Deutsche Jugendmeisterschaften

Titel bei den Schülerinnen verteidigt

Die Prellballerinnen des MTV Eiche Schönebeck waren bei den deutschen Jugendmeisterschaften auch in Minimalbesetzung eine Klasse für sich.
09.04.2019, 15:16
Lesedauer: 5 Min
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Von Sabine Lange
Titel bei den Schülerinnen verteidigt

Steigerten sich bei den deutschen Meisterschaften von Spiel zu Spiel und verteidigten ihren Titel (von links): Michelle Husen, Merle Jonkhaus und Marielle Husen.

Nicole Mahler

Bremen-Nord. Die Prellballerinnen des MTV Eiche Schönebeck waren bei den deutschen Jugendmeisterschaften auch in Minimalbesetzung eine Klasse für sich. Obwohl nur zu dritt auf dem Spielfeld, verteidigten sie ihren Titel in der Schülerinnenklasse bravourös. Ohne Medaillen musste die männliche Jugend des MTV den Heimweg von Hückeswagen antreten. Für sie sprang nach einer Vorrunde ohne Niederlage am Ende nur Rang vier heraus. Die SG Aumund-Vegesack musste sich bei den Schülern mit Platz zehn begnügen.

Vor den Titelkämpfen in Nordrhein-Westfalen war große Aufregung beim MTV angesagt. Denn bei den Schülerinnen waren mit Vanessa Skoric und Laura Krzensk zwei Stammspielerinnen krankheitsbedingt kurzfristig ausgefallen. Doch die Rest-Crew präsentierte sich stark und steigerte sich in einen Siegesrausch. Ein besonderes Lob sprach Trainerin Inge Mahler der Jüngsten im Team, Merle Jonkhans, aus. Die Zehnjährige erlebte ein Wechselbad der Gefühle. „Die Mädchen haben sich gegenseitig gestärkt. Und unsere kleinste, jüngste und unerfahrenste Spielerin Merle hat sich während des Turniers enorm gesteigert,“ erzählte Inge Mahler.

Zusammen mit den erfahrenen Zwillinge Michelle und Marielle Husen leistete Merle Jonkhans viel Laufarbeit. Schon nach dem ersten Sieg gegen den MTV Markoldendorf (49:25) war der Rhythmus gefunden. Auch gegen die anderen Vorrundengegner setzte sich der MTV klar durch. Nach dem 41:25 gegen den TV Freiburg St. Georgen, wurde es gegen den TV Kierdorf zwischenzeitlich schwierig. „Da wurde Merle gezielt vom Gegner attackiert“, berichtete Mahler. Aber ihr Team stellte sich rasch auf diese Taktik ein und wurde dabei lauthals von der Schönebecker Fangemeinde angefeuert. So siegte der spätere Meister erneut (38:29). Mit einem 46:28-Erfolg gegen den TV Winterhagen beendete das Trio die erste Runde.

Tags darauf straften die Mahler-Mädchen im Kreuzspiel den SV Weiler mit 46:24 ab. Und dann stand das Finale an: Der TuS Meinerzhagen war bereits im vergangenen Jahr der Endspielgegner des MTV. „Die Mannschaft ist wie wir mit hohen Siegen souverän durch die Vorrunde und das Kreuzspiel gerauscht. Wir waren sehr skeptisch, ob es uns gelingen könnte, dieses Team zu dritt bezwingen zu können“, verriet die Schönebecker Trainerin.

Der Titelverteidiger erwischte dann im Finale einen Auftakt nach Maß: „Alles hat hundertprozentig geklappt, und wir lagen gleich mit fünf bis sechs Bällen vorn“, berichtete Mahler. Doch der Gegner habe nie aufgegeben. In der zweiten Halbzeit holte Meinershagen auf. Das MTV-Trio war etwas aus dem Tritt geraten, nachdem Merle Jonkhans und Marielle Husen auf dem Spielfeld zusammengestoßen waren. Danach erlaubte sich Michelle Husen drei Angabefehler in Folge. Das nutzte der Gegner aus und pirschte sich auf drei Bälle heran. Aber zum Schluss jubelten die Mahler-Schülerinnen über einen 36:32-Erfolg und ihre Goldmedaillen.

Von Edelmetall träumte auch die männliche MTV-Jugend. Zu Recht, denn der norddeutsche Meister hatte die Vorrunde mit Erfolgen über den TV Sottrum (41:36), TV Freiburg St. Georgen (36:35), Frisch auf Altenbochum (32:29) und TV Winterhagen (39:31) ungeschlagen überstanden. Doch der Einsatz forderte seinen Tribut: „Das ging richtig an die Substanz“, gestand Inge Mahler. Saymon Behrami schlug die Aufregung so auf den Magen, dass er zwischenzeitlich zur Beobachtung ins Krankenhaus gefahren werden musste.

Am zweiten Tag war gleich im Kreuzspiel gegen den MTV Markoldendorf Nervenstärke gefragt. Diese Eigenschaft war den Schönebeckern, bei denen die Emotionen wegen einiger Schiedsrichterentscheidungen hochkochten, nicht gegeben. „In dieser Hinsicht müssen sich die Jungs besser in den Griff kriegen“, kritisierte Mahler. Und dabei lief es zunächst rund für ihr Team. Es war während der gesamten ersten Halbzeit in Front. Als die Nerven in den zweiten zehn Minuten kurzzeitig blank lagen, nutzte Markoldendorf die Situation geschickt zum Überholmanöver und gab die Führung nicht mehr ab (36:35).

So konnte der MTV nur noch um Bronze kämpfen. Doch gegen den TV Freiburg St. Georgen verdrehte sich Janik Mahler schon in der ersten Hälfte das Knie. Als Inge Mahler ihren angeschlagenen Enkel in der zweiten Halbzeit auswechselte, konnte man den Rückstand nicht mehr aufholen (32:42).

Jeweils guten Start hingelegt

„Wenn alle Spiele nur über eine Halbzeit gegangenen wären, dann hätten wir ganz weit vorne gelegen“, berichtete SAV-Trainer Rolf Honisch. Seine Jungs waren als Nachrücker in der Schülerklasse am Start und konnten nur eine Partie siegreich beenden. In fast allen Spielen hatte die jüngste Crew der Konkurrenz in den ersten zehn Minuten geführt. „Danach fehlte die Kraft, und Konzentrationsmangel machte sich bemerkbar“, so Honisch. Zum Beispiel im Vorrunden-Match gegen den späteren Meister MTV Wohnste. Die Niedersachsen lagen zwei Minuten vor dem Abpfiff noch im Hintertreffen und konnten die Vegesacker erst im Endspurt überrunden (35:31).

Als Gruppenletzte traf die SAV am folgenden Tag im Platzierungskreuzspiel auf den VfL Waiblingen und verlor mit 25:30. Um Rang neun kämpften sie engagiert gegen den Charlottenburger TSV. Doch ein Erfolgserlebnis zum Abschluss blieb aus (32:33). „Die Mannschaft hat in Hückeswagen viel gelernt und sich im Vergleich zu den norddeutschen Meisterschaften sehr gesteigert“, war die positive Bilanz von Rolf Honisch – sogar der Bundesschiedsrichterwart Axel Nowark habe sein Team gelobt.

Weitere Informationen

Männliche Jugend

Abschlusstabelle: 1. SV Weiler, 2. MTV Markoldendorf, 3. TV Freiburg St. Georgen, 4. MTV Eiche Schönebeck, 5. VfL Waiblingen, 6. TV Sottrum, 7. TV Jahr Bad Lippspringe, 8. TV Frisch Auf Altenbochum, 9. TV Winterhagen, 10. TuS Meinerzhagen

Ergebnisse, Vorrunde: MTV Eiche Schönebeck – TV Sottrum 41:36, – TV Freiburg St. Georgen 36:35, – TV Frisch Auf Altenbochum 32:29, – TV Winterhagen 39:31. Kreuzspiel: MTV Eiche Schönebeck – MTV Markoldendorf 35:26. Spiel um Platz drei: MTV Eiche Schönebeck – TV Freiburg St. Georgen 32:42

MTV Eiche Schönebeck: Janik Mahler, Philip Werner, Saymon Behrami, Bijan Abbasi, Doguhan Yilmaz

Schülerinnen

Abschlusstabelle: 1. MTV Eiche Schönebeck, 2. TuS Meinerzhagen, 3. SV Weiler, 4. TV Freiburg St. Georgen, 5. TV Sottrum, 6. MTV Markoldendorf, 7. TV Kierdorf 1962, 8. TV Winterhagen, 9. VfL Waiblingen, 10. TV 1913 Zeilhard

Ergebnisse, Vorrunde: MTV Eiche Schönebeck – MTV Markoldendorf 49:25, – TV Freiburg St. Georgen 41:25, – TV Kierdorf 38:29, – TV Winterhagen 46:28. Kreuzspiel: MTV Eiche Schönebeck – SV Weiler 46:24. Finale: MTV Eiche Schönebeck – TuS Meinerzhagen 36:32

MTV Eiche Schönebeck: Marielle Husen, Michelle Husen, Merle Jonkhans

Schüler

Abschlusstabelle: 1. MTV Wohnste, 2. TV Kierdorf 1962, 3. TV Sottrum, 4. TSV Ohorn, 5. TV Berkenbaum, 6. TV Freiburg-Herden, 7. VfL Waiblingen, 8. TV Osberghausen, 9. Charlottenburger TSV, 10. SG Aumund-Vegesack

Ergebnisse: Vorrunde: SG Aumund-Vegesack – TV Berkenbaum 28:34, – Charlottenburger TSV 28:37, – MTV Wohnste 31:35, – TV Freiburg-Herden 38:32. Kreuzspiel: VfL Waiblingen – SG Aumund-Vegesack 30:25. Spiel um Platz neun: SG Aumund-Vegesack – Charlottenburger TSV 32:33

SG Aumund-Vegesack: Laurenz Pol, Jannick Stelljes, Finn Robarkowski, Mika Seedorf, Kjell Werner, Messod Mohammad, Jordan Leimke LAN

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