Loge Anker der Eintracht

Freimaurer wollen sich öffnen

Der Männerbund präsentiert das Logenhaus in Vegesack am Tag des offenen Denkmals und macht einige Veranstaltungen für die Öffentlichkeit zugänglich.
08.09.2021, 20:00
Lesedauer: 2 Min
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Freimaurer wollen sich öffnen
Von Björn Josten

Freimaurerlogen umgibt ein Ruch des Geheimnisvollen. Das wissen auch die Brüder der Vegesacker Loge Anker der Eintracht und möchten dies ändern. Ein wenig zumindest. "Wir sind kein Geheimbund, wir haben nur Geheimnisse", sagt Dietmar Warwas. Er ist der Zeremonienmeister und der Zuhörer ahnt, dass er diesen Satz schon häufiger gesagt hat. Das überrascht wenig, denn nach eigener Darstellung spielen Rituale in der Freimaurerei eine wichtige Rolle. Beispielsweise eine Zeremonie, die regelmäßig im sogenannten Tempel abgehalten wird. Das ist eine Debattierraum. Allerdings einer, in dem viel zugehört wird und nur wenige Rederecht haben. So will es die uralte Freimaurer-Tradition.

Ohnehin spielt Vertraulichkeit eine zentrale Rolle in dem nach dem deutschen Vereinsrecht organisierten Bund. "Was hinter unseren Türen besprochen wird, bleibt im Logenhaus", betont Volker Spychala, der Sekretär der Loge. Es geht dabei traditionell um Religion und Politik, aber auch um persönliches. Allerdings würden keine Streitgespräche geführt, sondern einjeder könne sein Wort machen und könne ausreden. Den Sinn dieser Gemeinschaft erläutert Dietmar Warwas: "Wir wollen uns intellektuell weiterentwickeln."

Das alles geben die Brüder gerne Preis. Denn auch ihr Bund kann nicht ewig mit dem gleichen Personenkreis fortbestehen. Daher möchte sich die Loge öffnen. Das soll beispielsweise über Veranstaltungen geschehen, die auch der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Übrigens heißt der Männerbund dabei ausdrücklich auch Frauen willkommen. Den Start machen die Freimaurer am Sonntag beim Tag des offenen Denkmals. Dann können Interessiere im Logenhaus an der Weserstraße 7 in Vegesack bei Führungen hinter Türen schauen, die normalerweise der Öffentlichkeit verschlossen bleiben.

Das öffentliche Vortrags- und Konzertprogramm beginnt jedoch bereits am Freitag, wenn der Distriktmeister Uwe Schmidt zu Gast sein wird. Ab 20 Uhr wird er einen Vortrag halten, der sich mit der Frage beschäftigt "Was ist Religion?". Ein Konzert steht 14 Tage später auf dem Programm. Dann wird Stefanie Golisch sich ab 20 Uhr musikalisch mit Admiral Brommy beschäftigen. Für das Konzert werden fünf Euro Eintritt fällig. Am 29. Oktober wird Heinrich Theilmann vom Lionsclub Unterweser die Arbeit des Serviceclubs vorstellen (20 Uhr). Um Depressionen geht es am 19. November um 20 Uhr. Referentin ist Erdmuthe Mann. Die Arbeit des Weißen Rings wird am 17. Dezember um 20 Uhr von Behrend Mattfeld vorstellen. "Über Prävention wird viel gesprochen, daher möchten wir etwas über die Opferarbeit erfahren", sagt Claus Teske, Meister vom Stuhl (Vorsitzender).

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