Fußball-Bremen-Liga

SAV will den ersten Saisonsieg

An diesem Sonnabend will der Blumenthaler SV im eigenen Stadion gegen den SC Borgfeld ein anderes Gesicht zeigen. Derweil möchte die SAV an ihre Leistung vom vergangenen Spieltag anknüpfen.
24.09.2020, 15:32
Lesedauer: 4 Min
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Von Klaus Grunewald

Das Stimmungs-Barometer zeigte bei den nordbremischen Fußball-Bremen-Ligisten unmittelbar nach dem dritten Spieltag höchst unterschiedliche Werte an: Hoch bei der SG Aumund-Vegesack, die dem Titelkandidaten Bremer SV ein 1:1 abgerungen hatte. Tief beim Blumenthaler SV, der dem Aufsteiger TuS Komet Arsten 1:2 unterlegen war. An diesem Sonnabend will die Burgwall-Elf ab 13.15 Uhr im eigenen Stadion gegen den SC Borgfeld ihr anderes Gesicht zeigen. Derweil möchte die SAV an ihre Leistung vom vergangenen Spieltag anknüpfen und im Heimspiel ab 14 Uhr gegen die BTS Neustadt endlich den ersten Saisonsieg verbuchen.

Blumenthaler SV – SC Borgfeld: Steffen Dieckermann, der neue Mann auf der Kommandobrücke des Blumenthaler SV, sah und erlebte vor einer Woche an alter Wirkungsstätte einen schwachen Auftritt seiner Elf. Nach Gründen musste er nicht lange suchen. Es sei ein Problem der Einstellung gewesen, analysiert er die blutleere Darbietung seiner Schützlinge. Die für ihn auch persönlich ärgerlich war, weil sie ausgerechnet dort stattfand, wo er viele Jahre lang die erste Herrenmannschaft trainiert hatte. Die habe ihm beweisen wollen, zu Recht in die Bremen-Liga aufgestiegen zu sein, und deshalb einen Zahn mehr als gewöhnlich draufgelegt, erklärt der BSV-Coach und ergänzt: „Arsten hat verdient gewonnen.“

Die ungenügende Leistung seiner neuen Mannschaft auf dem Platz an der Egon-Kähler-Straße ist für Dieckermann inzwischen abgehakt. Nun gelte es, gegen den SC Borgfeld Siegeswillen zu demonstrieren und deutlich zu machen, dass sich das Burgwallstadion als Festung für jeden Kontrahenten erweist, blickt er nach vorn.

Da trifft es sich natürlich gut, dass dem Blumenthaler Coach zwei spielstarke Akteure wieder zur Verfügung stehen. Bo Weishaupt fehlte in Arsten, weil er Urlaub hatte, und Jan-Luca Warm musste wegen einer Gelb-Rot-Sperre passen.

Beide Spieler sind gleichermaßen wichtig für offensive wie defensive Aufgaben. Apropos Verteidigung: Dort findet sich Vinzenz van Koll, der am Burgwall in der Vergangenheit meistens für die Vorbereitung oder Realisierung von Toren zuständig war, nach den Worten seines Trainers immer besser zurecht. Der kurze Schnupperkurs beim Osterholzer Zehnt-Ligisten SV Vorwärts Buschhausen ist damit endgültig Vergangenheit.

Der SC Borgfeld belegt nach zwei deftigen Niederlagen gegen den TuS Schwachhausen und den Neuling KSV Vatan Spor als Tabellensechzehnter einen Abstiegsrang. Doch Steffen Dieckermann warnt davor, die Gäste auf die leichte Schulter zu nehmen. Denn dann könne passieren, was beim TuS Komet Arsten nicht passieren sollte. Überhaupt haben sich die Borgfelder in den vergangenen fünf Jahren stets als harte Nuss für den Blumenthaler SV erwiesen. Die letzten drei Begegnungen endeten remis, zweimal behielten die Nordbremer die Oberhand, einmal der SC Borgfeld.

Sonnabend, 13.15 Uhr, Burgwallstadion

SG Aumund-Vegesack – BTS Neustadt: Die SAV hat zwar nach drei Spielen erst drei Punkte auf dem Konto, gehört aber zu den fünf bislang noch unbesiegten Teams der Bremen-Liga. Und das soll nach den Worten von Trainer Björn Krämer auch an diesem Sonnabend so bleiben. Möglichst jedoch mit einem Resultat, das seiner Mannschaft auf Anhieb drei weitere Zähler beschert.

Die Voraussetzungen für den ersten Saisonerfolg sind denn auch gut. Die Vegesacker verfügen über eine erfahrene Mannschaft, die jedem Gegner der Liga das Leben schwer machen kann, wenn sie ans „Limit geht“, wie Krämer es formuliert. Diese Erfahrung machte am vergangenen Sonnabend auch der Bremer SV, dessen Ziel die Meisterschaft und der Aufstieg in die Regionalliga ist, der aber gegen die SAV ein 1:1 und damit die ersten Punktverluste zu akzeptieren hatte.

„Jetzt müssen wir den Spagat hinbekommen, gegen die BTS Neustadt mit gleicher Willenskraft und Einsatzbereitschaft aufzutreten“, sagt Björn Krämer in unguter Erinnerung an das zweite Saisonspiel beim FC Union 60, wo Manuel Broekmann erst in der 93. Minute den Ausgleich zum 2:2-Endstand erzielte.

Nach dem starken Saisonauftakt gegen den Brinkumer SV (2:2), leisteten sich die Vegesacker Akteure am Jürgensdeich einen Spannungsabfall. Und den soll es an diesem Sonnabend aus Sicht ihres Trainers auf keinen Fall wieder geben.

Der SAV-Coach warnt deshalb erst einmal grundsätzlich davor, die BTS Neustadt auf die leichte Schulter zu nehmen. In den vergangen sieben Begegnungen mit den Neustädtern taten sich die Nordbremer denn auch schwer, verloren bei zwei Siegen und zwei Unentschieden dreimal. Die BTS Neustadt habe mit Volker Fahlbusch einen exzellenten Trainer, der es in den vergangenen Jahren immer wieder verstand, die Liga zu halten, lobt Krämer seinen Kollegen. Neustadt agiere stets mit einer extrem guten Ordnung, erläutert der SAV-Coach. Sagt aber auch, dass seine Mannschaft aus den Fehlern vergangener Jahre gelernt habe und sich in entscheidenden Phasen, wenn das Match auf des Messers Schneide stehe, durchsetzen könne. Zumal die neuen Spieler sich gut eingefügt hätten.

Das ist wichtig, weil Krämer auch an diesem Sonnabend auf einige Leistungsträger wie Lennart Kettner, Lokman Abdi, Bashkim Toski, Ardijan Syla und Denis Tesch verletzungsbedingt ebenso verzichten muss wie auf Mehmet Polat, der sich beim BSV eine Gehirnerschütterung zuzog. Ein Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Goalgetter Alexander Schlobohm, der privat verhindert sein könnte. Dafür aber steht als Angriffsspitze Nils Husmann bereit.

Sonnabend, 14 Uhr, Stadion Vegesack

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