Volleyball Volleyball-Saison ist beendet

Auch für die VG Meyenburg/Schwanewede ist die Volleyball-Saison in der Bezirksliga beendet.
Lesedauer: 4 Min
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Von Olaf Schnell

Bremen-Nord. Der Volleyball-Trainer der VG Meyenburg/Schwanewede, Jens Niebank, hat schon im Vorfeld damit gerechnet, dass die Saison 2020/21 nicht mehr fortgesetzt wird. „Ich denke, dass alle meine Spielerinnen nach dem zweiten Lockdown mit dieser Absage gerechnet haben. Daher ist es nur konsequent, dass wir hier nicht mehr groß rumeiern – sondern wir beenden die Saison.“

Montags macht der VG-Übungsleiter Jens Niebank immer ein Work-out über Zoom mit seinen Spielerinnen – „und gerade eine halbe Stunde vorher kam dann am Montag die Meldung vom Nordwestdeutschen Volleyball-Verband, sodass ich meinen Spielerinnen gleich an dieser Stelle das Saison-Aus mitteilen konnte. Da war die Enttäuschung nicht mehr so groß, weil viele aus dem Kreis der Mannschaft es ja schon geahnt hatten“, berichtete Jens Niebank, der nun davon ausgeht, dass es im März volleyballtechnisch wieder weiter geht.

„Dann werde ich den Damen vorschlagen, dass wir in Meyenburg auf unserer kleinen Beach-Volleyball-Anlage gehen – wenn es die Wetterlage mitmacht. Damit wir schneller wieder in Gang kommen“ (Niebank). Zudem geht die VG Meyenburg/Schwanewede davon aus, dass ebenfalls im März auch wieder in der Halle trainiert werden kann.

„Dann müssen wir natürlich einiges aufholen. Und dann werden wir uns je nach Wetterlage entscheiden, wo wir trainieren“, meinte Jens Niebank. Auf jeden Fall wird Meyenburg/Schwanewede in der Saison 2021/22 in der Bezirksliga Lüneburg der Damen um Punkte spielen.

„Weil wir genügend Nachwuchs-Spielerinnen haben. Dennoch ist es durchaus möglich, dass das Team aus beruflichen Gründen oder altersbedingt ein etwas anderes Gesicht haben wird“, sagte Niebank.

So wird wohl auch die routinierte Angelika Kosak-Becker nicht mehr zur Verfügung stehen. „Ich bin nach 41 Jahren durch mit Volleyball, das beim Lüssumer TV begonnen hat“, meinte Kosak-Becker, die nun dank Corona auch auf ein Abschiedsspiel verzichten muss. „Das ist jetzt eben ein schleichender Abgang für mich – das ist für mich okay. Ich werde aber weiterhin sportlich aktiv bleiben. Ich gucke mich jetzt mal um, was ich so mache“ (Kosak-Becker).

In Sachen Corona hat die 54-Jährige im Vorfeld auch mit dem Saisonende gerechnet. „Das musste ja so kommen“, äußerte sich Angelika Kosak-Becker, die im Notfall sich aber noch vorstellen könnte, im VG-Team auszuhelfen. „Das muss aber der Trainer entscheiden. Ich finde, dass es gut ist, wenn ich in unserem Team Platz für die Jugend mache. Die müssen das lernen und Erfahrung sammeln. Ich brauch‘ das nicht mehr“.

Das Saisonende hat auch der Spartenleiter des SV Grün-Weiß Beckedorf, Sascha Wahle, direkt an die Mannschaften weiter geleitet. „Feedback kam von den Akteuren relativ wenig. Ich glaube, das hat am Ende niemanden so richtig gewundert – mich persönlich auch nicht. Ob es die richtige oder falsche Entscheidung ist, mag ich schwer zu beurteilen“, berichtete Sascha Wahle, der immer noch den Wunsch hat, irgendwann im Frühjahr eine Art Halbserie zu spielen, und so die Volleyball-Saison zu beenden.

„Auch die unteren Klassen wollen natürlich irgendwie leistungsbezogen spielen und möchten sehen, dass eine Meisterschaft einen Wert hat. Und dass man auch aufsteigen kann“, sagte Wahle.

Der Beckedorfer Volleyball-Chef sprich nun von einer gewissen Schockstarre in seinem Verein. „Man kann es aber nicht ändern. Alle sind davon abhängig, was die Bundesregierung, das jeweilige Land oder der Landkreis entscheiden. Man hat selber leider keine Möglichkeit, da irgendwie Einfluss drauf zu nehmen“, meinte Sascha Wahle.

Bis zum Ende des Lockdowns wird bei den Beckedorfern logischerweise auch kein Volleyball-Training stattfinden. „Das ist für die meisten Akteure das größere Thema. Diese soziale Komponente fehlt ihnen wohl am meisten. Ein Zusammenkommen ist ja bei uns schon lange nicht mehr möglich und wird auch noch lange nicht mehr möglich sein“ bedauerte Sascha Wahle. Das ist schon sehr ärgerlich für die Beckedorfer Herren, die vor der Saison 2020/21 erst eine neue Mannschaft ins Leben gerufen haben.

„Da muss man sehen, ob beim neuen Volleyball-Start alle Akteure noch dabei sind. Bei den Damen ist es genau so und ganz bitter. Die Spielerinnen haben vier Wochen trainiert und gerade mal zwei Spieltage durchgezogen. Jetzt weiß man da auch nicht, wie es im kommenden September weiter geht. Da sind jetzt ganz viele Fragezeichen, die sich dort auftun – die ich jetzt natürlich nicht beantworten kann. Ich hoffe natürlich, dass viele Akteure an Bord bleiben. Das ist für uns insgesamt eine ganz schwierige Situation“, ergänzte Sascha Wahle.

Info

Zur Sache

Spielbetrieb wird eingestellt

Es hatte sich schon angebahnt, nun ist es offiziell: Für die Saison 2020/21 wird der Volleyball-Spielbetrieb auf Landesebene ausgesetzt und zudem auf den Auf- und Abstieg verzichtet. Das hat das Präsidium des Nordwestdeutschen Volleyball-Verbandes (NWVV) jüngst wegen der aktuell immer noch dynamischen Corona-Infektionslage beschlossen.

Im Vorfeld fand hierzu eine Besprechung mit den Regionsvorsitzenden und Fachbereichen statt. Die Fortsetzung eines geordneten Spielbetriebes ist perspektivisch nicht durchführbar. Somit wird es laut Beschlusslage keine Wertung für die Saison 2020/21 in den Kreisklassen bis zur Oberliga geben. Dies gilt auch für den Jugendspielbetrieb. Eine Entscheidung für die Regionalligen und 3. Ligen wird erst Ende Januar 2021 getroffen. Der deutsche Volleyballverband und die deutsche Volleyball-Jugend werden ihre Jugendmeisterschaften in den Juni terminieren. Die Jugendmeisterschaften auf Landesebene im NWVV finden unter Berücksichtigung des aktuellen Infektionsgeschehens und der Landesverordnung unter Vorbehalt im April/Mai statt. Die jeweiligen Bezirksmeisterschaften beziehungsweise Meldungen müssen bis zum Frühjahr durchgeführt worden sein.

Unter Voraussetzung fallender Inzidenzwerte und der Freigabe der Landespolitik besteht allerdings noch die Möglichkeit, in einen geregelten Wettkampfbetrieb zurückzukehren. „Eine Szenarien-Entwicklung erfolgt auf Regions- und Landesebene. Kreative Ideen können mit den jeweiligen Spielwarten oder Vorsitzenden der Regionen geteilt werden“, heißt es weiter auf der Homepage des Nordwestdeutschen Volleyball-Verbandes.

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