Ermittlungen bei Einsatzkräften

Vorwürfe gegen Nordbremer Feuerwehrleute

Die Untersuchungen bei der Feuerwehr wegen rechtsradikaler und sexistischer Vorfälle haben auch mit der Nordbremer Wache zu tun. Dort soll eine Beamtin beleidigt und bedroht worden sein.
27.11.2020, 06:00
Lesedauer: 1 Min
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Vorwürfe gegen Nordbremer Feuerwehrleute
Von Christian Weth

Erst ging es bei den rechtsradikalen und sexistischen Vorfällen bei der Feuerwehr um Wachen im Allgemeinen, jetzt geht es – zumindest in einem Fall – um eine Berufswehr im Besonderen: um die Nordbremer. Auf der Wache an der Aumunder Feldstraße soll es nicht nur zu Drohungen gegenüber einer Feuerwehrfrau gekommen sein, sondern auch zu Übergriffen. Das geht aus einer Erklärung der Landesfrauenbeauftragten Bettina Wilhelm hervor.

Ihr zufolge soll die Beamtin mehrfach von Kollegen beleidigt und bedroht worden sein. Wilhelm spricht von einem falsch verstandenem Korpsgeist bei der Feuerwehr und einem Klima, das die Herabwürdigung von Frauen sowohl toleriert als auch fördert. Ob es auch zu rechtsradikalen Vorfällen auf der Wache in Nord gekommen ist, geht aus ihrer Erklärung nicht hervor.

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Laut Rose Gerdts-Schiffler wird die Wache zumindest nicht mit den rechten Beiträgen von Feuerwehrleuten in einem Online-Chat in Verbindung gebracht, die momentan von der Staatsanwaltschaft und einer Sonderermittlerin untersucht werden. Wann im Nordbremer Fall mit ersten Ergebnissen gerechnet werden, ist nach Angaben der Sprecherin von Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) momentan nicht absehbar.

Nach ihren Worten hat es in dieser Woche mehrere Befragungen von Einsatzkräften gegeben. Gerdts-Schiffler sagt, dass parallel dazu weitere Hinweise aus der Feuerwehr bewertet werden – und dass je nach schwere des Vergehens den Beschuldigten unterschiedliche Disziplinarmaßnahmen drohen: vom Verweis bis zur Geldbuße, von der Kürzung der Bezüge bis zur Beendigung des Beamtenverhältnisses.

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Eine lückenlose Aufklärung und ein hartes Durchgreifen erwartet nicht nur Landesfrauenbeauftragte Wilhelm, sondern auch Axel Seemann. Nach den Worten des Vorsitzenden des Landesverbandes der Feuerwehrgewerkschaft ist für Sexismus und Rassismus bei der Feuerwehr kein Platz. Warum sich von der Feuerwehrgewerkschaft. Warum sich die Nordbremer Beamtin nicht an den Betriebsrat oder die Gewerkschaft gewandt hat, darüber kann Seemann nur spekulieren.

Er sagt, dass die Arbeitnehmervertretung der Feuerwehr ein hohes Maß an Vertrauen genießt. Auf der Wache an der Aumunder Feldstraße arbeiten sechs Frauen und 62 Männer.

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