Fußball-Bremen-Liga

Wird der Höhenflug fortgesetzt?

Gewinnt die SG Aumund-Vegesack nach langer Durststrecke mal wieder, und hält der Steilflug des Blumenthaler SV an?
04.04.2019, 15:41
Lesedauer: 3 Min
Zur Merkliste
Von Klaus Grunewald
Wird der Höhenflug fortgesetzt?

Geht der Goalgetter des Blumenthaler SV, Jonathan Bondombe-Simba, auch am Sonntag in Schwachhausen wieder auf Torejagd?

FOTOS: Christian Kosak

Bremen-Nord. Gewinnt die SG Aumund-Vegesack nach langer Durststrecke mal wieder, und hält der Steilflug des Blumenthaler SV an? Diese Fragen bewegen die Fans der beiden nordbremischen Vertreter in der Fußball-Bremen-Liga vor ihrem 25. Saisonspiel. Die Antworten werden am Sonntag ab 15 Uhr erteilt. Dann müssen die Vegesacker an der Lissaer Straße in Gröpelingen beim Schlusslicht KSV Vatan Sport und die Burgwall-Elf beim Tabellenvierten TuS Schwachhausen an der Konrad-Adenauer-Allee antreten.

TuS Schwachhausen – Blumenthaler SV: Die gegenwärtige Stimmung im Lager der Blumenthaler SV könnte besser kaum sein. Mit sechs Siegen in den letzten sieben Pflichtspielen gehört das Team von Trainer Denis Spitzer zusammen mit den Titelanwärtern FC Oberneuland und Bremer SV zu den drei erfolgreichsten Vereinen der Rückrunde. Die Burgwall-Elf hat sich zudem eindrucksvoll aus der Gefahrenzone der Liga befreit. Und dabei spielte ihr Coach eine spezielle Rolle. Steht Denis Spitzer von Beginn an in der Startformation, wirkt insbesondere die Defensivabteilung gefestigter, läuft der Ball sicherer und konstruktiver durch die Reihen der Blauroten. „Denis ist ein Stabilisationsfaktor“, sagt der gerade neu gewählte Vereinsvorsitzende Peter Moussalli. Darin sei er sich mit Co-Trainer Rainer Raute schon lange einig.

Spitzer selber weiß das natürlich auch, möchte aber andererseits aufgrund der Größe seines Talent-Schuppens allen Spielern eine Chance geben und sich selber möglichst zurücknehmen. Im Auswärtsspiel beim OSC Bremerhaven beschränkte er sich deshalb auf die Trainerrolle. Und prompt fehlte den Blumenthalern die ordnende Hand und der „Stabilitätsfaktor“, sie verloren 0:4. Es war der einzige Ausrutscher in den vergangenen sieben Punktspielen. An diesem Sonnabend dürfte Spitzer wieder in der Startformation stehen. Das allein ist natürlich keine Garantie dafür, dass der Blumenthaler SV seinen Höhenflug fortsetzt. Der TuS Schwachhausen gehört schließlich als Tabellenvierter zu den Spitzenteams der Liga, hat zurzeit 13 Punkte mehr auf dem Konto als die Nordbremer und besitzt die viertstärkste Offensive aller 16 Mannschaften im Bremer Amateur-Oberhaus. Torgefährlichster Angreifer des Teams von Trainer Benjamin Eta ist Kinika Herman Mulweme, der bislang 17 Treffer markierte. Bester Goalgetter des Tabellenachten ist Jonathan Bondombe-Simba mit bisher elf Toren.

„Der TuS Schwachhausen ist eine harte Nuss“, sagt Spitzer. Andererseits können die Gäste vom Burgwall wegen ihrer Leistungssteigerung in den vergangenen Wochen selbstbewusst auftreten, zumal die Statistik für sie spricht. In den neun Begegnungen mit den Ost-Bremern seit 2014 haben sie fünf Mal gewonnen, zwei Mal verloren und zwei Mal ein Remis erreicht. Und auch personell hat der Blumenthaler SV momentan keine Sorgen. Am Training nehmen regelmäßig über 20 Akteure teil.

KSV Vatan Sport – SG Aumund-Vegesack: Keine Frage, das Punktesammeln gestaltet sich für die SG Aumund-Vegesack in dieser Saison als mühevolles Unterfangen. Zwar kann die Mannschaft von Trainer Björn Krämer meistens mit kämpferischem Einsatz sowie Laufbereitschaft überzeugen und hat mit diesen und den spieltechnischen Qualitäten einzelner Akteure auch schon so manche Niederlage abgewendet. Aber in den letzten neun Pflichtspielen ging sie nur zweimal als Sieger vom Platz: beim 1:0 gegen den Blumenthaler SV (24. November) und beim 2:1 in Borgfeld (21. Februar).

Ein Erfolgserlebnis ist also überfällig. Da trifft es sich eigentlich gut, dass die Vegesacker an diesem Sonntag beim Tabellenletzten gastieren. „Wir wollen natürlich unbedingt gewinnen und drei Punkte mit nach Hause nehmen“, sagt SAV-Trainer Björn Krämer. Das ist schon deshalb wichtig, um den achten Tabellenplatz nicht aus den Augen zu verlieren, der noch zur Teilnahme am Hallenspektakel im Dezember reicht. Momentan hält der Nordrivale aus Blumenthal diese Position inne.

Der SAV-Coach musste nach den beiden jüngsten und keineswegs unerwarteten Niederlagen gegen die Meisterschaftsanwärter FC Oberneuland (0:3) und den Bremer SV (1:2) Seelenmassage betreiben und seinen Spieler Zuversicht einimpfen. Das sollte ihm nicht allzu schwerfallen, denn sie wissen, dass sie mit beiden Spitzenteams über weite Strecken auf Augenhöhe agierten und selbstbewusst bei den Gröpelingern auftreten können.

Und das ist auch erforderlich, denn Vatan benötigt nach sieben sieglosen Spielen jeden Punkt im Kampf gegen den Abstieg. Schon deshalb sollten sich die Vegesacker auf einen heißen Tanz einstellen. Denn so schwach, wie es die jüngste 1:7-Niederlage der Gröpelinger beim Blumenthaler SV vermuten lässt, sind sie nicht. Andererseits machen weder ihre Offensiv- noch ihre Defensivleistungen bislang wenig Hoffnung auf den Klassenerhalt. Der KSV Vatan Sport hat von allen Bremen-Liga-Teams die wenigsten Tore geschossen und die meisten Gegentore eingefangen.

Das Hinspiel hat die SAV mit 5:0 gewonnen und damit ihren bislang höchsten Saisonsieg verbucht. Am Sonntag sollen sich die Vegesacker nach dem Willen ihres Trainers „zerreißen“, um auch im Rückspiel drei Punkte einzufahren. Dazu können die von ihren Verletzungen genesenen Alexander Schlobohm, Christian Kolek und Ibrahim Fidan beitragen.

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+