügte aber hinzu: „Wenn wir bei der SAV ebenfalls 1:0 gewinnen würden, wäre das allemal in Ordnung.

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