Restaurantbesprechung Chilli-Club: Restaurant, Bar und Lounge zugleich

Für sein Konzept hat der Chilli-Club den idealen Standort. Moderne, stylische, asiatische Küche auf einem guten Niveau, das aber an der ein oder anderen Stelle noch nachjustiert werden müsste.
07.03.2019, 11:30
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Chilli-Club: Restaurant, Bar und Lounge zugleich
Von Marcel Auermann

Der Chilli-Club präsentiert sich stylish, modern und wie es Gäste aus Metropolen kennen. Am Eingang wartet der Gast, bis er in diesem angenehm schummrig beleuchteten Lokal platziert wird. Er setzt sich auf einen bequemen Sessel an der Fensterfront und genießt den Ausblick auf die Weser und die Skyline Bremens. Man merkt schnell, wo dieses Konzept herkommt: aus Hamburg, wo es das Konzept in der Hafencity zuerst gab.

Im Innern hielt der Ausstatter alles in edlem Schwarz-Rot und in Lack sowie Holz. Das Lokal erinnert an ein Loft, das eine üppige Größe und Weite besitzt und ohne Wände auskommt. Hier geht alles ineinander über: Bar, Lounge und vor allem ein gutes asiatisches Restaurant mit Wok-, Sushi-, Tapas-, Dim-Sum-, Gemüse-, Fisch- und Fleischgerichten.

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Meine Begleitung wählte zum Start den „Duck Salad“. Den wir für neun Euro ein wenig zu teuer hielten. Denn letztlich versteckten sich hinter dem Titel marinierte Blattsalate, Kirschtomaten, Gurken, Sprossen und geröstete Erdnüsse mit einem leichten Mango-Chili-Dressing. Und natürlich gab es auch ein paar Scheiben gebratene Ente.

Spektakulärer empfand ich meine Schale feurig gewürzter Ramen-Suppe. Die kräftig gekochte Hühnerbrühe mit Nudeln, Thai-Ente, Spitzkohl, Lauch, einem angenehmen Hauch Koriander und einer ordentlichen Chili-Note war ihren Preis eher wert. Unsere Hauptspeisen fanden wir auf der Karte in der Abteilung „Modern Asia“. Dort gibt es modern interpretierte asiatische Gerichte, die auf Fisch oder Fleisch setzen – oder auf Beides, das dann Surf’n’Turf heißt.

Köstlich und vor allem gut gewürzt

Mein Gegenüber entschied sich für kurz gebratenes, qualitativ einwandfreies Thunfischfilet mit einigen Sesamkörnern. Die Ponzusoße, eine Art angedickte Sojasoße mit fruchtigem Geschmack, ergänzte den frischen Geschmack des festen Fischfleisches wunderbar. Köstlich und vor allem gut gewürzt fiel dazu das Wokgemüse aus. Als zweite Beilage wählte meine Begleitung die schmackhaften Sweet-Potatoe-Fries mit einem cremigen Mango-Chili-Dip. Für 28 Euro eine gelungene Hauptspeise.

Auf meinem Grilled-Seafood-Teller (26 Euro) lagen ein schön glasig und dennoch knusprig gebratenes Lachsfilet, zwei intensive und fein gewürzte Garnelen sowie zwei Jakobsmuscheln, die im Kontrast zu den anderen Fischen lasch wirkten. Der Limonen-Knoblauch-Dip half, den Jakobsmuscheln etwas Pep zu verleihen.

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Als Beilagen bestellte ich den Kartoffel-Wasabi-Stampf, der mich enttäuschte. Er geriet dem Koch sehr trocken und mehlig. Es fehlte die Geschmeidigkeit. Zwei, drei Butterflöckchen hätten dabei geholfen. Das Wasabi verlieh dem Püree nur eine flache Geschmacksnote, die beim Kauen schnell verpuffte. Der Thai-Spargel als zweite Beilage ging in Ordnung, aber ich naschte lieber vom herzhaften Wokgemüse meiner Begleitung.

Zu den Hauptspeisen ließen wir uns einen wuchtigen Spätburgunder vom badischen Weingut Klumpp (0,2 Liter für 8 Euro) munden, der neben einer gewissen Schwere eine fruchtige Eleganz besaß. Der Service war freundlich, ließ einen aber ab und an zu lange vor leer gegessenem Geschirr warten. Oder es bedurfte hoher Aufmerksamkeit, um im richtigen Augenblick das Zeichen zu geben, dass man noch etwas bestellen möchte.

Ein perfekter Abschluss des Abends

Die Portionen sättigten uns gut, weshalb wir zur Nachspeise eine Dessertvariation (16 Euro) für uns beide bestellten. Dabei zeigten die Köche noch einmal, was in ihnen steckt. Das Sorbet war nicht so eiskristallig wie es Gäste oft aus anderen Restaurants gewohnt sind. Es landeten eine Kugel Mango- und eine Kugel Himbeersorbet in kleinen Schälchen, das unglaublich fruchtig und intensiv schmeckte und cremig auf der Zunge zerging. Die Crème brulée schmolz im Mund so zart wie wir es schon lange nicht mehr erlebten. Der Schokokuchen mit flüssigem Kern ist ja inzwischen schon obligatorisch. Interessant hingegen die gebackene Banane mit Honigcrumble und Kokoseis. Das Dessert, ein perfekter Abschluss des Abends.


Fazit: Der Chilli-Club hat für sein Konzept den idealen Standort. Stylische, moderne, asiatische Küche auf einem guten Niveau, das aber an der ein oder anderen Stelle noch nachjustiert werden müsste.


Chilli-Club, Am Weser-Terminal 8, 28217 Bremen, Telefon: 0421 39099000, Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag ab 12 Uhr, Küche: jeweils von 12 bis 23 Uhr, barrierefrei, Internet: www.chilliclub-bremen.de

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