Teilhabe

Beirat will weiterhin niedrigschwellige Beratung

Zum 1. Januar tritt das Bundesteilhabegesetz (BTHG) in Kraft. Die Sozialbehörde ist aktuell dabei, eine neue Dienststelle einzurichten, die sich um die Umsetzung kümmert und im August in die Überseestadt zieht.
21.11.2019, 06:36
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Beirat will weiterhin niedrigschwellige Beratung
Von Anne Gerling
Beirat will weiterhin niedrigschwellige Beratung

Seit Ende Januar baut das Unternehmen Justus Grosse an der Ecke Hansator / Neptunstraße das "Weiße Haus".

Roland Scheitz

Etwa 100 Mitarbeiter der Sozialbehörde sollen im kommenden Jahr in das Weiße Haus einziehen, das seit Januar an der Ecke Hansator/ Neptunstraße in der Überseestadt gebaut wird. Details dazu, wer zukünftig in dem Bürogebäude arbeiten wird, haben kürzlich bei der Sitzung des Waller Beirats Axel Bürger, Ralf Müller-Kempf und Odette Grothe aus dem Sozialressort mitgeteilt.

Hintergrund ist das Bundesteilhabegesetz (BTHG), das zum 1. Januar in Kraft tritt. Es regelt die Leistungen für Behinderte neu und soll auf diese Weise mehr Möglichkeiten der Teilhabe und Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderungen schaffen. Für die Umsetzung sollen etwa 100 Mitarbeiter der Sozialbehörde in einer möglichst barrierefreien Umgebung sorgen. Dies wird ab 1. August das fünfstöckige, U-förmige Gebäude mit begrüntem Innenhof und integrierter Tiefgarage in der Überseestadt sein. Bis dahin werden die BTHG-Sachbearbeiter vorübergehend im ehemaligen Kita-Bremen-Gebäude an der Faulenstraße untergebracht.

„Wir haben noch nicht alle Mitarbeiter zusammen“, sagt Ralf Müller-Kempf. Unter anderem werde aber auch Personal aus den Sozialzentren in die neue zentrale BTHG-Dienststelle mitgehen. Etliche Kollegen hätten sich dazu bereit erklärt. So würden etwa die Teams Mitte und Süd fast komplett in die Überseestadt umziehen. In der neuen Dienststelle solle es insgesamt vier Referate geben. Zwei davon werden sich um die Bedarfsfeststellung kümmern, eines ist zuständig für den Bereich Sozialgesetzbuch Zwölftes Buch – also Sozialhilfe – und eines übernimmt das sogenannte Eingangs-Management, bei dem es um die Bedarfserkennung geht.

Die Teams seien weiterhin sozialräumlich aufgestellt und bei Bedarf seien auch Pädagogen in den Quartieren – etwa im jeweiligen Zuhause oder bei den Trägern – ansprechbar, sagt Odette Grothe. Für die Bearbeitung von Anträgen soll es Müller-Kempf zufolge außerdem eine feste Frist geben: „Nach sechs Wochen dürfen Leistungsberechtigte mit einem Bescheid rechnen.“

Der Waller Beirat hat die Planungen zur neuen BTHG-Dienststelle zur Kenntnis genommen, dazu jedoch eine Bedingung formuliert. Es müsse weiterhin einen niedrigschwelligen Zugang zu den Beratungsangeboten in den Beratungsstellen der Stadtteile erhalten bleiben.

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